Die Bedeutung der Mönchskutte

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Das Mittelalter ist etwa 1000 Jahre lang. Am Beginn der Entwicklung der Klöster war das, was wir heute als Habit oder Kutte kennen, gewöhnliche Alltagskleidung aller Leute, nämlich eine einfache Tunika. Braun war sie, weil sie aus ungefärbter Wolle war von den dunkleren Schafen. Die gebleichte Wolle war teurer und den Wohlhabenden vorbehalten, ebenso wie die gefärbte Wolle. Über die Tunika gelegt trug man eine Arbeitsschürze, das ist das Stück Stoff, was die Mönche der Benediktiner und ihrer Reformorden über der Tunika tragen. Das ganze wurde von einem Gürtel zusammengehalten. Dazu kam noch ein Mantel, den ebenfalls jedermann trug, ein zunächst viereckiges Stück Stoff, das man über der Schulter befestigte. Erst als sich die Mode der Weltleute weiterentwickelte, maß man der sich nicht mehr verändernden Kleidung der Mönche (und Nonnen) eine besondere geistliche Bedeutung bei. Die Tunika repräsentiert häufig den neuen Menschen, den der Mönch anzieht (man zieht Christus an, wie Paulus sagt), das Skapulier steht oft für das "Joch Christi", das nach Christi Worten leicht und sanft ist, und der Gürtel für die Waffenrüstung des Christen, beschrieben bei Paulus.

Der Habit wird heute aus traditionellen Gründen getragen. Er macht die Ordensmitglieder leicht zu erkennen und uniform, sorgt für eine gewisse Schlichtheit, schafft aber oft auch Barrieren und Vorurteile. Manche Gemeinschaften legen ihn ab zugunsten der einfachen Alltagskleidung - das war der Habit ja einst auch. Gruß, q.

Der Habit ist die Ordenstracht einer meist katholischen Ordensgemeinschaft. Aber auch Ordensgemeinschaften anderer Kirchen tragen einen Habit. Das Wort ist abgeleitet vom lateinischen „habitus“, was übersetzt „Haltung, Gestalt“ bedeutet. Der Habit hat sich aus der Arbeitskleidung der oberitalienischen Bevölkerung im 6. Jahrhundert entwickelt. Oftmals fälschlich als Kutte bezeichnet, gibt es den Habit in verschiedenen Formen und Farben.

Die praktische Bedeutung des Ordensgewandes innerhalb des Ordens liegt darin, dass das einheitliche Gewand die Gemeinschaft betont und die Individualität zurücknimmt. Der Habit ist äußeres Zeichen der Armut und des einfachen Lebens. Für die spirituelle Bedeutung des Habits ist die Nebenbedeutung von „habitus“ als „Gesinnung, Verhalten“ wichtig (vgl. (Gal 3,27 EU), (Röm 13,14 EU). Für den Träger dieser Kleidung bringt der Habit die innere Einstellung zum Ausdruck und verstärkt zugleich das Zugehörigkeitsgefühl zur Ordensgemeinschaft und die Bindung an die eigene Profess. Nach außen ist außerdem die Vorbildwirkung des Ordenskleides von Bedeutung, es hat zeichenhaften Charakter und ist zugleich ein Bekenntnis zum Glauben.

Manche Orden haben sich ganz für die Rückkehr zur zivilen Kleidung entschieden oder die Entscheidung darüber ihren Mitgliedern jeweils individuell überlassen (beispielsweise bei den Englischen Fräulein), um ihren Mitmenschen in der Alltagswelt näher zu sein. Dies kann bei bestimmten Berufsfeldern (z. B. in der Sozialarbeit oder in der Mission) den Kontakt zu den Menschen vereinfachen. In diesen Ordensgemeinschaften ist das Tragen einfacher, schmuckloser Kleidung in der Ordensregel festgelegt. Die Mitglieder tragen auch häufig als Zeichen ihrer Gemeinschaft ein Abzeichen.

http://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%B6nchskutte#Bedeutung

sehr schön abgeschrieben. DH

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