Deutsch-Satz-Adjektiv oder Attribut?

4 Antworten

Du sagst doch selbst, dass die Relativsätze eine Unterart von Attributsätzen sind. Also können sie nicht das Gleiche sein: Relativsätze sind spezielle Attributsätze, aber nicht jeder Attribursatz ist ein Relativsatz.

Ein Adjektiv ist eine Wortart, ein Attribut ein Satzteil. Das sind zwei verschiedene grammatische Ebenen.

"Ich trinke das Glas leer."

Da ist "leer" ein Attribut in Form eines Adjektivs, also ein adjektisches Attribut.

Adjektiv bezeichnet eine Wortart — ein Wort ist also entweder ein Adjektiv oder nicht.

Im Satz lassen sich Adjektive auf verschiedene Weise gebrauchen:

  • Attributiv: Der schnelle Läufer …
  • Prädikativ: Der Mann ist schnell.
  • Adverbial: Der Mann läuft schnell.
  • Substantivisch: Der Schnelle ist mein Schwager



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Ein Adverb (unveränderlich) ist kein Adjektiv (veränderlich), auch ein Nomen nicht.

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@Aischylos

Haben wir darüber nicht schon einmal diskutiert. Ich gebe Dir recht, daß man das formal so sehen kann, aber es tun sich zwei Probleme mit Deiner Sichtweise auf:

Erstens wären wir dann im Bereich der Wortbildung, also der Ableitung eines Wor­tes von einem anderen. Wortbildung ist niemals vorhersehbar und niemals blind anwendbar. Als Beispiel nehme ich die Nachsilbe -ung, mit der man Sub­stan­ti­ve von Verben ableiten kann. Aber das funktionert nicht mit jedem Verb (es gibt weser *Essung noch *Sehung, aber sehr wohl Sichtung), und dort wo es funktioniert, hat es manchmal eine eingeschränkte oder abgewandelte Bedeu­tung.Die Erhöhung ist nicht nur der Vorgang des Erhöhens, sondern auch ein erhöhtes Stück Landschaft, und die Achtung funktioniert als Substantiv nur zu manchen Bedeutungen von achten; Du kannst z.B. den Satz Ich achte auf meine Sicherheit nicht mit dem Substantiv Achtung umformulieren.

Bei der substantivische oder adverbialen Verwendung von Adjektiven ist das anders. Die funk­tio­niert genauso blind und mechanisch wie die Kasusbildung. Der Blinde und der blinde Mann sind immer gegeneinander austauschbar, und ein schneller Läufer ist jemand, der schnell läuft. Das funktioniert mit jedem Adjektiv (wenn es die Bedeu­tung hergibt), und bietet semantisch keine Überraschungen.

Daraus schließe ich, daß ein Adjektiv eben auch drei Substantivformen hat (in drei Genera) und eine Adverbialform/Prädikativform, genauso, wie es eine Positivform, eine Kom­para­tiv­form und eine Super­lativ­form hat. Es liegt in der Natur eines Adjektivs, alle diese Rollen aus­fül­len zu können.

Der zweite Einwand ist ein praktischer: Deiner Ansaicht nach müßte man jedes Adjektiv fünfmal ins Wörterbuch eintragen: Einmal als Adjektiv, einmal als Adverb und dreimal als Substantiv. In diesem enormen Aufwand steckt jedoch kein Nährwert.

Und, warum an dieser Stelle stehenbleiben? Tragen wir doch jede Kasusform als neues Wort ein, man schreibt es ja anders. Oder die Konjunktive, wer sagt denn, daß das dasselbe Verb sei — in Wahrheit gibt es doch Indikativ­verben und Konjunktiv­verben, die voneinander so verschieden sind wie Bananen von Kiwis, nicht wahr?

Oh, that way madness lies; let me shun that!

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"Die Wiese ist schön."

Die Wiese > Subjekt (Wer oder was?)

ist > Kopula

schön. > Prädikativ (Wie?)

Das Satzglied Prädikativ ist hier als Wortart ein Adjektiv.

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