Deutsch verbessern aber wie

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4 Antworten

Zunächst ein bisschen Trost: Ich verdiene heute einen Teil meines Lebensunterhalts mit Korrekturlesen, zu einer sicheren Orthografie bin ich aber erst als Student in einer Redaktion gekommen, in der professionelle Korrekturleistungen von mir verlangt wurden. (Woraus man lernt: Lernen will belohnt sein, sonst kommt es nicht zustande.)

Das führt zum ersten Tipp: Nicht allein im eigenen Saft kochen, sondern Texte aus der Verwandtschaft, dem Freundes- oder Bekanntenkreis korrigieren (freundlich fragen, nicht von oben herab, natürlich).

Auswendiglernen von Wörterbüchern, das wird kaum möglich sein. Aber so oft wie nur möglich Fremdwörter nachschlagen, für Formulierungen Alternativen suchen, einfache Aussagen in kompliziertere umformulieren - und umgekehrt. Die Übung kommt mehr beim Schreiben als vom Lesen. Das hängt damit zusammen, dass wir beim Lesen aus Lust und Leidenschaft nicht die Wörter einzeln "scannen", ob sie auch richtig geschrieben sind, sondern den Sinngehalt eines Wortes oder ganzer Wortfolgen am Stück erkennen.

Es gibt allerdings eine Form von Wörterbuch, die man bei Interesse an Sprache wirklich mit Gewinn lesen kann: Ein gutes etymologisches Wörterbuch (also eines, das die Sprachgeschichte der Wörter dokumentiert) kann für die deutsche Sprache sehr gut sensibilisieren. Für Einsteiger ist Wolfgang Pfeifers Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (dtv) eine gute Wahl, weil es einerseits nicht so umfangreich ist, dass das Scheitern einer (beinah) vollständigen Lektüre schon feststünde, andererseits umfangreich genug, um nicht zu enttäuschen, weil interessante Wörter nicht hinreichend vertieft würden.

Also: Schreiben, schreiben, schreiben, auch Gebrauchstexte (E-Mails, gutefrage-Fragen etc.) in einer Textverarbeitung ausformulieren und selbstkritisch prüfen, bevor man sie herüberkopiert, Texte befreundeter Menschen zu korrigieren anbieten und bei den Wörterbuchexperimenten auf Stoff zurückgreifen, der möglicherweise wirklich Spaß bereiten könnte.

Der schlimmste Tipp zum Schluss: Wenn man einen wirlich wichtigen Text prüft, den man schon x-mal gelesen hat, so dass man darüber "blind" geworden ist, er aber unbedingt fehlerfrei sein muss (z.B. Bewerbungsbriefe): Von hinten nach vorn lesen, Wort für Wort.

Also sehr schlimm kann es nicht sein, behaupte ich, nachdem ich mir ein paar deiner Beiträge angesehen habe. Aber wenn du Verbesserungsbedarf hast, ist Lesen schon mal ein guter Plan. Versuch dich vor allem an klassischer Literatur (Goethe, Schiller etc., z.B. deren Dramen und Balladen), wenn du deinen Wortschatz verbessern möchtest; was die Rechtschreibung betrifft, solltest du dabei allerdings auf eine überarbeitete Ausgabe achten. Was sich (überraschend aber wahr!) ausgezeichnet zum Deutsch Lernen eignet, sind deutsche Volksmärchen, z.B. in der Sammlung der Gebrüder Grimm. Ganz wichtig ist natürlich auch die Pflege von Konversation. Eher ungeeignet ist das Studieren der meisten Fragen und Beiträge in diesem unserem lieben Netzwerk..... ;-)

Viel Spaß und viel Erfolg!

Lesen ist schon mal ein guter Weg. Ich kenne ein Mädchen, dass hier in Deutschland seit vier Jahren lebt und und sie spricht perfekt Deutsch. Ohne Akzent, ohne Fehler in der Grammatik usw. Und das Mädchen liest wirklich viel. :-) Ich würde dir raten dich auch viel mit Leuten zu treffen, die halt Deutsch sprechen. Sie erklären dir auch manche Worte, die sie benutzten und die du vielleicht nicht verstehst. :-)

Auswendig lernen würde ich nichts. Denn das was du auswendig lernst, vergisst du auch meist schnell. Du musst Deutsch nicht auswendig lernen, sondern verstehen. :-) Nur „Verstehen“ kann man schlecht lernen. ^.^

Fang an Tagebuch und Briefe an nicht Nahestehende zu schreiben. Die Briefe brauchst Du nicht abzuschicken, es geht um die Übung.- Höre lyrisch hochwertige Musik auf Deutsch, z.B. Element of Crime, Blumfeld, etc.. Frage Deinen Deutschlehrer, wo er Deine Stärken / Schwächen sieht. Versuche, das Gehörte und Gelesene in Deinem Schreibstil zu adaptieren.

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