Details zur Besonderen Lernleistung (Sachsen)?

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1 Antwort

Hallo,

bezüglich deines Themas würde ich dir empfehlen, dich auf einen bestimmten Aspekt festzulegen, damit du die Möglichkeit hast, dich tiefgründig mit der Thematik auseinanderzusetzen. Ich habe damals ebenfalls über Harry Potter geschrieben und zwar unter der expliziten Fragestellung, ob ein Animagus mehr Mensch oder Tier ist (Deutsch, fachübergreifend Philosophie/Psychologie). Viel größer sollte dein Thema nicht sein, weil du ansonsten nicht die geforderte Wissenschaftlichkeit erreichen kannst und lediglich an der Oberfläche dümpelst. Bei meinem speziellen Thema bin ich bspw. auf den Kult des Totemismus', Freuds Psychoanalyse usw. eingegangen. Sinn der BeLL soll ja schließlich sein, dass du eine These aufstellst und diese anhand eigener Nachforschungen graduell be- oder widerlegst.

Eine ungefähre Seitenanzahl sollte dir eigentlich durch deinen Betreuer mitgeteilt werden, ansonsten gilt, dass eine BeLL zwischen mind. 15 und max. 60 Seiten umfassen sollte, was natürlich eine äußerst schwammige Angabe ist. Ich würde noch einmal nachfragen, da es durchaus Betreuer gibt, die keine Lust haben, zu viele Seiten zu lesen, und dir dies bereits im Vorfeld negativ anrechnen. Bei 60 Seiten läufst du außerdem schnell Gefahr, dich zu wiederholen oder zu paraphrasieren; beides solltest du vermeiden. Wenn sich dein Betreuer nicht dazu äußert, würde ich mich an den Maßstäben der Universitäten orientieren: Hausarbeiten, für die man i. d. R. ein Semster Zeit hat, sollen um die 20 Seiten umfassen.

Der praktische Teil ist meines Wissens kein Muss. Dies hängt von der Wahl deines Themas ab. Es ist demgemäß vollkommen in Ordnung, wenn du dich "nur" schriftlich mit deiner Fragestellung auseinandersetzt. Aber auch hier sollte dir dein Betreuer Rede und Antwort stehen, dafür ist er schließlich da.   

Das Kol­lo­qui­um ist das abschließende wissenschaftliche Gespräch und findet i. d. R. im zweiten Halbjahr des Abschlussjahres statt. Vergleichbar ist es mit der mündlichen Abiturprüfung und dauert zwischen 20 und 30 Minuten. Im ersten Teil präsentierst du deine Ergebnisse in Form eines Referates, im zweiten Teil erläuterst du deinen Arbeitsprozess. Wie das abläuft, ist schwer zu pauschalisieren, da es in erster Linie von der Vorbereitung des Fachlehrers abhängt. Schwerpunkte könnten dein methodisches Vorgehen, inhaltliche Fragen, die Wahl deines Themas oder ein wissenschaftliches Streitgespräch sein. Dabei sollst du fundierte Kenntnisse zu Zielen, Methoden, Inhalt und Ergebnissen nachweisen. Aber wie gesagt, das hängt direkt von deinem Lehrer ab.

Die Sprachlichkeit soll der wissenschaftlichen Norm entsprechen. Phrasen, Wiederholungen, Verallgemeinerungen, eigene Meinungen etc. solltest du dabei vermeiden. Grundsätzlich solltest du jegliche Subjektivität vermeiden, denn der Schlüssel der Wissenschaftlichkeit ist nüchternde Neutralität. Kurz gesagt, der Leser darf nicht mitbekommen, wie du selbst zu dem Thema stehst. Analysiere deine Fragestellung lediglich anhand deiner Pro- und Kontraargumente. Worte wie "könnte", "hätte" und "würde" solltest du nicht verwenden, ebenso wie "ich" oder "man". Des Weiteren solltest du Füllwörter gänzlich vermeiden ("daraus folgt" anstatt "daraus folgt natürlich" usw.). Bring deine Aussagen immer direkt auf den Punkt. Sprachliche Wissenschaftlichkeit ist jedoch so umfangreich, dass du dich diesbezüglich unbedingt noch einmal belesen solltest.

Beim Schreiben musst du dich an dir selbst orientieren. Brauchst du lange, um deine Gedanken aussagekräftig zu formulieren, und hast oft Schreibblockaden? Oder arbeitest du effektiver, wenn dir die Zeit im Nacken sitzt. Bedenke auch die Zeit für das Korrekturlesen! Eine Faustregel besagt, dass man dies fünfmal machen sollte (immer mit Pausen von eigen Tagen dazwischen) und mindestens zwei Außenstehende, die sich nicht mit dem Thema auskennen, die Arbeit lesen lässt, um auf mögliche Fehler, die man selbst übersehen hat, aufmerksam zu werden, und die Verständlichkeit zu prüfen. Man selbst wird nämlich irgendwann "blind" für seine eigenen Texte. Druck dir das Endprodukt gegebenenfalls aus; das menschliche Auge kann auf Papier besser lesen als auf einem Bildschirm.

Die BeLL ersetzt eine Abiturprüfung, zumindest war es bei mir so, und geht mit 20% (?) in die Abschlussnote ein.

Vielleicht hilft dir dieser Link noch weiter:
https://www.schule.sachsen.de/download/download\_smk/hr\_bell\_09.pdf










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Kommentar von usandthem
07.07.2016, 19:18

Dankeschön, das hat echt weiter geholfen =)
Mein Thema ist natürlich deutlich präziser (wäre ja sonst unmachbar), ich widerlege (oder Versuche es zumindest ;) ) das Bedenken einiger Christen  (Gabriele Kuby & Co.) gegenüber Harry Potter unbegründet sind, also auch Fächerübergreifend...

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