Designarbeit wird nicht bezahlt, Anzeige?

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6 Antworten

Hallo

- ein "Vertrag" kommt schon durch Leistungsannahme oder mündliche Abrede zustande. Wenn man was schriftlich hat ist dass noch besser.

- Besorge dir eine "gute" AGB und hänge die in deinen Geschäftsräumen aus und im Internet (AGB gibt es kostenlos oder zu kaufen)

- erstelle eine "Preisliste" und hänge die in deinen Geschäftsräumen auf und stell die zur AGB ins Internet

- Arbeitsunterlagen sichern/Kopieren (Quellcodes, Bilder, Verlauf)

- Wenn online, regelmässige "Schnappschüsse" (Webspider) der kompletten Site machen. Sitevisits mitzählen

- eine detailierte Rechnung, mit Honorar zu üblichen Stundensätzen bzw der Preisliste, per Schneckenpost zustellen aber nicht verbuchen

- in der Rechnung explizit auf deine AGB + Preisliste hinweissen oder drucke das hinten mit drauf in üblicher Winzigschrift

- Reaktion abwarten

- wenn Kunde sagt dass war nicht so ausgemacht weil "Pauschal" dann nach Eingang der Geldmittel korregierte Rechnung zustellen und Schwamm drüber.

- Wenn Kunde sagt er hat das nicht bestellt oder nicht reagiert dann korrekt Mahnen und danach zum Amtsgericht und eine Vollstreckung des Rechnungsbetrags und der Mahnkosten plus Aufwand einleiten. Als Firma kannst du deinen Stundensatz für denn Aufwand ansetzen ausser deine AGB enhalten diesbezüglich andere Werte zb denn Stundensatz eines Anwalts.

- Widerspruch abwarten, wenn behauptet wird es wurde nichts geliefert dann die Arbeitsunterlagen als Beweiss bei Gericht vorlegen und prüfen lassen. Danach gibt es dann eine gerichtliche Regelung (Schlichtung) oder eben einen Prozess (Wegen der geringen Summe lehnt das Gericht das ab und vollstreckt)

- Zudem hast du noch die Urheber-Rechte auf deine Werkleistung die kann man in Gebühr stellen so lange die Rechnung nicht bezahlt wurde und dann wie die Abmahnanwälte das machen eine fiktive/Pauschale Rechnung von XX€ pro Tag berechnen (VG Wort und VG Bild haben entsprechende Berechnungsunterlagen). Wenn man das geschickt macht und einen Anwalt kennt kann man damit einige 1000€ "ziehen" und Vollstrecken. Man kann eigentlich auch "utopische" Beträge ansetzen weil das Gericht später erst mal anerkennt das eine Leistung erbracht und vergütet werden muss aber die Höhe ein seperates Streitverfahren wird. Solange dass in deinen AGB steht wird es auch schwer anfechtbar. Vor allem er muss Nachweissen das die Kosten "Überhöht" sind und nach der Vorgeschichte schiesst er sich leicht selber ins Knie. Da kommt dann das Argument das er das auch selber hätte machen können und in 15 Minuten zu erledigen wäre und dafür waren dann 90€ ja "Grosszügig". Dann muss ein Gutachter ran und der sieht sich das an und legt die Werte fest. Mag sein das man dann einiges an Honorar "verliert" aber ein Grafikerhonrar ist dann sicher und die Preise die bei Werbung bezahlt werden.

- Als Urheber steht dir immer Vergütung zu wenn er diese nicht sofort bezahlen/abgelten will wird er halt vom UHG erwischt. Solange er die Arbeitsleistung "öffentlich" verfügbar macht muss er Honorar zahlen und zwar nach denn üblichen Sätzen und nicht nach seinem Gutdünken. Deswegen hast du Interesse daran das deine Werkleistung möglichst lange Online bleibt. Also nicht erklären/drohen dass du deine Arbeit offline haben willst bis die bezahlt wird. Nein einfach ins URHG "Messer" laufen lassen

- www.bildkunst.de/vg-bild-kunst/tarife/tarife.html

- Aber Achtung bei Privatseiten sind die Honorare gering

- Wenn er noch andere geklaute Sachen online hat einfach die Rechteinhaber kontakten (aber besser erst wenn man durch Pfändungsurteil vorne in der Reihenschlange ist. Gerade Bildagenturen sind schnell beim abkassieren weil eigene Rechtsabteilung)

- Kostenmässig und Aufwandsmässig ist das bei 90€ natürlich nicht sinnvoll aber irgendwann muss man dass machen und es gibt Firmen oder den Staat die wegen 1€ auch nicht nachdenken ob sich das rechnet sondern bis zur EV durchmahnen.

- Wenn man selbständig in dem Metier sein Geld verdienen will/muss dann mus man auch Wissen wie man weniger "Nett" ist und was einem alles in die Parade fahren kann.

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hallo Zocker, da hast du leider die A*Karte gezogen, das wird eine Zivilklage, keine Anzeige, denn es handelt sich um keine Straftat wie Betrug (und auch hier würde, bei 90 €, kein öffentliches Interesse an einer Strafverfolgung entstehen), sondern um "Annahmeverzug". Es enstehen dir also Kosten, die vom Verursacher in einer Zivilklage zu fordern sind. Also Rechnung erstellen mit kurzem Zahlungsziel, nach einer Woche Mahnbescheid etc ist bei 90 € leider kaum der Mühe wert - ich weiss wovon ich rede, arbeite in der Branche :)


Oder hast du schon ausgeliefert und er weigert sich zu zahlen, dann ist die Lage anders

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Nun habe ich im Sinn, ihn Anzuzeigen. Aber geht das?

Das kannst Du gern tun. Der zuständige Staatsanwalt wird das Verfahren dann mangels einer zu verfolgenden Straftat einstellen.

Ich habe nämlich keinen Vertrag abgeschlossen

Sondern?

Und was für ein Bußgeld würde ihn erwarten?

Keins.

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Anzeigen macht hier wohl wenig Sinn, da kein Vertrag vorhanden ist. 

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Kommentar von Zocker550
20.10.2015, 21:12

Aber alles ist schriftlich aufgenommen worden, dank Skype.

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Vor Gericht müsste der Auftraggeber ja doch die Wahrheit sagen und auch im Handwerk wird vieles per Handschlag und mündlich vereinbart. Die Beweislast ist schwieriger, aber dank Skype wäre dies vermutlich vor Gericht zu zulassen.

Die Frage ist nur, ob sich 90 Euro für ein Gerichtstermin lohnen und das ganze mit Anwalt und so.

Lass Dir alles bitte schriftlich geben, mündlich ist heutzutage larifari.

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Du hättest ein Wasserzeichen drüberklatschen sollen oder in sehr geringer Auflösung ihm das geben sollen. So würde ich mal sagen, stehen die Chancen schlecht

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