Wie bringe ich 3-6 jährigen Flüchtlingskindern Deutsch bei?

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6 Antworten

Zum Wortschatz: Wortfeldern (1) unterschiedlich erarbeiten (2).

(1) bspw. Tiere, Körper, im Haus, Kleidung, ...

(2) Wimmelbücher, Regelspiele (musst mal gucken, welche sich eignen, evtl. abändern), malen, Vorlesebücher mit Bildern, Lieder, Freispiel (bspw. Zoo/Bauernhof, Puppen an- und ausziehen, Spielhaus einräumen), Gegenstände aus einer Sand-/Erbsenkiste suchen...

Wichtig: Sprachproduktion und Sprachverständnis bedenken.

Nicht zu schnell wechseln und nicht zu viele Begriffe auf einmal. 

Grammatik würde ich nicht extra erarbeiten, sondern über die Modellierungstechniken von Dannenbauer, hier vor allem Präsentation und Correvtive Feedback (entweder googlen oder in einem Kommentar bei mir nachfragen).

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So ein bisschen höre (oder besser: spüre) ich aus deinen Zeilen heraus, dass du dich damit auf ein ganz neues Terrain begibst, richtig!? 

Schön erst einmal, dass du dich dieser Aufgabe annehmen magst; das finde ich großartig! :-)

Wenn ich also richtig liege, und du dich erst einmal selbst einigermaßen mit diesem Tun organisieren und "einrichten" möchtest, dann geh es zunächst doch möglichst entspannt an, würde ich sagen (und zwar nicht nur mit Hinblick auf das, was du als "Nicht-Fachmann" zu leisten imstande bist, sondern auch im Interesse der Kinder. Es gibt dabei ohnehin nur zu gewinnen).  

Auf jeden Fall mal sollte all das, was du tust, nicht als "Lehren und Lernen"  gesehen und verstanden werden, sondern wie "nebenbei" passieren.

Und alles, was die Kleinen von sich aus (!) an Interessen mitbringt, könntest du aufgreifen.

Wenn du spielerisch drangehen möchtest: Bewegungsspiele sind (weil Sprache sehr eng gekoppelt ist an körperliches Bewegen / Sich-Betätigen!) im Übrigen da noch sehr viel besser geeignet, als lediglich das Beschäftigen mit der Sprache an sich (das bleibt oft viel zu abstrakt für ein so kleines Kind).

Und: Bilderbücher bilden da natürlich eine Ausnahme - über die kann man ja ganz ungezwungen und selbstverständlich miteinander ins Gespräch kommen.

Schau hier mal rein; da steht noch bisschen was zu dem theoretischen Hintergrund (oder google nochmal bisschen unter "Sprachentwicklung - Bewegung/Spiele - Migrationshintergrund", so in diese Richtung):

http://www.raabe-fruehebildung.de/sites/default/data/Dokumente/ueber_unter_und_zwischen_den_stuehlen_%202013.pdf

Zudem: Mach gern auch in was in einer möglichst kleinen (!) Gruppe; es kommt jedem zugute, wenn das Augenmerk nicht nur auf ein einziges Kind gerichtet ist. Und auch die Dynamik (grade innerhalb von Spielen) ist dann doch eine ganz andere.

Und im Auge behalten solltest du ebenso, dass es schlussendlich nicht (allein) deine Aufgabe sein kann und darf, damit diese Kinder Deutsch lernen; da gehören in erster Linie auch die Eltern beteiligt. Und im weiteren Verlauf womöglich noch ganz andere "Berufenere"...

Viele Erfolg (und Freude, das vor allem! :-)) wünsch ich dir.

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Im Alter von 4-4 1/2 kommt es zu einem grundlegenden neurologischen Entwicklungsschub, bei dem u.a. die Gedächtnisfunktion umgebaut wird und Kinder deutlich mehr kognitives Potential etwickeln.

Daher würde ich vorher eher auf Wortschatzerweiterung abzielen, nachher verstärkt auf grammatische Strukturbildung.

Zur Wortschatzerweiterung gab es hier schon Vorschläge. Viel spazierengehen und dabei die begriffe benennen, die einem so in die Quere kommen. Memory ist auch nicht schlecht. Auch dabei immer die abgebildeten Sachen benennen. Es gibt auch schöne alphabetische Bilderbücher, die diesem zweck zuarbeiten.

Nach dieser Alterzäsur würde ich z.B. spielerisch nach dem Geschlecht der Dinge fragen, Satzstellung gezielt korrigieren, Die personalformen der Verben trainieren (Was mache ich? Was machst du? Tätigkeiten vorspielen) Perfekt üben...etc. pp.


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Kommentar von Ruehrstab
16.11.2015, 11:52

Gefällt mir.

Am Anfang vielleicht ein "Ich bin"- bzw. "Ich heiße"-Spiel? / "Wie heißt du?" / "Wer bist du?"

Viele Vorlesegeschichten sind auch so redundant bebildert, dass Du sie anhand ihrer Bilder zur Demonstration verwenden kannst.

Viele wichtige Adjektive und Verben lassen sich vorspielen bzw. zeichnen. Adjektive am besten als Gegensatz-Paare ...

Die Zahlen von eins bis ... üben?

Du kannst aber auch Lieder singen, selbst ohne dass die Kinder genau verstehen, um was es geht. Das macht einfach Spaß.

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Kommentar von LolleFee
16.11.2015, 11:59

Ohne Wörter keine Sätze, heißt: Ohne Wortschatz ist das Erarbeiten der Syntax sinnlos.

Mit 4-4;6 Jahren würde ich niemals systematisch und direktiv an der Grammatik arbeiten, selbst bei Dysgrammatikern nicht. Hier eignen sich die angesprochenen Modellierungstechniken von Dannenbauer.

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Ich finde gut, was du da vorhast! :)

Vielleicht Memorie für Kinder? Dann kannst du den Kindern ja immer sagen, wie dieser Gegenstand auf deutsch heißt. :)

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Frag mal bei der Caritas.

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Memory z.B. und dort die Begriffe immer wiederholen.

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