Deutsch Präsentation über Kafka

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Wie sollte man einen Menschen jemals beschreiben können? Ein paar Ereignisse aus seinem Leben sind noch keine Erkenntnis. Es ist alles nur Wissen über einen Menschen, wobei am Ende der Mensch nur einer Erzählung gleicht. Was wir heute wissen, sind Fakten über einen Menschen.

Aber erkennen ist das nicht. Ein wirkliches Erleben könnte uns nur die Begegnung mit diesem Menschen zu einem gewissen Teil eröffnen. Das liegt an der Identifizierung mit dem Verstand. Der Mensch glaubt, er würde denken. Doch so lange er nicht weiß, wer oder was da in ihm denkt – so lange ist er unbewußt.

Viele Schriftsteller haben um die Jahrhundertwende des vorigen Jahrhunderts dieses seltsame Verhalten erkannt, und haben darüber geschrieben. Jeder Autor hat es mit seinen Worten zum Ausdruck gebracht, was zuvor Sigmund Freud und seinen Kollegen ebenfalls aufgefallen war.

Im Menschen mußte irgend etwas sein, was ihn hin und wieder kontrollierte. Dieses Etwas übernahm regelrecht die Führung über diese Menschen, wenn sie – von außen betrachtet – irgendwie nicht bei sich waren. Diese Menschen schienen unter einer unbekannten Macht zu stehen, und sie verhielten sich absolut nicht normal.

Nun wagte es Kafka, der sich über dieses Verhalten im Menschen informiert hatte, das Geschehene in Worte zu fassen. Er wollte diesem fremden Ich, welches vermutlich in jedem Menschen mehr oder weniger zum Vorschein kommt, eine eigene Stimme geben. Und so schrieb dieses Ich in ihm die Texte.

Zu damaliger Zeit hatte man noch keinen eindeutigen Namen diesem unbekannten Etwas gegeben, worauf die Schriftsteller und Mediziner gleichzeitig gestoßen waren. Kafka selbst war aufgrund seiner Tätigkeit mit den Menschen des Alltags in Verbindung, und so schrieb er quasi aus dem Volk. Ihm begegneten immer wieder Menschen, die sich nicht so verhielten, wie man es von der Masse der Menschen gewohnt war.

Selbst in den persönlichen Beziehungen mit anderen Menschen erlebte er dieses seltsame Verhalten, worüber sich so manche Mediziner schon seit Jahren gewundert hatten. Kafka schrieb über dieses Verhalten. Aber nicht aus Sicht eines Außenstehenden, sondern aus Sicht des scheinbar Betroffenen.

Entsprechend waren die Reaktionen seiner Zuhörer. Nicht wenige von ihnen bezogen die Texte Kafkas – seltsamer Weise – sofort auf sich. Diese Menschen konnten – oder wollten nicht – diese Analogien als solche gelten lassen. Nein – sie nahmen sie für Realität. Und wieder einmal entstanden Beurteilungen über alles Mögliche, was Kafka zu Papier brachte.

Kafka gab diesem unbekannten Wesen im Menschen eine Stimme. Was wir heute über dieses Ego-Bewußtsein wissen – oder anders gesagt – glauben, zu wissen – das alles war zu damaliger Zeit unbekannt. Und doch hat sich der Mensch mehr mit der Person Kafka beschäftigt, als mit dem, was Kafka uns durch seine Texte versuchte, mitzuteilen.

Kafka schrieb über den Denker im Menschen. Er hatte erkannt, daß dieses ständige Denken-Müssen eine Krankheit sein mußte. Denn aus diesem Denken heraus schufen die Menschen jene Realität, die letztendlich zu Kamp und Gewalt führen mußte. Es war diese unterschwellige Unzufriedenheit in vielen Menschen, dessen Ursache er im Denken vermutete.

Und so lies er diese Stimme im Kopf zu Wort kommen. Was er dabei zu Papier brachte, war zu damaliger Zeit für den größten Teil der Menschheit schon fast Irrsinn. Doch es war der Inhalt einer Psyche, welche damals erkannt und untersucht wurde. Die Mediziner gingen ihren Weg, Kafka lies das, was die Medizin erforschte, einfach selbst schreiben.

So machte Kafka das Unbewußte auf seine Art den Menschen sichtbar. Er gab diesem Unbewußten das Wort, und dann schrieb das Unbewußte aus ihm die Texte. Ob die Zeit hierfür zu früh gewesen war, sei dahingestellt. Auf kollektiver Ebene befaßten sich viele Menschen mit diesem Unterbewußten.

Thomas und Heinrich Mann, Guy de Maupassant, Stefan Zweig, Arthur Schnitzler, Hermann Hesse, Franz Kafka, Joseph Roth, und noch viele ungenannte Andere schrieben über diese seltsamen Erscheinungen im Verhalten eines Menschen.

Herzliche Grüße

Franz Kafka - (Literatur, Präsentation, denken)

ich darf dir empfehlen, dir auf Youtube "125 Jahre Franz Kafka" anzusehen. es wird dir einige Inspiration geben!

LG

dann google sie dir - was anderes würden wir auch nicht tun

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