Die AfD wird immer stärker, was sind die Gründe dafür?

21 Antworten

Hi.

Das wird unterschiedliche Gründe haben. Die Anderen haben schon viele Gute aufgeführt, mich fallen noch folgende Mögliche ein:

  • seit Fukoshima habe ich den Eindruck, dass die CDU unter Merkel grüner als die Grünen und roter als die SPD werden will. Konservative Leute fühlen sich jetzt von der CDU nicht mehr voll repräsentiert (gönn Dir dazu mal ein Wahlprogramm der Schwarzen aus den frühen '90gern und von jetzt). Die Einen kuschen und sind wenn dann im Privaten "politisch inkorrekt", die Anderen wählen dann ne rechte Partei. Nicht unbedingt, weil sie so hart rechts sind, sondern denke ich eher, dass noch ne Stimme von rechts kommt, die gar nicht sooo laut sein soll. Und NPD & Co kann man ja schlicht nicht wählen.
  • ich glaube viele Leute halten die etablierten Parteien für Heuchler, die eigentlich nur ihre Pfründe sichern wollen und sich von den momentanen Paradigmen (politische Korrektheit, Gender, antidiskriminatorische Gesellschaft, bedenkenlose US-gesteuerte EU-Osterweiterung ...) leiten lassen. Nicht so wie z.B. Helmut Schmidt, bevor es zu Ende ging. Und glauben der AfD zwar nicht unbedingt, dass sie anders sind, aber wollen es halt probieren, weil sie mit dem Status Quo der quasi-Dauergroko, egal, wer gerade am Ruder ist schlicht unzufrieden sind.
  • n interessanter Beitrag in Bayern2 hat mal die These geäußert, dass die etablierten ehemaligen "Volks"parteien die Bodenhaftung verloren und zu Bürgerparteien geworden sind. Wenn ich mir mal die Milieus anschaue, die sie mit ihrer Werbung erreichen wollen (vgl. Sinus-Milieus), dann finde ich haben die gar nicht so unrecht. Und der Schluss des Beitrages war jetzt, dass die ehemaligen Volksparteien CDU und SPD abgelöst werden (oder bereits abgelöst geworden sind) durch die "neuen Volksparteien" AfD und Linke. Wenn ich an die letzte Wahl denke, dann waren das auch die mit den am Meisten populistischen Plakaten. Gerade die Linken haben mich da echt geschockt.
  • Ich hab mich selber mal erwischt, wie ich die Rede von so nem AfDler wahnsinnig gut fand. Im Prinzip hat der nur über Gender gelästert (ja, ich halte das für Unfug) und sonst nix, aber es hat halt echt gut getan, dass da jemand mal nicht auf der Welle, oder wie Konfuzius sagt wie der tote Fisch im Strom mitschwimmt. Als dann das Hirn anging und ich das erkannt habe, war die Rede auf einmal nicht mehr so toll, aber vll fährt das nicht bei Jedem hoch.

Die AfD wird von vielen Protestwählern gewählt, die eigentlich nicht hinter der AfD stehen aber Veränderungen in der Ausländerpolitik wollen. Die Bundeskanzlerin sagte nach der letzten Wahl, dass sie alles Unternehmen will, um diese Stimmen wieder von der AfD zurückzugewinnen. Ich sehe jedoch nicht, dass sie in dieser Hinsicht bis jetzt etwas getan hat.

LG Lazarius

Die Gründe hierfür sind komplex und mannigfaltig, weswegen es schwierig ist, die Sachlage in der gebotenen Kürze darzustellen.

Generell ist in Europa (nicht nur in der EU) eine Tendenz hin zum Konservativismus und zum Nationalismus erkennbar, wovon auch Deutschland nicht ausgenommen ist.

Jene Tendenz wurde unter anderem durch die seit 2015 anhaltende starke Migration nach Europa begünstigt, da einige Menschen in Europa (hierbei sind regionale Unterschiede zu beachten) das Gefühl erhalten haben, in Sachen Migration nicht mitentscheiden zu können und diese hinnehmen zu müssen. Die mangelnde Organisation der Integraton der im Sommer 2015 eingewanderten Menschen sowie durch Migranten begangene Straftaten verstärken folglich die Ablehnung der Migrationspolitik.

Rechte Parteien, welche ein Ende der Migration in ihren bisherigen Ausmaßen fordern erhalten in Folge dessen immer stärkere Zustimmung. Dies ist auch deswegen der Fall, da Menschen, welche früher nicht am demokratischen Prozess teilgenommen hatten, nun ihre Stimme jenen Parteien gegeben haben.

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