Die Bibel gilt mittlerweile als recht gut erforscht durch viele wissenschaftliche Studien. Warum gibts beim Koran im Vergleich dazu recht wenige Untersuchungen?

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15 Antworten

Wo geschieht denn wissenschaftliche Forschung an den biblischen Texten und historische Forschung zu deren Hintergründen? An staatlichen oder kirchlichen Hochschulen...

Wie sieht es momentan in der "islamischen Welt" aus? Wirtschaftlich und Politisch nicht besonders gut. Das ist nicht das Umfeld, indem es ein funktionierendes Hochschulwesen gibt, wo wissenschaftlich geforscht werden könnte. Meistens fehlt das Geld. In Saudi Arabien wäre Geld da - aber die politische Führung ist panislamistisch (salafistisch) gesinnt und will natürlich kein Geld für wissenschaftliche Forschung am Koran ausgeben.

Man kann jedoch sehen, dass dort, wo die Möglichkeiten dafür gegeben sind, auch Muslime anfangen, den Koran wissenschaftlich zu erforschen. Das ganze steckt natürlich in den Kinderschuhen. Die ersten Versuche des (protestantischen) Christentums wissenschaftlich an der Bibel und ihren Hintergründen zu arbeiten, waren aber auch nicht so doll. z.B. gibt es in der Türkei die sogenannte Ankaraner-Schule, welche da erste Gehversuche unternimmt. Mal sehen, wie lange das noch weiter gehen kann, bei der rückwärtsgewandten Politik, die neuerdings in der Türkei herrscht. Wo muslimische Theologen und Religionswissenschaftler in "westlichen" Ländern Lehrstühle an Universitäten bekommen, fangen die auch (meistens) an wissenschaftlich am Koran zu forschen. Auch da kann man noch einige Anfragen an die Qualität der Arbeiten haben...

Wo die wirtschaftlichen und politischen Voraussetzungen stimmen, gibt es also wissenschafliche Forschung am Koran...

Natürlich gibt es auch radikale Gruppen, die das gar nicht gut finden. Aber die gibt es im Christentum auch - bis heute. In den USA betreiben protestantische Fundamentalisten eine regelrechte Industrie, um nicht nur pseudowissenschaftliche Versuche zu unternehmen, die Evolutionsbiologie zu diskreditieren (tlw. erfolgreich), sondern auch einiges an Geld dafür fließen lassen, alternative Fakten in Sachen biblischer Archäologie zu verbreiten...


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Die Bibel wurde nur deshalb wissenschaftlich erforscht, weil die Kirche die Macht verloren hatte, dies zu verhindern. Als sie die Macht noch hatte, stand auf Kritik an der Bibel oder dem Aufzeigen von Widersprüchen die Todesstrafe wegen Häresie.

Im Islam haben die religiösen Führer aber immer noch die Macht, Zweifel am Koran mit der Todesstrafe zu vergelten und das schreckt die meisten dann halt doch davon ab, sich wissenschaftlich mit dem Koran auseinanderzusetzen. Daher ist es so, dass es eine historisch-kritische Koranforschung praktisch nur außerhalb des Einflussgebietes des Islams gibt und auch dort müssen Koranforscher mit einer todesbewehrten Fatwa rechnen.

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Kommentar von YouFfm
17.07.2017, 10:13

Absoluter Schwachsinn, bevor man tatsächlich in Foren wie diesen klugscheissert und sich mit angeblichen Wissen brüstet, sollte man sich tatsächlich vorab hinterfragen woher du denn deine Informationen hast? Nenne mir doch bitte deine Quellen, oder zumindest die Wissenschaftlich logische Erklärung für deine These. 

Die Todesstrafe in manchen Arabischen Ländern, beruhen eher auf traditionelle oder auch von Menschen geschaffenen Gesetzen , die leider gottes mit religiösen Hintergründen begründet werden. Aber auch in nicht muslimischen Ländern gibt es die Todesstrafe und auch in muslimischen Ländern existiert keine Todesstrafe. Bitte hier Vorsicht walten lassen, nicht politische und traditionell kulturell bedingte Handhabungen mit der Religion verwechseln. Im Koran selbst ist die Selbsttötung sowie die Tötung eines anderen eine absolut strafbare Handlung. Es ist schlicht und weg einfach eine Sünde. Tatsächlich auch wer sich mit dem Islam beschäftigt muss sich zunächst chronologisch mit dem Judentum und dann dem Christentum auseinander setzen...im Anschluss erlangt man Kenntnisse die einem doch die Kinnlade auf den Boden fallen lassen. ;-) lg

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Kommentar von Gruenkohl28
17.07.2017, 10:47

Dass die Bibel wissenschaftlich erforscht wurde, weil es "der Kirche" an Macht fehlte das zu verhindern ist falsch. Entweder diese Antwort resultiert aus Unwissen oder es ist einfach nur rückhaltlose Polemik.

Das Statement ist wissenschaftsgeschichtlich falsch:

1. Gab es "die Kirche" zur der Zeit, als man mit der historischen und literaturwissenschaftlichen Forschung an der Bibel begonnen hat, gar nicht mehr. Das war nämlich im Verlauf der Neuzeit. Zu Beginn der frühen Neuzeit gab es jedoch gleich eine ganze Menge Glaubensspaltungen und anschließend ein Jahrhundert Glaubenskriege. Eine Kirche gab es schon lange nicht mehr.

2. Begann die wissenschaftliche Erforschung der Bibel in den Kirchen. Was Deutschland betrifft, waren die ersten Leute, welche die Bibel literaturwissenschaftlich und historisch untersucht hatten, waren lutherische Theologen. Man kann also schwerlich behauptet, dass "die Kirche" keine Macht hatte das zu verhindern. "Die Kirche" hat das schließlich gemacht.

In der römisch-katholischen Kirche gab es ähnliche Bemühungen - die wurden jedoch im 19. Jahrhundert erst mal durch den Antimodernismus der Führung in Rom unterbunden. Als die wissenschaftliche Erforschung der Bibel im 20. Jahrhundert wieder erlaubt wurde, haben die römisch-katholischen Theologen innerhalb weniger Jahre zu den Protestanten aufgeschlossen.

3. Bis heute gibt es fast gar keine wissenschaftlichen Arbeiten zur Bibel, die nicht von christlichen oder jüdischen Theologinnen und Theologen stammen. Es gibt Leute, die erforschen jahrelang die Bibel wissenschaftlich und werden dann Bischöfe. Wissenschaftliche Arbeit an der Bibel geschieht häufig nicht nur an staatlichen Universitäten, sondern auch an kirchlichen (von "der Kirche") finanzierten Hochschulen...

Nicht nur keine Ahnung vom Islam, sondern auch nicht vom Christentum...

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Auch der Koran ist wissenschaftlich sehr gut erforscht. Wie jedoch auch bei der Bibel gibt es viele Menschen denen die Ergebnisse dieser Forschungen nicht gefallen, weshalb sie (die Ergebnisse) nicht wirklich stark in den Medien bekanntgemacht werden.

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Erstmal, wenn du den Islam untersuchen willst dann ist das dir nicht verboten. Der Koran ist für jeden Mensch zugänglich. Sieh den Islam nicht als Organisation an sondern eine verbindung alleine zwischen Allah und dir.

Du kannst die Gesetze und die Mathematik nur verstehen wenn du zulässt wie Barmherzig du bist und welche Optionen du wählen würdest. Um die Mathematischen zusammenhänge zu entziffern solltest du dich erstmal mit der höchsten Mathematik,Physik, Chemie und Elektomagnetismus befassen. Es gibt ein schönes Zitat von Nikola Tesla mit den Zahlen 3,6,9. 

Nichts zu danken ;)

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Es gibt sehr sehr viele Bücher, wissenschaftliche Arbeiten, Dissertationen und Promotionen, Tafsir usw. usw. über den Qur'an. Leider nicht auf Deutsch, sondern auf Arabisch.

Vielleicht werden in Zukunft mehr dieser Werke ins Deutsche übersetzt.

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Erstens weil es die Reformation gab, zweitens weil die Bibel als historisches Dokument, von Menschen geschrieben gilt, zumindest den meisten Christen und drittens weil es das beides im Islam nicht gibt. Dort ist der Koran der Wortlaut Gottes und kann daher nicht anders als theologisch gelesen werden. Der Typ der die Bibel, uberings zu Darwins Zeiten, das erste mal unter historisch-literarischen Gesichtspunkten untersucht und dazu ein Buch veröffentlicht hat, wurde ordentlich angefeindet, aber nicht aufgehangen. Ist ein Vorteil wenn man die Theologie öffentlich diskutieren darf. Daher der Hinweis auf die Reformation. Welchen Vorteil das bietet sehen wir an der Überlegenheit des Westens.

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Kommentar von Askomat
17.07.2017, 08:27

*Kann nur im islamischen Raum theologisch gelesen, bzw. dazu veröffentlicht werden. Im Westen sieht das anders aus. Ich empfehle mal Dr. Bill Warner. Der ist Prof. für den politischen Islam an der North Carolina State University. Sehr lesens- und sehenswert.

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"Untersuchungen" zum Inhalt des Koran gibt es natürlich auch. Wie viele es im Vergleich zur Bibel sind, weiß ich nicht. Vermutlich aber deutlich weniger, da der Koran bei weitem nicht den historischen und religiösen Stellenwert in der Welt genießt, wie die Bibel.

Zudem verbietet die Lehre des Islam, den Hintergrund und damit auch jeglichen Zweifel am Inhalt des Koran zu hinterfragen, während die Bibel im Neuen Testament die Gläubigen sogar dazu auffordert "alles zu hinterfragen". 

Damit ist der Inhalt der Bibel nicht nur theologisch und historisch, sondern auch unter wissenschaftlichen Aspekten selbst von Glaubensgegnern erforscht worden, sondern auch von der gläubigen Anhängerschaft selbst. Gerade Letzteres ist aber in der islamischen Welt undenkbar, weil das bereits einen Verstoß gegen den Islam und die eigene Religionstreue darstellt.

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Das hat kulturgeschichtliche Gründe. Die Bibel hat die westliche Welt nachhaltig geprägt, während der Koran hier nie Fuß fassen konnte. Gleichzeitig gründet die wissenschaftliche Methodik im Wesentlichen auf westlich-europäischen Werten. Eine wissenschaftliche Betrachtung der Bibel hat sich allerdings erst in den letzten Jahrzehnten herauskristallisiert, bedeutende Autoren sind Karel Claeys, Paul Hengge und Aloys Hüttermann. Der historisch-kritische Ansatz des 18. und 19. Jahrhunderts ist keine Wissenschaft. 

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In Europa gab es eine Epoche der Aufklärung, in deren Folge sich das rationale wissenschaftliche Denken und Forschen sowie Ethik und
Humanität aus den Fesseln der organisierten Religion befreiten, die das
gesamte Geistesleben despotisch beherrschte. In der Folge der Aufklärung
enstand der säkulare Staat, also der Gedanke der heilsamen und
notwendigen Trennung von Staat und Kirche, wodurch es erst möglich
wurde, die Religion zu zivilisieren und ihr das Hexenbrennen und
Ketzerverfolgen zu verunmöglichen.

In der orientalischen, vom Islam als Staatsideologie beherrschten Welt, fand eine solche Aufklärung nicht statt. Der Koran wird von religiös nicht gebundenen Wissenschaftlern dieser Länder nicht erforscht, zumindest würden sie es nicht wagen, ihre Forschungen zu publizieren, angesichts der
Pogrombereitschaft der muslimischen Öffentlichkeit gegen Nichtgläubige.
Sogar textkritische Ansätze wie die der in Deutschland arbeitenden
Korankritiker (ideologisch und textkritisch) Hamed Abdel Samad, leben
unter ständigen Morddrohungen von Muslimen.



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Für gläubige Moslems gilt: "Alles Wissen ist bereits im Koran enthalten". Kommt es zu Unstimmigkeiten zwischen Wissenschaft und der Lehre des Korans, liegt automatisch die Wissenschaft falsch. Die Wissenschaft dient lediglich der Bestätigung des Korans, aber nicht um Wissen-zu-schaffen.

Nicht umsonst sind die Ausgaben der islamischen Länder in Forschung und Entwicklung äußerst gering. Man investiert dort lieber ins Militär.

Und was die "ungläubigen" westlichen Wissenschaft herausgefunden haben, interessiert nicht. Es sei denn, man profitiert irgendwie davon, dann kann Allah auch schon mal ein Auge zudrücken.   

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Im Internet findest Du eine unendliche Anzahl von Ergebnissen zur Koran-Forschung !

Bis dato ist noch nicht mal genau erforscht, welche Beziehung Jesus zu Maria Magdalena hatte, weil die historischen Quellen bei Aussagen darüber abbrechen. In Folge handelt es sich hierbei um Vermutungen, aber nicht um historisch belegte Forschungsergebnisse. Die Bibel ist ein solches Mammutwerk und beinhaltet 72 Bücher !

 

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Hallo lieber Ratsuchender oder auch Wissensdurstiger, 

ich beziehe mich mal nur konkret auf deine Frage: 

Es gibt wissenschaftliche Untersuchungen und ja auch diese wurden veröffentlicht. Es ist sogar vorgekommen das "nicht Muslimische" Wissenschaftler nach ihrer Studie und Forschung der Religion und des Schriftstückes, im Anschluss zum Islam konvertiert sind aufgrund ihrer Forschungsergebnisse. 

Goggle und forsche doch mal selbst genauer nach, anstatt die Meinungen der hiesigen nichts wissenden Comunity zu erfragen. Lg

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es gibt zu beiden Bühern umfangreiche Untersuchungen und auch jeweils ein ganzes WEissenschaftliches Fach- und Forschungsgebiet.

Beides wird in vielen Ländern sowohl aus religiöser, als auch aus historischer Sicht erforscht.

musste nur anders suchen.

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Kommentar von katzenjunge
17.07.2017, 10:15

dielesly: Die Bibel ist eine Schriftensammlung und enthält 66 Bücher 1189 Kapital, 31179 Verse und wurde in etwa von 40 Autoren geschrieben.

Bis dato ist noch nicht mal genau erforscht, welche Beziehung Jesus zu Maria Magdalena hatte, weil die historischen Quellen bei den Aussagen darüber plötzlich abbrechen. Dabei und etlichen anderen Geschehnissen in der Bibel handelt es sich um Vermutungen, aber nicht um historisch belegte Fakten.

Der Koran umfasst 114 Suren und 6236 Verse und im Gegensatz zu dem Mammutwerk der Bibel eine kleine Taschenbuchausgabe.

 

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... die lassen sich nicht untersuchen, weil sich von denen keiner daran hält.

 

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Sollen bei dieser Frage von Dir abermals nur Muslime antworten?

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Kommentar von Gilbschleuder
17.07.2017, 08:24

Zumindest auch. Ich kenne den Stand der Koranforschungen nicht gut. Man findet nicht so viel im Vergleich zur Bibel, daher die Frage.

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