Deutsch-Anglizismen/Latinismen?

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8 Antworten

Wörter lateinischen Ursprungs gibt es schon sehr lange im Deutschen. 

Der inflationäre Gebrauch von Anglizismen kam erst in den letzten Jahren auf und ist manchmal extrem nervig. Zum Teil verstehe ich manche Leute gar nicht mehr und das geht entschieden zu weit. Unnötig ist es auch. Denn man kann das meiste auch wunderbar auf deutsch ausdrücken. 

Zum anderen würde das Deutsch einiger auch davon profitieren, wenn sie die Anglizismen weglassen würden. Denn scheinbar kennen sie manchmal gar nicht die deutschen Wörter. 

Stellwerk 29.06.2017, 22:09

In der Goethezeit gab es einen extremen Wahn an Gallizismen, also Übernahmen aus dem Französischen, das damals Hofsprache war und ein sehr hohes Prestige hatte. Davon hat sich auch nicht alles erhalten. Solche Wellen sind oft auch einfach Moden.

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Malavatica 29.06.2017, 22:12
@Stellwerk

Ich habe ein gutes Beispiel. Heute gab es eine Frage zu game of Thrones. Ich hätte sie gerne beantwortet, konnte aber leider nicht, weil darin zwei englische Begriffe vorkamen, mit denen ich nichts anfangen konnte. War übrigens nicht der einzige, der das nicht verstanden hatte. 

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Der häufig unnötige Gebrauch von Anglizismen suggeriert, dass der Sprecher oder Schreiber (m/w) der deutschen Sprache nicht mächtig ist oder das passende deutsche Wort gar nicht kennt, was letztlich auf das gleiche herauskommt.

Es ist traurig, dass so viele Deutsche zu glauben scheinen, während des Deutschen viel Englisch sprechen zu müssen.

Noch schlimmer finde ich Pseudoanglizismen.

Handy ist so ein Wort. Die meisten modernen Mobiltelefone sind keineswegs handlich, nicht einmal die schlauen.

Sprache ist vor allem eins: Konvention und Gewöhnung. Viele Latinismen haben sich über Jahrzehnte oder Jahrhunderte so in die Sprache eingebürgert, dass vielen gar nicht mehr auffällt, das die Wörter woanders herkommen - ich sag nur Fenster oder Keller.

Anglizismen sind meist neu und wirken daher tatsächlich fremd - auch, weil sie noch nicht in der Aussprache und Schreibung an das Deutsche angepasst sind. Und alles, was gegen den gewohnten Sprachgebrauch steht, wirkt fremd, irritiert, verunsichert und wird entsprechend abgelehnt. Bis es so oft gebraucht wurde, dass es keinen mehr juckt - z.B. Handy.



Mikkey 29.06.2017, 21:46

Handy ist ein schlechtes Beispiel, weil es eine deutsche Wortschöpfung ist. Ich schlage "Meeting" vor.

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Stellwerk 29.06.2017, 22:08
@Mikkey

Es ist ein genau so gutes Beispiel - da wird eine Fremdsprache belehnt und dann nicht mal korrekt :D

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MatthiasHerz 29.06.2017, 22:10

Handy ist ein Pseudoanglizismus, ein englisch aussehendes Wort, das im Englischen eine völlig andere Bedeutung hat.

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Das ist nur eine Strömung, das ebbt wieder ab. Aber es gibt halt kaum deutsche Wörter für die ganzen Erfindungen im IT-Bereich, der stark von den englischsprachigen USA dominiert wird. Zudem ist Englisch Weltsprache.

Anglizismen sind eine Seuche. Lies mal einen Prospekt von Mercedes, da braucht man ein Lexikon dafür. Aber sie finden die "Blue Motion" toll.

Anglizismen neigen dazu, unnötig zu sein. Die sollen "cool" und "innovativ" wirken (sieh zum Beispiel manche Berufsbeschreibungen) und das kann nervig sein.

Bei Anglizismen meint so ziemlich jeder, er könne mitreden, bei Latinismen eher nicht.

Viele Latinismen ("Fenster") sind so alt, dass sie nicht mehr als solche auffallen; sie sind auch meist nicht so penetrant wie einige der Anglizismen oder gar der Scheinanglizismen.

So fabriziert zum Beispiel die "back factory" keine Rücken, und nicht einmal der "handyman" hat wirklich ein "handy".

Wahrscheinlich gab es bei der Einführung von "Büro" und "Trottoir" aus dem Französischen auch Kritik.

Gruß, earnest

WEil die Anglizismen deutlich überhand nehmen.

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