Die 10 ältesten gegründeten Völker/Gruppen der Welt?

9 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Deine Überlegung ist ein Gedankenmodell, das so nicht funktionieren kann, weil es an der Realität vorbeigeht.

Ich stelle mein Gedankengebäude vor - das sicher auch nicht perfekt ist:

  • Vor 50.000 Jahren lebte der Neandertaler in Europa
  • Vor ~40.000 Jahren wanderte der Moderne Mensch nach Europa ein und hat sich mit dem Neandertaler gemischt. Wir haben heute ~2,7 % Neandertaler DNA in unserem Genom
  • Vor ~15.000 Jahren lebten jene Europäer an der Mittelmeerküste, welche die Eiszeit in diesen Refugien überstanden haben.
  • Vor ~12.000 Jahren wanderten Menschen aus Südasien in Europa ein. Sie hatten schwarze Haare und eine braune Hautfarbe (wie in Südindien).
  • Vor ~8.000 Jahren wanderten die Frühen Europäischen Ackerbauern aus Anatolien in die südlichen Länder Europas ein.
  • Alle diese oben erwähnten Bevölkerungsgruppen haben sich untereinander vermischt.
  • Vor 5.000 bis 4.000 Jahren sind die Indoeuropäer von Russland und vom Balkan kommend in Mitteleuropa eingefallen.

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  • Zur gleichen Zeit gab es in Norddeutschland und im südlichen Skandinavien die Ertebølle-Kultur. Das war die Keimzelle der Germanischen Völker. Das waren Mesolithiker (Nachkommen der Jäger und Sammler), vermischt mit den Neolithikern (Frühe Europäische Ackerbauern). Sie haben große Steinmale errichtet.
  • Es sind die Männer der Schnurkeramik-Kultur in das oben erwähnte Gebiet eingefallen (bis ungefähr zur Elbe)
  • Es sind die Indoeuropäer (Yamnaya-Kultur) vom Donauraum über Westdeutschland bis zum Rhein und weiter bis zur Nordsee in dieses Gebiet eingefallen.
  • Diese 3 Bevölkerungsgruppen haben sich vermischt. Das Ergebnis waren dann die Proto-Germanen. Das war keine friedliche Einwanderung, das war eine Räuberbande, die da eingewandert ist. Die Männer wurden erschlagen, die Frauen vergewaltigt und "zwangsverheiratet". So ungefähr ist das abgelaufen.

(das ist alles ohne Beleg!)

Vielen Dank für den Einblick in deinem interessanten Gedankenmodell :D Haben „nur wir“ Europäer das Neandertaler Gen oder auch unser Nachbarkontinent Asien? Also die heute lebenden Menschen in Asien?

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@JayUnikat

Bei den Asiaten bin ich mir nicht so sicher, ich habe dazu keine Informationen. Aber die Afrikaner südlich der Sahara haben so gut wie keine Neandertaler DNA.

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@JayUnikat

Es gab im südlichen Sibirien einige Neandertaler und mehr Denisova-Menschen, aus dem Hochland von Tibet kommend. Die heutigen Ostasiaten haben etwas DNA von diesen Menschen der Altsteinzeit.

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@decordoba

Wissen Sie wie lange die Neandertaler schon ausgestorben sind?

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@JayUnikat

Vor 30.000 Jahren waren die Neandertaler schon ausgestorben.

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@decordoba

Also können theoretisch auch die heutigen Asiaten alle die Neandertaler Genen weil die Menschen andauernd unterwegs waren und die Welt erforscht haben zwecks der Ressourcen Ausspähung und ihre Wanderungen als Nomaden. Galten die Völkerwanderungen als Nomaden Aufmarsch?

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@JayUnikat

Es gab immer Migration, und es war für die Bewohner im Zielland nicht lustig, wenn die Horde eingefallen ist. Von den Ostasiaten weiß ich nur, dass sie während der letzten Eiszeit (20.000 bis 12.000 bp) von Europa über Sibirien abgeschnitten waren. So haben sie sich völlig eigenständig entwickelt.

Die Indoeuropäer sind besonders weit herumgewandert. Sogar in Afrika gibt es in Kamerun eine Ansammlung von Y-DNA R1b1

https://cache.eupedia.com/images/content/Haplogroup_R1b_World.png

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@decordoba

Es waren damals nur eine Handvoll Gruppen,Hordenmitglieder also wie könnte es auf so einer großen Fläche indem wir leben seinerzeit Probleme gegeben haben? Wie konnten sie sich überhaupt treffen. Heute würde ich es definitiv verstehen wir sind 8 Milliarden Menschen aber damals?

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@JayUnikat

Es ging in der Steinzeit um das beste Land in den Niederungen entlang der Flüsse. Dort sind die Einwanderer eingefallen und dort sind sie auf die "Besitzer" dieses guten Landes getroffen. Manche sind auch in den Wald geflüchtet und haben dort neue Siedlungen gegründet.

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Das "einheitliche deutsche Volk" gibt es erst seit Anfang des 19. Jahrhunderts, der Terminus "deutsch", für Menschen deutscher Muttersprache besteht aber schon länger.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche

Die Germanen waren verschiede Volksstämme und danach gab es lange noch Preußen, Sachsen, Franken usw.

Sehr interessant ist auch die Doku Reihe "Die Geschichte der Deutschen" bzw. "Die Deutschen". Gibt es auf youtube.

Danke :)

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Deutsch und deutschsprachig wird oft unklar verwendet.

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Das macht umgekehrt viel mehr Sinn: die Germanen spalteten sich in drei sprachliche Gruppen auf: Westgermanen, Ostgermanen und Nordgermanen. Es bildeten sich weitere kleinere Untergruppen. Etliche Stammesnamen sind heute bekannt (meist aus römischen Aufzeichnungen).

In der ursprünglichen westgermanischen Gruppierung gab es zunächst noch keine Aufteilung, die wir heute unter den Begriffen "Friesen", "Engländer", "Niederländer" und "Deutsche" kennen. Diese Sprachen bildeten sich nach und nach heraus, genauer gesagt bildeten sich zahlreiche Dialekte, die mal mehr mal weniger zusammenhingen.

Die angelsächsische Sprache bildete sich nach der Überfahrt von Angeln, Sachsen und Jüten nach England aus verschiedenen westgermanischen Dialekten. Aus ihr wurde später "Englisch" (was gerade im Norden auch wikingerzeitliche Einflüsse erhielt).

"Bei uns" gab es verschiedene westgermanische Formen, u.a. Fränkisch (Niederländisch ist eine Abspaltung des Niederfränkischen), Altsächsisch, Alemannisch, Altbairisch und andere. Eine deutsche Hochsprache bildete sich später. Die friesische Sprache war mal weit verbreitet (heute gibt es nur noch Restgebiete).

Die Ostgermanen waren in der Völkerwanderung wichtige Protagonisten, vor allem die Goten, die Vandalen und die Burgunder. Ostgermanische Sprachen starben allerdings aus. Ostgermanen kamen bis nach Portugal und Spanien. Ursprünglich waren sie im südlichen Ostseeraum verbreitet.

Die Nordgermanen orientierten sich nach Dänemark und nach Schweden/Norwegen. Später wurden die Färöer und auch Island von dort besiedelt. Island hatte (indirekt) auch keltische Einflüsse (Irland/Schottland).

Gerade in West- und Süddeutschland (auch in Hessen) gab es zahlreiche Kelten. Diese spielten neben den Römern auch eine wichtige Rolle bei der Ethnogenese der Deutschen. Viele Ortsnamen sind keltischen Ursprungs. Natürlich auch lateinischen Ursprungs (manchmal eine Mixtur aus beiden). 

In den östlichen Gebieten (Ostpreußen gehörte ja auch mal zu Deutschland) gab es auch baltische und slawische Einflüsse. Aber auch das Ruhrgebiet wurde von sog. Ruhrpolen in Bezug auf Arbeitskräfte verstärkt.

Danke für die ausführliche Antwort.

Glaubst Du, dass die deutschen genetisch reinrassige Germanen zu sein.

Oder sind die deutsche wie alle Völker Europas spätestens seit der Völkerwanderung ein Mischvolk, verschiedernster germanischer, romanischer, slawischer und keltischer Vorfahren aus hunderten von Einzelstämmen?

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@PatrickLassan

Bist reinrassiger Deutscher. Deutsches Blut hast Du mittlerweile.

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@JayUnikat

Es gibt keinen reirassigen Deutschen. Offensichtlich bist du nicht fähig, Texte zu verstehen.

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Das "einheitliche deutsche Volk" gibt es seit 1871 mit der Gründung des Kaiserreiches.

https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Reichsgr%C3%BCndung

Vorher gab es nur einen lockeren Verbund von Kleinstaaten. Wir hier in Baden waren vorher Untertanen eines Großherzogs, die Bayern hatten einen König und die Hessen hatten in Darmstadt ihren Herzog. Das einzige Verbindende war die Sprache.

Wenn du nach alten Völkern suchst: Ägypter, Sumerer, Assyrer, Hethither,

Die deutsche Sprache gibt es seit ca. 1300 Jahren, echt lange.

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@JayUnikat

Die war auch damals anders als heute. Damals hat jeder gesprochen wie er wollte und auch so geschrieben, der Grund, weshalb es heute Dialekte gibt.

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@JayUnikat

Ja, zumindest die Vorläuferformen davon. Sprache verändert sich stetig. Alt- und Mittelhochdeutsch unterscheidet sich schon deutlich von der heutigen Sprache. Vorher wurden verschiedene germanische und keltische Stammessprachen gesprochen aus denen sich Althochdeutsch entwickelte. Aber da dies mündliche Kulturen waren gibt es nur sehr wenig erhaltene Sprachdokumente.

Aber es gibt deutlich ältere Sprachen: Latein, Griechisch, Althebräisch, Arabisch beispielsweise.

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Das deutsche Kaiserreich war das erste einheitliche deutsche Volk. Uns gibt es also noch gar nicht so lange, wie etwa die Römer (Italiener) oder die Griechen Wobei man sagen muss, dass Griechenland früher aus Stadtstaaten bestand, die sich auch gegenseitig nicht wirklich vertrugen, ein Griechenland war es aber trotzdem. Vorher gab es eben nur vereinzelte germanische Stämme, bis irgendwann das heilige römische Reich deutscher Nation gegründet wurde und dann eben das deutsche Kaiserreich. Die Maya und die Azteken sollten zu den ältesten gehören, die man wirklich als Volk und nicht einfach nur als einen Stamm bezeichnen kann.

Die heutigen Bundesländer waren damals auch vereinzelte Stämme und dann zu Stadtstaaten übergangen oder?

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@JayUnikat

Die Bundesländer wurden erst nach dem zweiten Weltkrieg gegründet. Ein Stadtstaat ist sowas wie damals Sparta oder Athen gewesen.

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@Maggomarco

teiweise neu gegründet, bzw. neu zugeschnitten, wie Bayern, das 1946 nur seinen 8. Regierungsbezirk (die Rheinpfalz) verlor.

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@Maggomarco
Die Bundesländer wurden erst nach dem zweiten Weltkrieg gegründet.

Bundesländer gab es schon im Kaiserreich und in der Weimarer Republik, auch wenn sie nicht als solche bezeichnet wurden. Nach dem 2. WK kam es zu Neuordnungen bzw. zu Zusammenschlüssen.

Unter den 16 Bundesländern gibt es übrigens drei Stadtstaaten: Berlin, Bremen, Hamburg.

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@Maggomarco

Artikel 1 der Verfassung des Deutschen Reichs:

Das Bundesgebiet besteht aus den Staaten Preußen mit Lauenburg, Bayern, Sachsen, Württemberg, Baden, Hessen, Mecklenburg-Schwerin, Sachsen-Weimar, Mecklenburg-Strelitz, Oldenburg, Braunschweig, Sachsen-Meiningen, Sachsen-Altenburg, Sachsen-Koburg-Gotha, Anhalt, Schwarzburg-Rudolstadt, Schwarzburg-Sondershausen, Waldeck, Reuß älterer Linie, Reuß jüngerer Linie, Schaumburg-Lippe, Lippe, Lübeck, Bremen und Hamburg.

http://www.verfassungen.de/de67-18/verfassung71-i.htm

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