Deutschland hatte doch Schuld am Ersten Weltkrieg?

15 Antworten

Ja, Deutscnland war Schuld am Ersten Weltkrieg, insbesondere die mangelnde Diplomatie von Wilhelm II, seine Flotten- und Kolonialpolitik und dessen Militarismus haben die Kriegsgefahr erhöht.

Aber Russland hat aufgrund innenpolitischer Probleme eine sehr agressive Balkanpolitik betrieben und traf dort als Verbündeter Serbiens auf die Gebietsansprüche Österreich-Ungarns, die auch nicht zurückstehen wollen.

Frankreich sann nach dem Krieg von 1870/71 Deutschland gegenüber auf Rache und schmiedete Bündnisse gegen Deutschland - das sich Großbritannien als Verbündeten aufgrund der kaiserlichen Flottenpolitik abspenstig gemacht hat.

Das Osmanische Reich zerfiel gegen Ende des 19. Jahrhunderts, vor allem europäische Teile (Albanien, Mazedonien, Griechenland und Bulgarien) gingen aufgrund einer panslawischen Politik Russlands verlustig, sodass Deutschland als Verbündeter in Frage kam und damit die Russen gegen sich aufbrachte.

Ähnlich wie heute beim Brexit oder beim Referendum in Katalonien gab es auch in den Verhältnissen zwischen Serbien, Russland, Österreich-Ungarn und des Osmanischen Reichs Politiker, die rechthaberisch waren und in der Eskalation eine Option sahen - beim Ersten Weltkrieg mit tödlichen Folgen, beim Brexit oder Katalonien mit wirtschaftlichen Einbrüchen.

Als Verlierer des Krieges - Russland war von Deutschland schon besiegt worden und von den Deutschen entsprechend behandelt worden - wiesen die Siegermächte Deutschland die slleinige Schuld zu, unter Ausblendung der eigenen Verantwortung. Diese wird aktuell stärker in den Blick genommen, das ändert aber nichts an der tatsächlichen Verantwortung der Deutschen.

Deutschland träg nicht die alleinige, aber wohl die größte Schuld dafür, dass der  als kleine Antiterror-Polizeiaktion am Balkan gedachte Krieg Österreich-Ungarn gegen Serbien sich zu einem Weltkrieg ausweitete. Der Einmarsch in Belgien war ja geradezu eine Einladung an die Engländer, sich an diesem Krieg zu beteiligen, was den Engländern sehr gelegen kam. Die Bedeutung der Bündnisse bei dieser Ausweitung zum Weltkrieg wird heute maßlos überschätzt. Bündnisse hat man damals nach Belieben geschlossen und dann doch die Seiten gewechselt, wie das Beispiel Italien zeigt. Im Grunde hat jeder Staat nur versucht, seine eigenen Interessen durchzusetzen. Bündnisse wurden als Entschuldigung dafür herangezogen, sie waren aber nicht die Ursache. 

Deutschland war nicht der Alleinschuldige des 1. Weltkriegs, sondern war durch die komplexen Bündnissysteme, die überhaupt zu einem Weltkrieg führen konnten, zur Handlung gezwungen. Von einer Teilschuld kann sich Deutschland da aber nicht lossagen, der Wunsch nach einer Vergrößerung des Reiches war durchaus vorhanden, es war aufgerüstet und entsprechende Propaganda betrieben worden..

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dankeschön. grüße

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Hey,

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Da ich den Zusammenhang nicht ganz verstanden habe, habe ich es gegoogelt:

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Wie ist das in meinem Schulbuch denn mit einer "nationalen Erhebung" gemeint? Ist damit der Wunsch nach Frieden gemeint, wie es im Internet steht?Oder versteh ich das gerade total falsch?

Ich hoffe ihr könnt mir ein wenig weiterhelfen :)

Liebe Grüße

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