Deutschland hatte doch Schuld am Ersten Weltkrieg?

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12 Antworten

Ja, Deutscnland war Schuld am Ersten Weltkrieg, insbesondere die mangelnde Diplomatie von Wilhelm II, seine Flotten- und Kolonialpolitik und dessen Militarismus haben die Kriegsgefahr erhöht.

Aber Russland hat aufgrund innenpolitischer Probleme eine sehr agressive Balkanpolitik betrieben und traf dort als Verbündeter Serbiens auf die Gebietsansprüche Österreich-Ungarns, die auch nicht zurückstehen wollen.

Frankreich sann nach dem Krieg von 1870/71 Deutschland gegenüber auf Rache und schmiedete Bündnisse gegen Deutschland - das sich Großbritannien als Verbündeten aufgrund der kaiserlichen Flottenpolitik abspenstig gemacht hat.

Das Osmanische Reich zerfiel gegen Ende des 19. Jahrhunderts, vor allem europäische Teile (Albanien, Mazedonien, Griechenland und Bulgarien) gingen aufgrund einer panslawischen Politik Russlands verlustig, sodass Deutschland als Verbündeter in Frage kam und damit die Russen gegen sich aufbrachte.

Ähnlich wie heute beim Brexit oder beim Referendum in Katalonien gab es auch in den Verhältnissen zwischen Serbien, Russland, Österreich-Ungarn und des Osmanischen Reichs Politiker, die rechthaberisch waren und in der Eskalation eine Option sahen - beim Ersten Weltkrieg mit tödlichen Folgen, beim Brexit oder Katalonien mit wirtschaftlichen Einbrüchen.

Als Verlierer des Krieges - Russland war von Deutschland schon besiegt worden und von den Deutschen entsprechend behandelt worden - wiesen die Siegermächte Deutschland die slleinige Schuld zu, unter Ausblendung der eigenen Verantwortung. Diese wird aktuell stärker in den Blick genommen, das ändert aber nichts an der tatsächlichen Verantwortung der Deutschen.

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Deutschland hat den Krieg verloren und hatte mithin die Folgen zu tragen.
Noch je hatten die Verlierer erhebliche Reparationen zu zahlen, sonderlich neu war das nicht.

Wilhelm II. hatte sich schlicht verzettelt mit seinen Bündnisverpflichtungen, sonderlich klug war der Simpel nicht.
Wenn man unbedingt einen Krieg vom Zaun brechen will, sollte man sich auch vorher überlegen, wie man da wieder rauskommt.

Es hat keinen Sinn die Schuldfrage 100 Jahre später noch zu diskutieren, wenn ist die Geschichte so gelaufen wie sie gelaufen ist.
Deutschland völkerrechtlich die Schuldfrage anerkannt.

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Deutschland träg nicht die alleinige, aber wohl die größte Schuld dafür, dass der  als kleine Antiterror-Polizeiaktion am Balkan gedachte Krieg Österreich-Ungarn gegen Serbien sich zu einem Weltkrieg ausweitete. Der Einmarsch in Belgien war ja geradezu eine Einladung an die Engländer, sich an diesem Krieg zu beteiligen, was den Engländern sehr gelegen kam. Die Bedeutung der Bündnisse bei dieser Ausweitung zum Weltkrieg wird heute maßlos überschätzt. Bündnisse hat man damals nach Belieben geschlossen und dann doch die Seiten gewechselt, wie das Beispiel Italien zeigt. Im Grunde hat jeder Staat nur versucht, seine eigenen Interessen durchzusetzen. Bündnisse wurden als Entschuldigung dafür herangezogen, sie waren aber nicht die Ursache. 

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Die Rolle von Kaiser Wilhelm II wird häufig übertrieben. Er war großspurig, ungeschickt und wohl nicht sehr helle, aber den Krieg hätte er noch heutigen Erkenntnissen wahrscheinlich lieber vermieden. Es war wohl so, dass er praktisch von seinen Generälen entmachtet wurde. Ihm wurde Fehlinformationen zugespielt um ihn zu den notwendigen Befehlen zu bringen. Allerdings muss man auch sagen, dass es zwar im deutschen Reich genügend Militärs gab, die den Krieg unbedingt wollten, dies aber auch in anderen europäischen National der Fall war. Die alleinige Kriegsschuld ist heute eigentlich kein Diskussionspunkt unter Historikern mehr.

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Nein, Deutschland war nach den jetzigen Erkenntnissen nicht der Schuldige, die haben nur seinen Verbündeten Unterstützung geleistet, aber durch die Zusprache auch somit die Realunion Österreich-Ungarn gefordert somit Serbien anzugreifen. Im Zweiten Weltkrieg verlief das anders, dort trägt Deutschland die Schuld, da diese einen Blitzkrieg gegen Polen veranstalteten. Nochmal zum ersten. 1918 unterzeichnete aber die Deutsche Regierung die alleinige Schuld am Weltkrieg, das geschah noch in Frankreich und dann haben die richtig gezahlt, durch diese Paraphierung litt das Deutsche Volk an Armut, und das nutzte Diktator Adolf Hitler aus und gewann die Macht über das Land.

LG

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Deutschland war nicht der Alleinschuldige des 1. Weltkriegs, sondern war durch die komplexen Bündnissysteme, die überhaupt zu einem Weltkrieg führen konnten, zur Handlung gezwungen. Von einer Teilschuld kann sich Deutschland da aber nicht lossagen, der Wunsch nach einer Vergrößerung des Reiches war durchaus vorhanden, es war aufgerüstet und entsprechende Propaganda betrieben worden..

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Nein. Am ersten Weltkrieg waren wir nicht alleine Schuld. Alle beteiligten Staaten trugen ihre Teilschuld. Laut dem Versailler-vertrag, den Deutschland unterzeichnen MUSSTE, wurde aber in Artikel 231 festgehalten, dass wir die alleinige Schuld für diesen Krieg tragen, obwohl dieser Konflikt im Balkan startete. Von allen Reperationen und Gebietsabtretungen war diese Klausel für die Deutschen das schmerzvollste und befeuerte die Nationalisten und später auch die Nationalsozialisten.

Denn schließlich lautete die Propaganda im Reich: Wir gewinnen. Und plötzlich stand überall, dass Deutschland aufgegeben hat und der Kaiser geflohen war - ein Schock für alle Deutsche.

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Maxieu 06.10.2017, 19:30

Du solltest den von dir selbst genannten Artikel noch einmal lesen.

Es ist dort von "Deutschland und seinen Verbündeten" die Rede.
Könnte es nicht sein, dass einer dieser Verbündeten auf dem von dir
als Startrampe des 1. WK erwähnten Balkan in aggressiver Weise und mit Unterstützung der deutschen Diplomatie aktiv war?

Wieso fasst du das eigentlich mit dem Pronomen "wir" zusammen?
So alt kannst du doch gar nicht sein....

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Daüber wurden Bücher geschrieben. Z. B. Christopher Clark: Die Schlafwandler.

Ich meine nicht dass eine Nation allein schuld war. Die Monarchen der Zeit, also auch Wilhelm II hätten aber bei beherztem Handeln den Krieg verhindern können.

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Deine Frage ist, wie es sich verhält mit der Schuld am Ausbruch des 1. Weltkrieges. 

Das war ja das Zeitalter des Kolonialismus. Die Österreicher und  Deutschen kamen zu spät, die Welt war schon aufgeteilt. Die Deutschen jammerten etwas vom Platz an der Sonne, neideten vor allem den Briten den kolonialen Besitz. Die deutschen bekamen praktisch die Reste, als Kolonien. Die Österreicher nicht mal das. Österreicher gebärdeten sich dann, mit deutscher Rückendeckung, imperialistisch und besetzten 1908  Bosnien-Herzegowina. Wenigstens etwas. Die Folge der Annexion, war ein gerechter serbischer Widerstand gegen Österreich in Bosnien-Herzegowina. Die einheimischen Serben leisteten Widerstand gegen Österreich. Beim Besuch des baldigen Unterdrückers Franz Ferdinand in Bosnien-H. , das Attentat auf diesen eben unerwünschten Besucher.   Da Österreich Appetit bekommen hatte nach dieser Annexion, nutzte Österreich  den Tot, als Vorwand um auch Serbien zu Schlucken, was die Serben auch in Bosnien-H. zur Räson bringen sollte. Die Serben sollten befriedet werden. Die Österreicher dachten dabei an einen begrenzten Waffengang gegen die Serben, meinten Russland würde stillhalten. Russland stand aber zu seinem Bündnispartner Serbien. Frankreich zu seinem Bündnis mit Russland. Österreich entfachte ein Flächenbrand. Deutschland war mit verantwortlich, weil Österreich sich ohne Bündnisgarantie nicht getraut hätte Bosnien-H. zu besetzen, geschweige Serbien anzugreifen. Also der  1. Weltkrieg begann im Endeffekt, als Österreich, mit deutscher Rückendeckung, Bosnien-H. besetzte. Ohne österreichischen Imperialismus, mit deutscher Rückendeckung,  kein Weltkrieg. Das Pulverfass war Österreich und Deutschland nicht der Balkan wie gerne behauptet. 

Also du hast schon recht mit der Dummheit des Wilhelms und seiner Berater, ohne die kein Weltkrieg. Österreicher hätten sich nichts getraut ohne Deutschen Blankoscheck, welcher den Beistand sicherte.

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Das Attentat von Sarajevon auf den österreichisch-ungarischen Thronfolger Franz Ferdinand war der Auslöser für den ersten Weltkrieg. Durch die vielen Bündnisverträge zwischen den Ländern gab es ein Dominoeffekt sodass fast alle Länder im Krieg verwickelt waren. 

Deutschland hatte keine andere Wahl als erstes dann anzugreifen, weil wenn sie erst später angegriffen hätten, dann hätte Deutschland keine Chance gehabt einen Zweifrontenkrieg zu gewinnen. Die einzige Möglichkeit diesen Krieg zu gewinnen, war Frankreich in ein Blitzkrieg schnell zu besiegen, was nicht geklappt hat.

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Nein, weil Deutschland zur damaligen Zeit seinen Bündnispflichten nachkommen musste. Das ist wie wenn ein NATO-Land angegriffen wird und die anderen sich raushalten würden.

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Maxieu 06.10.2017, 19:34

Quatsch.

Wenn ein NATO-Land ein anderes angreift und dafür selbst attackiert wird, gilt das nicht als kollektiver Verteidigungsfall.

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D0nut4ever 06.10.2017, 19:54
@Maxieu

Ich sprach von dem Fall, dass ein NATO-Land angegriffen wird

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Maxieu 07.10.2017, 18:54
@D0nut4ever

Auch, aber nicht nur.

Muss ich jetzt dir sagen, was du geschrieben hast?
Du hattest eine Parallele gezogen. Falls du dich nicht mehr erinnerst, sieh nach.

Zu dieser Parallele selbst:

Österreich/ Ungarn  hat damals Serbien angegriffen.
Die Bündnisverpflichtungen des Dt. Reiches waren die gegenüber einem Aggressor.

Die Kriegserklärungen an die Großmächte gingen von Deutschland aus an R und F.

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D0nut4ever 07.10.2017, 20:52
@Maxieu

Das ist schon klar, nur wenn Deutschland den anderen nicht zuerst den Krieg erklärt hätte, wäre es halt andersherum gewesen.

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Schonmal von dem Attentat von Sarajevo gehört? Guck dir doch mal die damaligen Bündnis Systeme an.

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