Desinfiziert Spucke wirklich bei kleinen Wunden?

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5 Antworten

Tatsächlich enthält Speichel Stoffe, die Keime abtöten können. So wirkt Lysozym gegen Bakterien, die in die Wunde eindringen. Londoner Wissenschaftler haben außerdem herausgefunden, daß das im Speichel enthaltene Nitrit auf der leicht sauren Hautoberfläche zu Stickoxid umgesetzt wird. Stickoxide wirken ebenfalls keimtötend. Mit Speichel wird die Wunde daher desinfiziert.

Dafür ist jedoch nur der eigene Speichel geeignet.

Quelle: http://www.oekotest.de/cgi/vb/vbgs.cgi?frage=4389

Die verbreitete Nutzung von Speichel zur provisorischen Wundreinigung- und Desinfektion ist aufgrund der ebenfalls im Speichel enthaltenen Mundflora nur bei der Selbstversorgung unbedenklich. Letztere ist individuell auf die Essgewohnheiten abgestimmt und kann bei anderen Menschen zur lebensbedrohlichen Sepsis führen.

Quelle: wikipedia

Die Spucke desinfiziert keineswegs. In der Spucke sind nämlich jede Menge Keime und Bakterien. Aber: wenn man auf eine Wunde Spucke macht, kommt von außen kein Schmutz drauf. Und das war wohl der Grund, warum man das "früher" erstmal gemacht hat.

Heute desinfiziert man mit "klarem Wasser", um Schmutz von außen zu vermeiden. Und dann mit der 1.Hilfe-Behandlung natürlich entsprechende Mittel.

schau mal hier, das wird Deine Meinung ändern:

http://www.oekotest.de/cgi/vb/vbgs.cgi?frage=4389

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@KalalaKa636

Einspruch, Euer Ehren. Typisch Oekotest ... man zitiert Wissenschaftler, merkt aber nicht, dass man völlig widersprüchliche Aussagen abdruckt: Natürlich ist richtig, dass der Speichel fremder Menschen Keime in eine Wunde einbringt. Aber soweit zu denken, dass man auch selbst Keime im Speichel hat, die tunlichst NICHT ins Blut gelangen sollten ... dazu reicht die Sorgfalt der Redakteure wieder nicht. Und die Geschichte mit dem Stickoxid ist geradezu haarsträubend ... es ist zwar richtig, dass NO Bakterien abtöten kann, aber die Verknüpfung Nitrit / saurer pH der Haut / Stickoxid ist sehr theoretisch ...

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Das ist so nicht richtig.

Nur weil sich Keime, Viren und Bakterien im Speichel tummel, bedeutet dies nicht, das der Speichel keine desinfizierende Wirkung hat.

Desinfizieren bedeutet totes oder lebendes Material in einen Zustand zu versetzen, dass es nicht mehr infizieren kann.

Desinfektion ist also lediglich das Abtöten oder Inaktivieren von Erregern (wie Viren,Bakterien und Mikroben) übertragbarer Krankheiten, nicht aber aller Keime.Daher ist die Desinfektion bei genauer Betrachtung eine selektive Entkeimung.

Auch werden teilweise Sporen abgetötet,Viren, Prionen (infektiöse Proteine), Plasmide und andere DNA-Fragmente zerstört.

Die transiente Flora wird so stark reduziert, dass eine Keimweiterverbreitung bzw. Übertragung unterbunden wird.

Daher der Name "Des"-"infektion" (disinfection, fumigation) (Nicht- Ansteckend) Aber dies ist nicht gleich zu setzen mit Keimfrei, also Steril.

Sie verwechseln dies sicher mit der Sterelisierung.

Als Sterilisation (sterelisieren/entkeimen) bezeichnet man Verfahren, durch die Materialien und Gegenstände von lebenden Mikroorganismen befreit werden.

Natürlich benutzt man dazu unter anderen auch Desinfektionsmittel wie Alkohole oder Chlor-Verbindungen(Chemische Desinfektion). Aber auch große Hitze, die sog. thermische Desinfektion und Lichtspektren (Uv-C) wird zum sterilisieren genutzt. Aber eine 100 % Sterilität zu erreichen, reicht teilweise nicht mal eine Kombination aus den verschiedensten Möglichkeit.

Technisch gilt ein Bereich ab Zehn hoch minus 6 Restgehalt an vermehrungsfähigen Mikroorganismen, einer koloniebildende Einheiten, als Steril.

In der technischen Abgrenzung zur Desinfektion wird bei der Sterilisation in der Regel eine um eine Zehnerpotenz höhere Wahrscheinlichkeit der vollständigen Sterilisation gefordert.

Also Desinfektion ist ungleich Sterilisation.

Bestimmt haben sie auch mal was von resistente Viren gehört. Das bedeutet im Endeffekt nur, dass der Keimreduktionsfaktor nicht mehr den erwünschten Wirkungsgrad hat. Die Keime werden nicht mehr in ihrem Wachstum/Verbreitung genug gehemmt und abgetötet.

Nun mal zum Thema.

Der Speichel wirkt sehr wohl desinfizierend. Dies können wir uns auch ganz einfach logisch herleiten. Betrachten wir doch nur mal die ganz offensichtlichen Aufgaben des Speichels , dessen Aufbau muss man daraus mit gesunden Menschenverstand schlussfolgern.

Aufbau.

Maßgeblich für die Produktion des Speichels ist die Mundspeicheldrüse verantwortlich. Über 90% bildet die große Mundspeicheldrüse. Die fehlenden 10% werden von den kleinen Speicheldrüsen, die sich verstreut in der Mundschleimhaut befinden, gebildet. (lat. Bezeichnung Glandula parotis, Glandula submandibularis und Glandula sublingualis).

-- Zusammensetzung des Speichels Wir unterscheiden zwischen serösen Speichel und dem muzinösen Speichel.

Das Sekret, die Sekretion des serösen Speichels wird durch die parasympathische Aktivität, die des muzinösen Speichel durch Aktivität des sympathischen Nervensystems angeregt.

para = gegen; sympathikos = mitleidend

Der Parasympathikus ist als Teil des vegetativen Nervensystems Gegenspieler des Sympathikus. Durch ihn werden vorwiegend Körperfunktionen innerviert, die der Regeneration des Organismus und dem Aufbau von Energiereserven (trophotrop) dienen.

Der Sympathikus ist ein Teil des vegetativen Nervensystems. Durch ihn werden vorwiegend Körperfunktionen innerviert, die den Körper in erhöhte Leistungsbereitschaft versetzen und den Abbau von Energiereserven (ergotrop) zur Folge haben. Dabei verhält sich seine Wirkung überwiegend antagonistisch zur Wirkung des Parasympathikus.


Speichel ist eine komplex zusammengesetzte Flüssigkeit, die neben dem Hauptbestandteil Wasser (99%) eine Vielzahl von organischen und anorganischen Verbindungen enthält. Als physiologische Speichelbestandteile finden sich u.a.:

Proteine,Mucin 1 (MG1),Mucin 2 (MG2) ,sIgA,Laktoferrin,Peroxidasen,Amylasen (Ptyalin),Carboanhydrasen,Prolin-reiche Proteine (PRPs),Lysozyme,Statherine,Histatine ,Cystatine

Hier für uns wichtig die Lysozyme. Lysozym ist ein zur Gruppe der Hydrolasen gehörendes Enzym, das durch seine antibakterielle Wirkung zur Funktion des Immunsystems beiträgt.

Das finden wir auch in der Tränenflüssigkeit, Schweiß, Nasensekret und dem Cerumen (physiologischer Bestandteil des äußeren Ohres) wieder.

Kleinmolekulare Bestandteile des Speichels : Elektrolyte,Ammoniak,Harnsäure,Harnstoff.

Funktionen des Speichels:

-Vorverdauung von Kohlenhydraten (Daher auch schon der gesteigerte Speichelfluss vor der Nahrungsaufnahme. Etwa durch Geeruch oder Visuell. -Veränderung der Speisekonsistenz (Viskoelastizität) für das Schlucken. Mit trockenem Mund bekommt man nichts runter. -Lubrikation der Mundhöhle (Befeuchtung) -Abwehr pathogener Erreger (Viren, Bakterien und Pilze) -Kontrolle der residenten Mundflora -Plaquekontrolle (Neutralisiert Milchsäure die durch Laktobazillen enstehen. Dadurch diese entsteht in letzter Instanz die Karies/Zahnfäule. -Neutralisation von Toxinen -Pufferung von Nahrungsmittelsäuren -Schutz und Remineralisation der Zahnsubstanz -Schutz und Reparatur der Mundschleimhaut

So sind die häufugsten Bakterien im Mund :

Bakterium Streptococcus mutans und die Laktobazille.


Hier kann man einiges dazu nachlesen :

http://de.wikipedia.org/wiki/Speichel#Funktion


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naja. nur halbrichtig das ganze.

Das ist totaler Quatsch! Du hast in Deinem Speichel Millionen von Bakterien, z.B. ist kein Mensch 100%ig Kariesfrei, das würde ich nicht in eine Wunde einbringen...

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