Diabetes Täglich selbst testen?

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5 Antworten

hallo Iris,

am Anfang steht man etwas hilflos da....aber alles wird sich regeln. Ich nehme an es handelt sich bei Dir um den Typ 2. Wenn dies so ist hast Du sehr viel allein in der Hand. Der Arzt wird Dir medikamentös weiterhelfen und Dich einstellen. Dir sollte jedoch bewußt sein das die ersten Monate der Erkrankung maßgebend für den Weiterverlauf sind. Es gibt so grob 2 Gruppen der neu erkrankten. Die eine Gruppe läßt sich einstellen vom Arzt, geht regelmäßig zur Prüfung der Werte dort hin und lebt "ähnlich" weiter. Die andere Gruppe wird aktiv und versucht nötige Medikamente zu minimieren oder sogar ganz Medikamentenfrei zu leben. Ich schreib Dir das deswegen weil es dann auch große Unterschiede im Messverhalten gibt. Die erste Gruppe misst "vorschriftsmäßig" also erstellt ein Profil, meistens vor dem Essen, 1/2-2 h nach dem Essen, nach dem Aufstehen, vor dem schlafengehen. Dies relativiert sich dann irgendwann und Messungen werden seltener. Die 2. Gruppe kontrolliert am Anfang vor und nach jeglicher Aktivität. Nur so ist es möglich die Reaktionen Deines Stoffwechsels unter die Lupe zu nehmen und Dein Leben danach auszurichten. Hierbei wird das Essen umgestellt meistens angefangen mit Bewegungsaktivitäten usw. Hier ist es wichtig die richtige Dosis zu finden und innerhalb weniger Monate ist es möglich, abhängig von der Schwere der Störung sich richtig einzustellen. Dies kann kein Arzt und niemand....aber nicht weil die das nicht können. Nein....dies wäre die erste Zeit ein Volltimejob. Und nur Du kannst das übernehmen. Erfolgreiche Betroffene haben anfänglich bis zu 20X gemessen und am Ende 1-3 X am Tag. Wichtig zu wissen ist noch.........kläre mit Deiner Krankenkasse ab in wie weit die Kosten für Messtreifen übernommen werden. 50 Stck kosten zwichen 18-40 EUR. Die führenden Anbieter liegen so bei 25-35 EUR. Das kann also teuer werden. Ein Tip dazu. Mache einen Termin mit der Krankenkasse und lege denen einen Plan vor wie Du versuchst mit Bewegung und Essenumstellung Deine Werte in Griff bekommen möchtest. Da hier eine stetige Messung am Anfang unabdingbar ist, kann man hier oft eine individuelle Vereinbarung treffen. Statistisch gesehen bekommen sehr viele Betroffene durch regelmäßige Messungen und deren abgeleitete Handlungen ihre Werte besser in Griff. Persönlich kenne ich Fälle die durch eigene Aktivitäten, wozu auch ein sinnvoll angelegtes Messverhalten gehört komplett Insulin und Medikamentenfrei leben können.

Ich wünsche Dir alles alles Gute. Sei Dir bewußt das nur Du richtig effizient diese Geschichte positiv beeinflussen kannst.

Bye

IrisM 16.03.2012, 16:31

vielen Dank..... ich habe angst vor dem Testen denn ich habe Panik vor Nadeln. Gibt es eine möglichkeit das testen zu umgehen ?

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abetik 16.03.2012, 18:57
@IrisM

...naja...momentan ist für den Hausgebrauch und eine annähernd gute Messung das Stechen nötig. Harntests geben keine Auskunft über die Werte. Für das Labor beim Arzt muss auch Blut entnommen werden. Es wird zwar an anderen Verfahren wie Messung über Tränenflüssigkeit gearbeitet, jedoch sind die noch nicht marktreif. Dies ist leider ein gängiges Problem. Jedoch solltest Du Dich damit irgendwie vertraut machen. Ich muss jedoch sagen das es nach meiner Meinung nach gute Stechhilfen gibt, die richtig angewendet ein wirklich wenig merkliches pieksen erzeugt. Es gibt da ein paar Modelle die da richtig gut sind.

Aber wenn Du die Krankheit Diabetes wirklich Ernst nimmst und die Chance nutzen willst hier dagegen zu wirken ist das Messen unabdingbar. Wenn dies in Richtung Phobie o.ä. geht solltest Du Dir bei einem Psychologen Hilfe suchen um die Angst davor zu überwinden. Jedoch sollte es den meisten gelingen mit dem Bewußtsein welches Diabetes mit sich bringt, solche Ängste zu bekämpfen. Man gewöhnt sich wirklich schnell daran. Bei richtiger Anwendung sollten auch kaum Komplikationen entstehen.

Sehe es mal so...... Du bekommst Tabletten...dies ist mehr oder weniger ein Warnschuss...eine Gelbe Karte aber auch eine super Chance. Wenn Du nicht anfängst dagegen zu intervenieren, wozu das regelmäßige Messen gehört, könnte das ganze sich auch in Richtung Insulinspritzen gehen. Das heißt du verpasst Dir dann selbst regelmäßig Injektionen. Glaub mir das dies wesentlich heftiger ist und hier reden wir nicht von "pieksen" sondern von Injektionen auch wenn hier die Nadeln schon sehr dünn geworden sind.

Ganz fest drücke ich Dir die Daumen.....Bye

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IrisM 01.05.2012, 12:25
@abetik

Deine Ratschläge sind echt klasse. Leider fühle ich mich mit meiner Diabetes allein gelassen.

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abetik 01.05.2012, 13:00
@IrisM

......leider ist dies so und da stehst Du nicht allein. (wortwörtlich). Es gibt bei Diabetes die Akzeptanz oder die Selbstinitiative.

Aber eins ist wichtig zu verstehen. Diabetes ist eine Chance. Viele Betroffene haben in dem Moment verstanden das Leben neu zu ordnen, "gesünder" zu leben und zu begreifen das man nur selbst für sich was tun kann.

Ein Arzt kann Dir nur die Richtung weisen ( wenn er gut ist ), alles andere hängt von Deiner eigenen Initiative ab. Beim Typ2 ist es möglich (nicht bei allen) sich auf ein Minimum medikamentös herunterzufahren. Experten gehen von einer Zahl von 60% der Betroffenen aus die diesbezüglich handeln könnten. Leider steht hier die Pharmalobby dagegen, weil alles behandelbar und herunter zuspritzen geht. Und es gibt in unserem Land wenig Interesse dies zu ändern. Leider...........

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Also ich kenn' mich zwar eigentlich eher mit Insulin aus aber ich denke dass du besonders am Anfang mindestens 4mal am Tag deinen Blutzucker testen lassen musst. Aber das ist ja überhaupt nicht schlimm. (:

Am Anfang testet man täglich, um eine Blutzuckerprofil zu bekommen auch schon mal bis zu 5 mal täglich. Wenn Du dann gut eingestellt bis und weisst wie sich Essen und Sport auf Deinen Zuckerspiegel auswirken musst Du nicht mehr so oft testen (wenn Du nur mit Tabltten behandelt wirs, anders ist es wenn Du Insulin spritzt). Der Hba1c Wert sollte alle drei monate beim Arzt bestimmt werden, der sagt ob Deine Werte grundsätzlich in Ornung sind.

Wir hatten im Hort mal einen Jungen mit Diabetes. Der hat das jeden Tag mehrmals getestet. Und danach wurde dann ausgerechnet, was und wieviel er essen kann, und wieviel Insulin er spritzen muss. Dabei haben ihm die Erzieher geholfen.

Nein, das musst Du nicht. Ist nur bei Insulinpflichtigen Diabetikern nötig.

Orel1982 18.03.2012, 04:35

Natuerlich! Absoluter Bloedsinn auch Typ2 Diabetiker unter Metformin muessen taeglich (Mehrmals) messen, gerade anfangs!

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