Der Vormärz von 1814-1848: Wer steht gegen wen?

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1 Antwort

"Parteien" im heutigen Sinne gab es nicht. Es gab sehr wohl Gruppierungen, z. T. private Vereine, die gewisse politische Ideen und Zielsetzungen verfolgten, aber sie hatten kein "Parteiprogramm" und keine festen Strukturen.

"Nationalisten": Der Wunsch weiter Teile des aufstrebenden Bürgertums ging nach der Niederlage Napoleons und Frankreichs dahin, nicht wieder ein "Heiliges Römisches Reich deutscher Nation", zersplittert in viele Einzel- und Klein(st)staaten, zu errichten, sondern ein einiges Deutschland mit einer zentralen Regierung. Abhängig von der politischen Einstellung wurde eine monarchische, aber auch schon eine republikanische Staatsform befürwortet.

"Liberale": Sie verfolgten eine stärkere politische Mitsprache des Bürgertums an der Politik und an den Regierungsgeschäften. Sie lehnten die Monarchie nicht ab, wollten aber die Befugnisse des Monarchen beschränken, z. B. mit einer Verfassung genau festlegen (konstitutionelle Monarchie). Eine Minderheit von Liberalen befürwortete die parlamentarische Monarchie. Die Verfassung sollte auch die Rechte der Bürger gegenüber dem Staate sichern, u. a. gewisse unveräußerliche, von allen Staatsgewalten zu respektierende Grundrechte festschreiben.

"Reaktionäre": Diese, zu denen Metternich zu zählen ist, wollten insofern zu den Verhältnissen vor Napoleon zurück, als sie die Macht des Monarchen so wenig wie möglich einschränken wollten. Eine Verfassung lehnten sie daher weitgehend ab. Allenfalls eine Ständeversammlung mit beratendem Charakter war das Äußerste, zu dem sie sich als Zugeständnis an die Bürger bereit fanden. Eine Garantie unveräußerlicher Grundrechte der Bürger kam für sie nicht infrage.

MfG

Arnold

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