Deutschland zur Zeit des zweiten Weltkrieges: Rückzugskämpfe

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6 Antworten

Ich war Soldat im 2.Weltkrieg. Habe die Rückzugskämpfe in der Ukraine erlebt. Da hat niemand daran gedacht, aufzugeben und in russische Gefangenschaft zu gehen. Niemand wusste genau, was uns dort erwartete. Zudem ließ uns die Propaganda auf die Wunderwaffen hoffen. Schließlich waren wir Soldaten Befehlsempfänger, die das zu tun hatten, was uns befohlen wurde.

Ich war auch in der Normandie und habe die Rückzugsgefechte mitgemacht, bis ich in Gefangenschaft kam. Als Befehlsempfänger macht man sich wenig Gedanken und kämpf bis zur letzten Patrone.

Heute sehe ich die damalige Zeit anders. Heute frage ich mich, warum die Generäle dem Irrsinn nicht durch einen Putsch beendet haben. Sie wären nach meiner Meinung die einzigen gewesen, die dazu die Macht hatten. Staufenberg mit seiner Handvoll Männer war alleine machtlos.

Deshalb ist deine Frage für mich interessant. Sie wäre eine Diskussion wert.

Gutes Statement.

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Hallo, es kommt drauf an wie lange und wie weit die Rückzugskämpfe gingen. Oft versuchte man neue Frontlinien wieder aufzubauen, in dem man sich gesammelt zu einer Front zurückzog. Ebenfalls versuchte man auch durch Rückzugskämpfe wertvolle Zeit zu schinden, wie beispielsweise vor der Ardennenoffensive. Bis die Alliierten auf breiter Linie vorgestoßen waren, verging es an Zeit. In dieser Zeit konnte man neue Divisionen und neues Material bereitstellen und so beispielsweise die Ardennenoffensive vorbereiten. Wenn diese Rückzüge ohne Kämpfe von statten gegangen wären, so wäre der Krieg wohl auch schneller vorbeigewesen. So waren die Deutschen Tief in Russland hineingestoßen während des Russlandfeldzuges, da die Russen einkassiert wurden oder schnell und kampflos den Rückzug antraten bis vor Moskau, wo wiederum eine neue Hauptkampflinie errichtet werden konnte. Nach Einmarsch der Alliierten ins deutsche Reich im Westen gab man nicht kampflos auf, es ging schließlich darum die Ehre, Treue und auch das Vaterland zu verteidigen. Daher kam es zunächst bis zum Rhein oft zu Rückzugskämpfe, wie auch im Osten bis Berlin/Oder. Danach hieß es nur noch rette sich wer kann und es wurde nur noch einen schnellen Rückmarsch vollzogen ohne schwere Kämpfe.

Die Rückzugskämpfe, bis zur Vernichtung, waren dadurch geschuldet, dass der GröFaZ (größter Feldherr aller Zeiten) jede Art von Waffenstillstandsverhandlungen, Kapitulation usw. ablehnte.

Es gab ja Militätführer die das vorgeschlagen hatten.

Allerdings waren nach der Konferenz von Casablance auch die Alliierten nicht mehr bereit einen Frieden zu schließen, weil abzusehen war, dass sie auf der ganzen Linie siegen würden .

Also war die Alternative eben nur, Kapitulation, obwohl die Fronten noch ausserhalb Deutschland waren (also man noch Eroberungen hatte) was die Führung ablehnte, oder eben zurückziehen, bis man in Deutschland aufgerieben wurde während man die ganze Zeit hoffte, die Wunderwaffen, bzw. die V-Waffen (V1 udn V2) die Wende bringen sollten.

Deine Frage solltest Du vielleicht doch anders stellen - Krieg ist immer sinnlos! Im Grunde befand sich die Deutsche Wehrmacht bereits seit 1942, seit Stalingrad im "Rückzugskampf" - ab der Schlacht um Stalingrad mußte nach Auffassung der Militärhistoriker (zu denen PEGIDA, NPD, Der Dritte Weg und wie die Irren alle heißen mögen, nicht zählen) der Krieg als verloren gelten. Nachdem Deutschland der Welt diesen Krieg aufgezwungen hatte, mußten ihn die Alliierten auch bis zum bitteren Ende führen. Schließlich galt es besetzte Länder und die KZs zu befreien. Sinnlos und unmenschlich aber waren die Bombenangriffe der Alliierten auf die Zivilbevölkerung. Roosevelt und Churchill gingen fälschlicherweise davon aus, daß diese Bomben die Zivilbevölkerung mürbe machen und sie sich deshalb vom Hitlerfaschismus befreien würden. Das Gegenteil war der Fall! Die Zivilbevölkerung wurde immer wütender über die Bombenangriffe und scharte sich erst recht hinter Hitler & Göbbels (: Wollt Ihr den totalen Krieg?). Der Hitlerfaschismus wurde uns Deutschen auch nicht übergestülpt, sondern er wurde von der überwiegenden Mehrheit des Volks getragen. Die NSDAP wurde bei den letzten wirklich freien Wahlen im Jahre 1932 stärkste Partei im Reichstag.

Wenn man weiß: ein Krieg ist verloren. Und das muss auch Hitler spätestens ab 1943 gewusst haben. Dann sollte eine verantwortungsvolle politische Führung aufgeben. Um weitere Opfer zu vermeiden. Aber wo hat man in einer Diktator jemals eine verantwortliche politische Führung gesehen? Diese Verbrecher wollen ihre eigene Haut retten. Egal, wie viele dabei drauf gehen: Soldaten und Zivilisten. Sinn machen solche Gefechte nicht. Das Wort "Rückzug" verharmlost den Sachverhalt. Als hätte man das wohl dosiert und gesteuert. In Wirklich wurden die deutschen Armeen getrieben wie die Hunde.

Gegenfrage: was wäre deiner Meinung nach die Alternative gewesen?

Fragen beantwortet man nicht mit Fragen. Wenn ich eine alternative wüsste, hätte ich nicht nach dem Sinn gefragt;)

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@Imawarriordemi

Du, ansonsten bleibt alles nur abstrakt und daher dann nicht greifbar. Manchmal macht es daher Sinn eine Frage mit einer Gegenfrage zui beantworten, um so die Frage des Fragestellers einzugrenzen. Ist das nicht möglich, bleibt nur noch ein Achselzucken.

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