derber Gebrauch "Brot" in Umgangssprache?

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Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ich kenne davon nur "dumm wie Brot"... Brot wird ambivalent behandelt, denn obgleich es das Grundnahrungsmittel schlechthin ist, ist es eben auch recht einfach und schmeckt so ganz alleine nach nicht viel. Nicht umsonst sitzt man im Kerker "bei Wasser und Brot". Es ist quasi das Mindeste, was man bekommen kann, um zu überleben. Auch sagt man, man wolle "sich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen", denn die ist der Luxus, der das einfache Nahrungsmittel etwas aufwertet.
Gleichzeitig ist es ein Symbol für Nahrung im Allgemeinen, wie z.B. der Ausdruck "Brot und Spiele" herausbringt: es geht ja nicht darum, dass man jedem Einwohner einen Laib Brot in die Hand drückt, sondern dass man allgemein eine Versorgung mindestens mit Grundnahrungsmitteln gewährleistet und für Unterhaltung sorgt, damit das Volk keinen Grund zum Aufbegehren hat. Viele Revolutionen fangen damit an, dass das "einfache Volk" hungert. Und eines der einfachsten Nahrungsmittel ist eben das Brot.
In "wes' Brot ich ess, des' Lied ich sing", bedeutet Brot sowas wie "wirtschaftliche Abhängigkeit", steht also für die Lebensgrundlage. Das kommt auch bei "in Lohn und Brot stehen" zum Ausdruck, wobei es da so gesehen quasi doppelt gemoppelt ist. Wenn von eienr "brotlosen Kunst" die Rede ist, meint man, damit ließe sich keine Lebensgrundlage schaffen.
Was "heilig" ist, ist eine Frage der jeweiligen Religion, und auch wenn Nahrung wohl überall grundsätzlich geschätzt wird, ist die Assoziation mit dem Laib (^^) Christi nicht automatisch gegeben, und ich denke, viele Christen sehen diese nur in Verbindung mit der rituellen Hostie, nicht mit der Frühstücksschnitte.
Letztlich gilt noch immer: "Der Mensch lebt nicht vom Brot allein." Grundnahrungsmittel schön und gut, aber ganz abgesehen vom Vitaminmangel (außer B ^^) wäre es doch langweilig, wenn es ansonsten nichts gäbe.

Sie irren sich, wenn Sie bahaupten, dass Christen Brot ehren, weil es Assoziation mit dem Laib oder der Hostie hervorruft. Die Slawen (wie ich) halten Brot für heilig, weil viele Menschen in Afrika und irgendwohin verhungern! Man weiß aus der Geschichte was Hunger ist. Die Erzihung spielt auch hier eine große Rolle. Wie kann ich Brot werfen, wenn mein Urgroßfater nur vom Krieg träumte? Was das Sprichwort "Der Mensch lebt nicht vom Brot allein." anbetrifft, so handelt es sich um geistiges Leben und NICHT um den Vitaminenmangel!

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@Iren0079

Wenn Sie es bereits besser wissen, warum fragen Sie dann?

Mir ist die Bedeutung von "Der Mensch lebt nicht vom Brot allein" durchaus bewusst, das mit den Vitaminen sollte lustig sein, allerdings habe ich wohl nicht deutlich genug ausgedrückt, dass ich mit "wenn es sonst nichts gäbe" nicht eine variationsreiche Küche, sondern durchaus ein entsprechendes Leben meinte.
Bezüglich der Religion halte ich mich erneut an das, was ich bereits schrieb: was heilig ist, ist eine Frage dessen, woran man glaubt, was man beigebracht bekommen hat. Und ich denke, man kann nicht grundsätzlich behaupten, dass Christen das Brot nicht verehren, denn es gibt das Ritual der Hostie, welche den Leib Christi symbolisiert ("dies ist mein Leib", zumindest hab ich das im Konfirmandenunterricht beigebracht gekriegt, was der Theologe dazu sagt, ist eine andere Frage). Dass man Nahrung ansich wertschätzt, wird davon gar nicht tangiert. Diese Wertschätzung muss aber nicht religiösen Charakter haben und sich auch nicht auf das Brot allein beschränken (wenn es in Afrika alle Nahrungsmittel außer Brot gäbe, würden die Menschen auch nicht hungern).

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Hm... über den Ausdruck "dumm wie Brot" hat sich meine Mutter vor Jahren mal schrecklich aufgeregt!

Wohl weniger aus religiösen Gründen (was ja sogar den tiefsten Sinn hat), sondern weil es ein Grundnahrungsmittel ist und man es als solches wertschätzen sollte und viele auf dieser Welt froh wären, wenn sie Brot hätten...

Der Spruch ist ja auch irgendwie blöd, aber, mein Gott! Es gibt viele dumme Sprüche!

Ich stimme Ihnen zu.

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