Deutsches Steuerrecht bezüglich Handelsplattform?

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2 Antworten

Nach meinem Bauchgefühl muss der Verkäufer(Privatperson/Kleingewerbetreibender) dem Käufer eine Rechnung austellen

Nein, eine Pflicht zur Rechnungslegung trifft nur Unternehmer

Und die Handelsplattform (UG) dem Verkäufer mit der Provision

Richtig.

Kristallisiert sich da kein buchhalterisches Problem heraus, wenn im ersten Schritt erstmal alles an die Plattform bezahlt wird?

Nein, da die Plattform hinsichtlich der Warenlieferung keine Lieferung oder sonstige Leistung erbringt. Es handelt sich um Fremdgelder. Aber wer ist bitte so naiv und zahlt den Kaufpreis an einen Vermittler, bei dem schon das Stammkapital nur für eine UG ausreicht?

Davon abgesehen ist das ja nichts anderes als das Prinzip von Amazon Marketplace. Da gibt es auch kein umsatzsteuerliches Problem (mal von der Besonderheit abgesehen, dass Amazon seinen Sitz in Luxemburg hat).

rudizabudi 31.07.2015, 15:42

Nein, da die Plattform hinsichtlich der Warenlieferung keine Lieferung oder sonstige Leistung erbringt. Es handelt sich um Fremdgelder. Aber wer ist bitte so naiv und zahlt den Kaufpreis an einen Vermittler, bei dem schon das Stammkapital nur für eine UG ausreicht?

Vielen Dank für deine Antwort. Der Tatsache der geringeren Haftungsmöglichkeiten einer UG ist mir durchaus bewusst. Allerdings denke ich erstmal nicht, dass dies bei den größen der Geschäfte anfangs eine große Rolle spielen wird.

Meinerseits würde auch nichts gegen eine direkte Abführung nach dem Kauf sprechen. Jedoch wird das Splitten einer Zahlung von PayPal o.Ä. meines Wissens noch nicht angeboten. Aus diesem Grunde würde ich es anfangs eben noch manuell nach dem Kauf ausführen.

Mich hatte daher nur interresiert, ob ich für diesen weiterzuleitenden Betrag auch im ersten Schritt Ust. zu entrichten habe.

Nein, eine Pflicht zur Rechnungslegung trifft nur Unternehmer

Dem bin ich mir bewusst. Allerdings mehren sich in diesem Markt m.E. viele Anbieter, welche nicht als Unternehmer auftreten, gesetzlich aber zumeist Kleingewerbetreibende sein müssten.

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Wenn du dich mit einem Gewerbe anmeldest, wirst du wie jeder andere Gewerbetreibende auch Einkommens-, Gewerbe-, und Umsatzsteuer bezahlen müssen ans FA. Letztendes wirst du so wei so nur die Netto-Bezugspreise als Aufwand für dich verbuchen, da die Umsatzsteuer mit deiner Vorsteuer verrechnet wird. Du bist in dem Fall ja kein Endverbraucher.

Du kannst über deine Plattform Käufer für die angebotene Waren finden, dann erst Kaufst DU die Ware inkl. Vorsteuer vom Verkäufer und Verkaufst dann sofort die Ware mit Umsatzsteuer an den Endverbraucher. Du bist dann ja nix anderes als ein Online-Einzelhandel, würde ich sagen...

Es sei denn du beantragst beim Finanzamt eine Befreiung der Umsatzsteuer gemäß § 4 Nr. 9a UStG und falls du Auktionen anbietest. Auch bei Bartergeschäften.

jurafragen 31.07.2015, 14:29

Wenn du dich mit einem Gewerbe anmeldest, wirst du wie jeder andere Gewerbetreibende auch Einkommens-, Gewerbe-, und Umsatzsteuer bezahlen

Dass der Fragesteller eine UG (haftungsbeschränkt) gründen möchte, hast Du gelesen? Dass hier keine Einkommensteuer (mit einem S) anfällt, dürfte einigermaßen klar sein.

Du kannst über deine Plattform Käufer für die angebotene Waren finden, dann erst Kaufst DU die Ware inkl. Vorsteuer vom Verkäufer und Verkaufst dann sofort die Ware mit Umsatzsteuer an den Endverbraucher

Kann man machen, dann ist man 2 Jahre in der Sachmängelhaftung. Ob das sinnvoll ist, möchte ich bezweifeln.

Gefragt war auch nach:

Explizit dreht es sich hierbei um eine online Handelsplattform für den Austausch von Waren zwischen verschiedenen Nutzern

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