Deutsche Juden im Ausland?

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2 Antworten

In der Schweiz gibt (vor allem Zürich und Basel) gibt es noch eine ungebrochene Tradition des orthodoxen Deutschen Judentums, da die Schweiz nicht von den nazs besetzt wurde. Es gibt dort noch orthodoxe Synagogen, die sich zu den "Austrittsgemeinden" nach hirsch zählen. sie pflegen noch die deutsche aussprache des hebräischen auf "au" (statt "o" oder "oj") und bemühen sich sehr, die Jekkischen Traditionen aufrecht zu erhalten. Das ist allerdings nicht leicht, weil die "yekkes" unter den orthodoxen sehr in der Minderheit sind, und die meisten jungen fühlen sich zu einer anderen Tradition (z.B. chassidisch) hingezogen.

In strassburg gibt es auch noch eine Jekkisch-orthodoxe Synagoge, von Rabb. Schlesinger, aber auch die hat einen schweren stand, da heute die Mehrheit der Juden in Strassburg Sefardisch sind. Dasselbe gilt für Metz.

In London und Manchester gibt es noch ein paar jekkische gemeinden, ebenson in New York und Baltimore. Aber auch dort haben sie einen schweren stand, weil sie nicht extrem sind und deshalb von den extremen "aufgesogen" werden. Auch in Israel gibt es z.B. in Kiriat Sefer kleine jekkische Gemeinden.

isabusl 26.10.2012, 02:56

Vielen Dank. Das ist eine wirklich sehr ausführliche und gleichzeitig gute Antwort. Das hätte ich hier nicht erwartet.

PS: Inzwischen habe ich übrigens eine ausführliche Auflistung sehr vieler jüdischen Gemeinden deutscher Tradition gefunden: http://www.data-genie.com/ashkenaz/home.php?n=Main.ShulsAroundTheWorld

PPS: Nebenbei: Anscheinend ist eine jekkische Synagoge in Leeds (West Yorkshire, England) nicht vorhanden. Angesicht der Bedeutung dieser Gemeinde hatte ich eigentlich das Gegenteil vermutet.

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Iwaasnet 27.10.2012, 20:21
@isabusl

Diese Liste, die du verlinkt hast, muss man genau lesen, sie ist etwas sehr grosszügig. z.b. sind dort auch die Oberländer gemeinden aufgeführt, und die haben im Prinzip nichts mit jekkisch zu tun, nur dass sie ähnlich "moderat" sind, im Vergleich zu den chassidischen.

dann ist ohel Jakob in München aufgeführt, aber die beten, wie die meisten Gemeinden in D-A-Ch nach sefardischer aussprache, d.h. sie haben das "au" nicht behalten. Wenn man danach geht, könnte man alle Gemeinden in D und viele in A und CH als "jekkisch" bezeichnen, denn sie richten sich grösstenteils nach dem jekkischen Sidur (sfat Emet oder neu shma koleinu)

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anscheinend ist der name "Adass Yeshurun" ein Hinweis auf hirsch-Austrittsgemeinde...

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