Die Angst vor nuklearen Katastrophen in Deutschland ist doch völlig unbegründet, oder?

9 Antworten

Risiko besteht aus Eintretenswahrscheinlichkeit und Schadensausmass.
Beides fliesst auch in die Risikowahrnehmung ein, und wird individuell anders gewichtet.

Nukleare Katastrophen gelten zwar immer noch als extrem unwahrscheinlich, aber sind eben erwiesenermassen katastrophal in ihrer Auswirkung, je bewohnter der Schadensplatz ist.

Die Angst ist also nicht unbegründet, wenn man die Wahrscheinlichkeit nicht als null annnehmen kann.

Übrigens:
Die Eintretenswahrscheinlichkeiten für GAUs wird ja mit so blödsinnigen Wahrscheinlichkeiten wie 1:10'000 oder 1:100'000 oer 1:1'000'000 angegeben.
Preisfrage:

  • Auf was bezieht sich das? 1 Schadensjahr auf 100'000 Betriebsjahre? Oder 1 Schadenssekund auf 100'000 Betriebssekunden?
  • Sind diese Wahrscheinlichkeiten mit den Reaktorkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima eigentlich gestiegen oder gesunken, nun wo schon so viele "fast unmögliche" Fälle eingetreten sind? Dürften nun die nächsten 300'000 Jahre keine mehr passieren, oder muss man die Berechnungsmodelle revidieren?

Nein, eine absolute Sicherheit gibt es nicht und auch für deutsche KKWs besteht selbst nach Angaben der Konstrukteure und Betreiber ein gewisses Risiko, dass ein GAU eintritt.

Es wird allerdings argumentiert, dieses Risiko sei so gering, dass man es in Kauf nehmen könne, denn es würde rein statistisch nur alle paar Tausend Jahre eintreten.

Die Erfahrung mit den diversen Unglücken lehrt aber nun, dass dieses Risiko offensichtlich weltweit von den Betreibern künstlich heruntergespielt wird und schon alleine deswegen höher liegt, weil immer wieder Fälle auftreten, die bei der Risikoabschätzung überhaupt nicht berücksichtigt wurden.

Das mit den Wahrscheinlichkeiten ist so eine Sache.

  1. muss man die Wahrscheinlichkeiten mit dem Schaden multiplizieren, der bei Eintritt des Ereignisses entsteht. Wenn der Schaden inakzeptabel ist, darf die Wahrscheinlichkeit nicht größer sein als null.
  2. sind die berechneten Wahrscheinlichkeiten kleiner als die gemessenen. Zwischen Chernobyl und Fukushima liegen nur ca 30 Jahre.

Übrigens beleuchtet die kürzliche Flüchtlingskrise die Bereitschaft für Katastrophen: wenn schon Hunderttausende mehr schlecht als recht unterzubringen waren, was passiert dann mit den Millionen, die nach einem nuklearen Unfall unterwegs sind?

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