Deutscher Zollverein, Deutscher Reformverein, Nationalismus --> Zusammenhang?

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2 Antworten

Durch die Gründung des deutschen Zollvereins 1834 wurde erstmals eine wirtschaftliche Einheit Deutschlands geschaffen. Deutschland war zu dieser Zeit noch kein Nationalstaat, sondern in verschiedene Kleinstaaten mit jeweiligen Zöllen getrennt. Die wirtschaftliche Einheit förderte auf lange Sicht den Nationalismus und bereitete die politische Einigung 1871 vor. 

http://www.geschichte-abitur.de/lexikon/deutscher-zollverein 

Nationalismus an sich ist die Idee, dass die Welt in reine Nationalstaaten eingeteilt werden soll. Für jede Nation einen Staat. Also auch für die deutsche Nation einen Staat, das Ganze dann auch möglichst homogen. Also alles was nicht deutsch ist bekäme ebenfalls einen eigenen Staat, oder würde im Staat assimiliert (also in diesem Fall eingedeutscht).

Wie dir wahrscheinlich bekannt ist, gab es keinen deutschen Staat vor 1871. Von daher ist der Nationalismus der Grund, weshalb man einen deutschen Staat haben will. Ohne Nationalismus käme niemand auf die Idee einen deutschen Staat gründen zu wollen.

Der deutsche Zollverein war ein Zusammenschluss mehrere deutscher Staaten, mit dem Ziel den Handel zwischen den Mitgliedstaaten zu vereinheitlich und zu vereinfachen. Angenommen du müsstes Bernsteinschmuck von Königsberg nach Stuttgart bringen, oder Stoffe aus Breslau, oder Pickelhauben aus Berlin. Dafür musst du im Idealfall durch vier Staaten: Preußen, Sachsen (oder Hessen-Kassel), Bayern, Württemberg. An jedem dieser Grenzübergänge müsstest du Zoll bezahlen, was den Preis für deine Ware erhöhen würde, ohne dass du sonderlich davon profitierst. Mit dem Zollverein kannst du mit deinen Waren durch diese Staaten ziehen ohne Zoll zu bezahlen, als ob die vier Staaten ein Staat währen.

Der Zollverein (vor allem da er preußisch dominiert war) war damit ein erster Schritt in Richtung deutsche Einheit.

Zum deutschen Reformverein: Dir ist bestimmt auch bekannt, das '48 die große Frage war ob - und wenn ja - wie viel von Österreich Teil eines geeinten Deutschlands werden soll. Der Reformverein war ein großdeutscher Verein. Er war also für ein Deutschland mit Österreich.

Ein Militärstaat ist ein Staat, der von oben bis unten militärisch durchorganisiert ist. Damit einher geht auch ein gewisses promilitärisches Denken. Das Deutsche Kaiserreich, und davor auch Preußen war ein solcher Militärstaat.

Ein Obrigkeitsstaat ist ein Staat, in dem die Politik von der Obrigkeit geregelt wird und die unteren Bevölkerungsschichten kaum bzw. nur eingeschränkt oder gar nicht an der Politik mitwirken können. Wie z.B. Preußen aber auch jeder andere Staat im Deutschen Bund, außer vielleicht der Freien Stadt Frankfurt.

Was aber ein Machtstaat sein soll, weiß ich nicht.

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