Der Traum von Prinz Friedrich von Homburg

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Die Traumszenen bilden den Rahmen des Dramas, da sie ja am Anfang und am Schluss vorkommen und unterstützen den symmetrischen Aufbau des Dramas. Ich würde sagen, dass der Prinz in seinem Traum unterbewusst das ausdrückt, was er sich am meisten wünscht: Ruhm und Ehre ( in Form von dem Lorbeerkranz), Liebe (er nennt Natalie seine "Braut") und Glück. Dass er im Traum schon vor der Schlacht von seinem Sieg überzeugt ist und sich den Siegerkranz windet, zeigt seine Selbstbezogenheit und Eitelkeit. Die Traumszene stellt die Wünsche des Prinzen der Realität gegenüber. Durch den Handschuh, also die Vermischung von Traum und Wirklichkeit wird der Prinz letzendlich total verwirrt, was dann dazu führt, dass er die Befehle nicht mitbekommt. Er ist also durch den Traum, der Wirklichkeit entrückt und lässt Gefühl statt Gesetz als leitendes Motiv für sein Handeln walten. Deshalb kann er er auch nicht nachvollziehen warum er verhaftet wird nachdem er nach der Schlacht doch vermeintlich alle Ziele erreicht hat("Träum ich? Wach ich? Leb ich? Bin ich bei Sinnen?). Die Erkenntnis, dass er sich einer Illusion hingegeben hat, bekommt er als er sein ausgehobenes Grab sieht. In der Todesfurchtszene wird sich der Prinz seiner Situation und der Realität bewusst. Danach durchläuft er einen geistigen Reifeprozess bei dem er seine Persönlichkeit auf Basis der Realität wieder aufbaut. Ich denke nicht, dass der Prinz eine Vision vom Ende des Dramas hat, da sich die letzte Traumszene von der ersten ziemlich unterscheidet. Sein Wunsch bzw seine Wünsche werden ihm am Ende erfüllt, und zwar vom Kurfürsten, also gerade demjenigen, der sie am Anfang verhindert hat. Außerdem hoffte er am Anfang durch vermeintliche Heldentaten zu Ruhm und Liebe gelangen zu können, hatte also rein selbstsüchtige Motive, während er am Ende, dadurch, dass er alles aufgibt, sich selbst also völlig zurück stellt und sogar das Todesurteil annimmt, tatsächlich zu Ruhm gelangt. Er wird also dadurch dass er sich selbst erniedrigt, erhöht und geehrt. Die gewonnene Liebe, Ehre und Ruhm sind quasi Belohnung für seine Selbstüberwindung. Und nein er träumt das Ende nicht. Es ist im Prinzip das genaue Gegenteil des Anfangs. Am Anfang hält er den Traum für Realität und nach seiner inneren Wandlung hält er jetzt am Ende die Realität für einen Traum.

Hoffe ich konnte helfen :)

Hi,

ich kann @MaryElite bei fast allem zustimmen. Zentrale Motive sind einmal der Traum, die Wirklichkeit und die Ruhmsucht.

Eine gute Zusammenfassung und Interpretation dessen findet man auch ganz gut hier auf abi deutsch: http://www.abi-deutsch.de/prinz-friedrich-von-homburg

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