Deutsch: Konjunktiv 1 und Konjunktiv 2. Wie ist die Bildung?

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1 Antwort

Die Verwendung des Konjunktiv I beschränkt sich auf die indirekte Rede. In der indirekten Rede wird der Konjunktiv II nur dann verwendet, wenn die Form des Konjunktiv I identisch ist mit der Form im Indikativ. Z.B.: Er behauptet, ich nehme ihn nicht ernst. Hier ist der Konjunktiv I "ich nehme" identisch mit der Indikativform. Daher wird auf den Konjunktiv II ausgewichen: Er behauptet, ich nähme ihn nicht ernst.

Der Konjunktiv II wird hauptsächlich dann verwendet, wenn man etwas als möglich (Potentialis) oder als vollkommen der Wirklichkeit widersprechend bzw. unmöglich (Irrealis) hinstellen will. Zudem ist er Ausdruck eines Begehrens (Wünschens, Wollens) ("Wäre die Stunde doch endlich um!"). Nicht selten wird der Potentialis auch mit einer Form von "sollte" umschrieben: "Sollte er anrufen, sagen Sie ihm ..." Hier wird der Umstand, daß er anruft, für möglich gehalten. Aber: "Wenn er anriefe, wären wir beruhigt." - Hier bekundet der Sprecher, daß er den Anruf nicht für möglich hält (er sich aber diesen Anruf wünscht). Der Irrealis bezieht sich hier auf die Gegenwart. Wenn er sich auf die Vergangenheit bezieht, heißt es: "Wenn er angerufen hätte, wären wir beruhigt gewesen."

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