Die Depression - eine Wohlstandskrankheit?

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Es ist in der Tat so, dass Menschen, die um ihre Existenz kämpfen müssen, weniger Depressionen haben, weil es Wichtigeres für sie gibt. Die Insassen der KZs hatten so gut wie keine Depressionen, da sie ums nackte Überleben kämpfen mussten. Die Depressionen kamen im Nachhinein, als es ihnen wieder gut ging und sie sich des ganzen Elends bewusst wurden, das sie mit knapper Not überlebt hatten. Aber ich glaube kaum, dass wir uns ein Leben wünschen, das ständig gefährdet ist....

Es gab auch schon Forschungen darüber, welche Menschen am glücklichsten sind. Das sind jene, bei denen Körper, Verstand und Seele im Einklang sind. Und jene, die nicht so viel verdienen, dass sie sich problemlos alle Wünsche erfüllen können, aber auch nicht so wenig, dass die Sorge um ihre Existenz ihr ganzes Denken und Handeln bestimmt. Also: Arme Menschen sind keinesfalls automatisch glücklicher. Sie können sich aber (wie hier schon erwähnt) auch über Kleinigkeiten freuen - aber das ist eine Einstellungssache. Natürlich können sie sich auch übellaunig und missgünstig ständig mit jenen vergleichen, denen es besser geht. Und noch etwas habe ich - aus Erfahrung - gelernt: Armut lässt sich leichter ertragen, wenn sie viele betrifft. Dann hilft man sich eben gegenseitig und tauscht sich aus, unternimmt etwas gemeinsam, das dem Geldbeutel entspricht oder stellt etwas auf die Beine usw. Wenn man dagegen wegen eines schmalen Geldbeutels ausgegrenzt wird und sich vieles nicht leisten kann, was sich Freunde und Bekannte leisten können - und das sind oft Dinge wie ein Restaurantbesuch, eine Reise oder Ähnliches, das wirkt sich dann doch recht negativ auf das Selbstbewusstsein aus. Vor allem, wenn heute der Solidargedanke immer weiter zugunsten des Materiellen zurückgedrängt wird.

Alkoholismus ist keinesfalls ein Problem der Unterschicht. Nur - Reiche können das besser vertuschen. Da steht dann eben ein edler Whisky auf dem Tisch, und es wird ab und zu ein Aufenthalt in einer Privatklinik zwecks Entzugs vorgenommen. Ärmere müssen in einem solchen Fall erst die Krankenkasse von einer Kostenübernahme überzeugen oder lassen es ganz, weil es zu demütigend ist.

Ich denke, an deiner Meinung mit dem perfekten Auftreten der Oberschicht ist durchaus etwas dran. Und wenn sie dazu noch beigebracht bekommen haben, dass nur Äußerlichkeiten und Materielles zählt, sie hier aber alles schon haben, dann tritt Langeweile ein. Und dann suchen sie eben den "Kick". Wenn sie dagegen sinnvolle Aufgaben in der Gesellschaft übernehmen (auch dafür gibt es genügend Beispiele) und dabei auch Erfolge sehen, dann dürfte das der Depression entgegenwirken.

Natürlich, körperliche Leiden die es in anderen Ländern gibt wie z.b hungern sind drastisch aber auch sehr offensichtlich. Doch eine ernste Depression wird nicht ausgelöst weil es uns zu gut geht, es ist ja nicht so das die Welt gut wäre nur weil man Körperlich quasi alles hat was man braucht. Ein Mensch braucht sehr viel mehr. Und ich denke Seelisch gesehen sind die chancen auf der Welt eine depression zu kriegen doch recht gleich groß ist egal in welchem Land man lebt, obwohl leid nicht wirklich gerecht verteilt ist. Man wird nicht traurig wenn man glücklich ist. Man wird nur eine Depression kriegen wenn man so vom Leben geprägt wurde, hier in Deutschland existiert großer Druck man ist nur etwas wen man alles erfüllt, man muss so sein, genauso. Die Meinung anderer ist wichtiger als die eigene, es ist nicht erlaubt sie offen zu äußern sei es nun weil man angst haben muss gemobbt zu werden oder weil man sich einfach anpassen muss um einen Job zu finden. Und natürlich nä, die Pupertät gibts da auch noch.

Ist Alkoholismus eine Krankheit der Unterschicht? Und frisst die Oberschicht ihre Probleme einfach in sich hinein, weil sie einen "perfekten" Anschein machen müssen, und wird dadurch depressiv? Letzteres trifft m.E. zu; ersteres z.T. auch, aber da auch heute viele Jugendliche zur Flasche greifen – wenngleich sie damit noch nicht zu Alkoholikern werden (aber die Gefahr besteht) – so scheint mir der Alkohol (+ Drogen) auch ein Problem vieler Jugendlicher zu sein, hervorgerufen wohl durch ein Gefühl der Sinnlosigkeit ihres Daseins (keine echten Vorbilder, keine Zukunftsperspektiven wegen Fehlens von Jobs oder von passenden - gewünschten - Ausbildungsplätzen). Die Depression ist allerdings ein Überforderungssymptom, und zwar nicht nur der Oberschicht. Der Zwang zum „perfekten“ Anschein führt in der Tat – wie du es formuliert hast – bei vielen zur Depression. Überhaupt ist der Druck der Gesellschaft, perfekt zu sein, eine Ursache für die Depression; denn perfektes Funktionieren ist etwas, was der Natur des Menschen zuwiderläuft, und die Menschennatur reagiert darauf oft oder meistens mit Depression. Wo muss man perfekt funktionieren? In der Ehe oder in einer Beziehung z.B.; man muss hier gewisse Erwartungen erfüllen; andernfalls wird man zum Versager gestempelt, sieht dann nur noch „kalte Schulter“. Die Angst, hier zu versagen, führt, wenn sie übergroß wird, zur Depression (bei vielen zur Flucht). Im Beruf muss man leistungsfähig, flexibel, dynamisch, kooperativ, teamwork-fähig u.a.m. sein; wer sich dem nicht gewachsen fühlt, weil er eine Schwäche in sich verspürt, versucht die Probleme oft mit Alkohol oder fit machenden Tabletten zu überspielen. Auf die Dauer reagiert das Gehirn aber nicht selten mit Depression, wenn die Versagensängste kumulieren. Am deutlichsten werden die Überforderungssymptome im Profi-Fußball, wo ja auch schon oft Depressionsfälle aufgetreten sind. Der Leistungsdruck ist hier infernalisch, weil ja auch hohe Summen im Spiel sind. Nach meiner Auffassung sind auch die neuen Medien schuld, dass immer mehr Depressionsfälle auftreten. Computer (+Internet) Handy, Smartphone, iPad, iPod, iPhone. Besonders das Smartphone mit seiner Unzahl von Apps überfordert allmählich den Durchschnittsmenschen. Der Informatiker mag mit dieser Technik souverän umgehen können, aber Otto Normalverbraucher muss ständig dem Perfektionsanspruch des Geräts (Smartphone, Tablett-Computer) gerecht werden, was, je älter der Nutzer wird, desto mehr seine Nervenkraft überfordert. Also auch hier: Dauerüberforderung (und dann verbunden mit Depression) durch die perfekt funktionierenden und perfekte Anwendung fordernden neuen Kommunikationssysteme.

Noch eine wichtige Ergänzung zu meinem Kommentar: nimmt man zu alle dem noch den ständig steigenden Massen-Autoverkehr hinzu, in dem man ja als Autofahrer auch perfekt funktionieren muss, so müssen sich allmählich bei jedem oder jedenfalls bei vielen Überforderungssymptome einstellen. Wenn eine entsprechende (psychisch-nervliche) Konstitution bei dem Einzelnen vorliegt, wird eine Depression (die ja nicht durch den Willen zu beeinflussen ist) kaum noch zu vermeiden sein.

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Tattoo - ist das eine Sache für die Arbeiterklasse oder auch für die "Oberschicht"?

Hallo, meine Frage ist ein bisschen blöd gestellt. Mit Arbeiterklasse meine ich nicht die Unterschicht oder Armen oder "Assozialen", sondern einfach die, die sich nicht so viel leisten können etc. Damit will ich niemanden mit Tattoo beleidigen! Ich selbst möchte gerne ein Tattoo an meiner rechten Seite machen lassen, allerdings gibt es dazu so viele verschiedene Meinungen. Meine Mutter sagt, dass sie damit eher die soziale Unterschicht verbindet und das einfach nicht gut ist für Beruf usw. Da es ja an der rechten Seite von Rücken bis knapp vor die Brust gehen soll, sehe ich keine Probleme, dass es im Job stören könnte, da mich niemand im Büro halb nackt sieht.

Wie seht ihr das denn? Ist es ok für eine junge Frau (ich bin 20) ein Tattoo zu machen ohne dass man danach als Assi dasteht?

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Gibt es im Islam Erklärungen, warum Unschuldige leiden müssen (ohne Erbsünde)?

(Bitte diese Frage nicht löschen, Google bietet auf die Frage keine Antworten.)

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Gibt es dazu im Islam einen anderen Erklärungsansatz?

Erste Frage, also bitte auch ernste Antworten.

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Warum nimmt Deutschland keine Klimaflüchtlinge auf?

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Aber warum nimmt Deutschland keine Klimaflüchtlinge auf?

Schließlich ist Deutschland ja ein Mitverursacher des Klimawandels.

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Z. B. wenn in Entwicklungsländern Landwirte ihre Höfe aufgeben müssen, weil der Regen nicht mehr ausreicht, könnten manche Menschen sagen, dass diese Ex-Landwirte Wirtschaftsflüchtlinge seien, weil sie aus ihrem wirtschaftlichem Elend und Armut flüchten.

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Was ist eigentlich mit unserer Gesellschaft los,wie wird jeder Mensch, der nicht so tickt, wie die Mehrheit direkt als krank angesehen..?

Ich kapiere da so einiges nicht. Es gibt heutzutage so viele Meschen, die irgendwie anders sind. Die Probleme in der Schule haben oder so, aber anstatt einfach einzusehen, dass sie es nicht drauf haben, betteln Eltern lieber tausendmal um irgendeine Diagnose. Ich denke nicht,dass es adhs, autismus und all diesen Quark nicht gibt, aber ich glaube nicht, dass all diese Kinder wirklich krank sind.

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Das ist es doch, was eigentlich krank ist. Menschen sind unterschiedlich. Mit unterschiedlichen Potentialen, Einstellungen, Meinungen, Verhaltensweisen,...

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