Die aktive Sterbehilfe in Deutschland?

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8 Antworten

Ich könnte auch viel beruhigter Leben, wenn ich wüsste, dass ich am Ende nicht so leiden müsste und wüsste, dass ich ein Recht auf Erlösung hätte. Ich habe keine Angst vor dem Tod, aber vor dem Sterben schon. Und der Gedanke daran und dass man sich nicht selbst entscheiden darf, macht mir schon zu schaffen. 

Hallo,

Ich bin selber Krankenpfleger und stelle mir diese Frage auch oft. Eine Antwort kann aber nur die Politik geben. 

Jeder der einen schwerstkranken Menschen hat sterben sehen, weiß das es manchmal unschön  sein kann. Wenn man religiöse Aspekte weg lässt und sich auf ein ethisches Verständnis bezieht, muss die aktive Sterbehilfe kommen. Jeder sollte das Recht haben am Ende seines Lebens das Recht haben selbstbestimmt zu sterben.

Die passive Sterbehilfe die momentan herrscht, greift aber auch teilweise aktiv in den Sterbeprozess ein. Z.b durch die Gabe von Morphiumpraparaten welche auch atemdepressiv wirken wird oftmals der sterbeprozess verkürzt. Dies ist aber nicht immer der Fall.

Diese Debatte wird aber bald obsolet sein, da die Bevölkerung immer älter  wird und die Kosten für unsere Gesundheit explodieren werden. Auch dies ist bei der Debatte ein Punkt, der sicherlich nicht ganz passend erscheint, aber dazugehört.

Ich weis auch nicht wie das genau ist aber wenn du sehr schwer krank bist und nur noch mit maschinen leben kannst, kannst du vor deinem tod(und der krankheit) etwas unterschreiben das du möchtest wenn so eine situation eintritt das dann die maschinen ausgeschaltet werden. Sonst kann deine Familie auch diese entscheidung für dich treffen.

An diesem Thema siehst du, wie sehr unsere Politik vor religiösen Vorstellungen (hier katholischen) kuscht.

Ein anderes Beispiel ist die restriktive Formulierung des sog. Embryonenschutzgesetzes.

earnest 29.06.2017, 18:54

... und das Kuschen ins Sachen Beschneidung und Schächten.

"Die" Politik und das Bundesverfassungsgericht haben offenbar Angst vor religiösen Lobbygruppen.

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Menschen sind keine Hunde und auch keine Rehe.

Ob Heilung wirklich vollkommen ausgeschlossen ist, dass kann dir keiner sagen.

Die aktive Sterbehilfe ist verboten, weil niemand über das Leben eines anderen zu entscheiden hat.

850mg 29.06.2017, 17:40

Die aktive Sterbehilfe ist verboten, weil niemand über das Leben eines anderen zu entscheiden hat.

Der Patient will es ja selbst, dass entscheidet nur der Betroffene ob er es will.

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Realisti 29.06.2017, 17:43
@850mg

Was ist z. B. mit Depressiven? Viele Krankheiten haben als Nebenwirkung Depressionen. Das ist oft schwer zu trennen. Oder was ist mit Erbschleichern?

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Zumverzweifeln 29.06.2017, 17:44
@Realisti

Wenn ich sterben wollte, dann würde ich auf Essen und v.a.auf Trinken verzichten. Das ist eine sichere Maßnahme, bei der ich keinerlei Hilfe mehr benötigte.

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chrismaz 29.06.2017, 18:02
@Zumverzweifeln

Eine sichere Maßnahmen um auch relativ qualvoll zu sterben. 

Depressionen sind in der Regel heilbar. Wenn sie chronisch werden können die Betroffenen mit Medikamenten gut leben. Dies ist also nicht relevant.

Aktive Sterbehilfe gilt für Menschen bei der der Tod durch eine Krankheit unvermeidbar ist und unmittelbar bevorsteht. Z.b schwere Krebserkrankungen,MS,ALS etc.

Grenzwertig wird es bei dementiellen Entwicklungen bei älteren Menschen.

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Da hilft dir ein Blick in die Deutsche Geschichte.

Da im 3. Reich aktive Sterbehilfe übertrieben wurde, schaffte man danach extrem sensible Gesetze zu dem Thema.

Somit ist das ein ganz schweres Thema in Deutschland.

Google mal: " euthanasie im dritten reich"

HansH41 29.06.2017, 18:08

Der Blick in die deutsche Geschichte hilft einem schwerkranken, der sein Leben beenden will, überhaupt nicht.

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Realisti 29.06.2017, 18:11
@HansH41

Nein, das tut es nicht. Aber der Fragesteller versteht besser, warum unsere Gesetze so sind wie sie sind.

Ein Sterbewilliger sollte über einen Urlaub z. B.  in Holland oder in Österreich nachdenken.

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HansH41 29.06.2017, 21:20
@Realisti

Ich finde, die Politik sollte nach vorwärts schauen und nicht zurück. Aus dieser Vergangenheit kann man nichts lernen.

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Realisti 30.06.2017, 07:27
@HansH41

@HansH41

Aus dieser Vergangenheit kann man nichts lernen.

Diesem Satz widerspreche ich ganz energisch. Nur aus der Vergangenheit kann man lernen.

Alles ist schon mal da gewesen, nichts ist wirklich neu. Wenn die Leute mal öfters in der Geschichte nachgucken würden was schon so alles ausprobiert wurde, dann würden sie auch nicht immer wieder die gleichen Fehler machen.

Wenn man also in der Geschichte sieht wie viele Menschen unter dem Deckmantel der Barmherzigkeit und Sterbehilfe ermordet wurden oder Menschen sich Vermögen erschlichen haben, der versteht diese Haltung. Wer schon einmal gelitten hat, wegen dem  unnützen Tod eines überall geliebten Menschen (falsche Diagnose, Depressionen, geistige Behinderung...) der versteht das Gesetz. Nicht jeder Sterbehelfer ist ein barmherziger Mensch. Die Sterbehilfe haben bereits Geschäftemacher für sich entdeckt.

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.....übrigens: ein Reh wird nicht tot geschlagen, sondern man benachrichtigt die Polizei oder den Förster. Dann wird es erschossen, wenn man nicht mehr helfen kann.

Und ich bin gegen aktive Sterbehilfe!!

850mg 29.06.2017, 23:44

"ein Reh wird nicht tot geschlagen, sondern man benachrichtigt die Polizei oder den Förster. Dann wird es erschossen, wenn man nicht mehr helfen kann."

Ich denke, man weiß worauf ich letztendlich hinaus wollte... Fakt ist, man tötet es, um es zu erlösen.

Und ich bin gegen aktive Sterbehilfe!!

Und warum? Was, wenn du mal tödlich erkrankst z.B an Mukoviszidose und dir der Erstickungstod bevor steht oder du immer und immer weniger atmen kannst ? Würdest du dann nicht wollen, dass man es beendet? Oder eine andere schlimme Krankheit deren Ausgang richtig widerlich für dich werden könnte? Du würdest also lieber weiter leiden anstatt es zu beenden, worauf es so oder so hinaus laufen würde? Ich wills nur verstehen warum jemand dagegen ist?

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studiogirl 30.06.2017, 10:21
@850mg

 Ich wills nur verstehen warum jemand dagegen ist?

Das Leben wurde mir von Gott geschenkt und nicht ich bestimme, wann es zu Ende ist.

dir der Erstickungstod bevor steht oder du immer und immer weniger atmen kannst ? 

Das hatte ich schon durch Asthmaanfällen und einem anaphylaktischem Schock........

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Wahrscheinlich um kriminelle Energien damit zu vermeiden.

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