Der Sinn von Gefühlen?

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7 Antworten

Wow, da stecken viele kleine Fragen drin und ich versuch mal, auf einige zu antworten:

  • "Was ist so schlimm daran, dass ich meine Freundschaften nicht auf Gefühle, sondern auf den Verstand begründe?" - Schlimm ist es nicht, ich würde eher sagen, anders. Die Menschen dir gegenüber sind vermutlich alle (oder viele) sehr gefühlvoll. Du wunderst dich über ihre Reaktion, aber sie bestimmt auch über deine! Also, ein einseitiger Weg ist das schonmal nicht.

  • "Aber warum freuen sich Menschen über die Gefühle anderer?" - Weil es ihnen gut tut, z.B. geliebt zu werden. Ich vermute, sie empfinden das genauso angenehm wie du, wenn du die Verbindung deines Verstandes beschreibst.

  • "Sollten sie sich nicht über das freuen, was die Gefühle ausgelöst hat?" - das können sie wahrscheinlich nicht. Viele Menschen sehen eine Information und wandeln sie sehr schnell in ein Gefühl um. So, wie du Gefühle nicht verstehst, verstehen wohl auch sie nicht, wie du dich über "Fakten" freuen kannst...

  • "Man soll sich doch mögen, weil man die Eigenschaften des anderen mag, und nicht weil einem die trügerischen Gefühle soetwas vorgaukeln." - Viele Menschen nehmen Gefühle anders wahr als du, und zwar ist das ihre Art der Verbindung zu einem anderen Menschen. Sie finden Gefühle toll, es begeistert sie, und sie finden sie nicht immer betrügerisch.

  • "aber wenn ich es erkläre, finde ich es vollkommen einleuchtend." - das ist das problem bei vielen; sie hören deine Informationen, aber dennoch haben sie so etwas wie ein "Gefühlsohr", dass da wieder Gefühle "reinschmuggelt". Aus deiner Sicht würde ich es so sehen: viele andere menschen nehmen die Informationen nicht "rein" war, sondern "verfärbt" durch ihre Gefühle. Du trägst eine farblose Brille, die anderen aber nicht- hilft dir diese Vorstellung?

  • "Bestehen Freundschaften wirklich nur aus Gefühlen?" - Nicht nur, denke ich. Aber vermutlich erscheinen sie dir unheimlich groß und überwältigend, und unverständlich. Oder?

  • "Ich finde, sie sollten aus dem bestehen, was in der Regel die Gefühle auslöst, wie z.B. die Eigenschaften." - Oh, ich glaube, ich habe dich missverstanden. Du verstehst zumindest, dass Informations-teilchen Gefühle auslösen. Aber... vielleicht merkst du das bei dir selbst nicht?

zum Schluss: es wäre schön (falls du noch niemanden hast) jemanden zu finden, der genauso ist wie du. Ihr könntet euch austauschen und dann mehr zusammen darüber nachdenken, wie das alles funktioniert mit den gefühlen...

btw... ich würde mich richtig freuen, falls du antwortest. Ich hoffe, ich verletze dich nicht, aber Menschen, die ein bisschen anders sind (wie du), die faszinieren mich regelrecht. :-)

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Kommentar von MysterioserMann
28.05.2011, 22:16

Hey,

vielen lieben Dank für diese sehr ausführliche Antwort!

Ich denke, du hast sehr gut erfasst, worum es mir geht und was das Problem ist; die unterschiedliche Wahrnehmung. Ich kann mir vorstellen, was es heißt, von Gefühlen gelenkt zu werden (habe ich ja in nichtsozialen Themen öfters auch), aber ich kann nicht nachvollziehen, warum es gut sein soll. Ich meine, Gefühle, die die vorhandenen positiven Eigenschaften verstärken sind ja durchaus sinnvoll, aber wenn sie wirklich nur aus dem Bauch heraus entstehen... Wahrscheinlich bin ich grade wieder viel zu rational, aber ich kann das nicht als "wahre" Freundschaft empfinden/erkennen. Würde mir jemand seine Liebe zu mir gestehen, könnte sie aber nicht begründen können, dann würde ich mich auch nicht freuen, weil ich wüsste, dass dieses Gefühl komplett willkürlich entstanden ist und ebenso willkürlich wieder verschwinden kann. Ich wüsste, dass ihre Beziehung zu mir nicht ehrlich wäre (auch wenn es in ihren Augen durchaus ehrlich wäre), aber schlussendlich lässt sie sich wieder "nur" von ihren Gefühlen steuern.

Ob ich Liebe empfinden kann weiß ich nicht... Ich war noch nie verliebt, ich bin aber auch noch nicht so alt (16 Jahre). Ob das an meinem jungen Alter, der Medienmanipulation oder einfach meiner Unfähigkeit, soziale Gefühle zu verspüren liegt, weiß ich nicht. Auf eine Beziehung ohne Liebe würde ich mich aber niemals einlassen. Wobei ich auch nicht ausnahmslos so kalt bin. Ich lebe zum Beispiel vegan, woraus die meisten Menschen schlussfolgern, dass ich ein sehr emotionaler Mensch sei (was ja eben nicht stimmt). Für mich sprachen aber immer nur die logischen moralischen Gründe für diese Lebensweise, ich habe nicht eingesehen, warum ein gefühlskalter Mensch egoistisch leben müsse (was die meisten Menschen denken), wenn er seine Moral doch immernoch mit dem Verstand begründen kann. Normalerweise werde ich wütend (ein Gefühl, was ich noch relativ gut empfinden kann, aber nur kurzzeitig), wenn ich Videos über Tiermisshandlungen sehe. Allerdings gibt es auch Videos, die so unbeschreiblich schrecklich sind, dass kein Mensch die mit trockenen Augen ansehen kann und eigentlich jeder früheitig wegklickt, wo ich auch anfangen muss zu heulen und den Schmerz anderer Lebewesen in mir selbst spüre. Ansonsten zählt für mich nur der faktische Umgang. "Das Tier wird lebendig zersägt". Und dann blicke ich in die Augen und nicht die Fakten, sondern das Leiden dieser Tiere ergreift mich.

Oder in Streitgesprächen mit meiner besten Freundin passiert dies in sehr seltenen Situationen ebenfalls, wenn wir uns sehr schlimm gestritten haben. Und obwohl ich eine rationale Lebensweise als besser empfinde, freue ich mich jedesmal über dieses Gefühl und versuch es, so lange wie möglich aufzuhalten, jedes Mal Weinen ist für mich eine Wohltat... Das zeigt ja, dass ich doch nicht so zufrieden bin mit meiner Gefühlskälte...

Dein Interesse an "anderen" finde ich nicht schlimm, ich würde mich auch über weitere Antworten freuen :)

Liebe Grüße vom mysteriösen Mann

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Na ja, vielleich verstehen es die Leute nicht, weil sie die ganze Zeit dachten eure Freundschaft würde auf Gefühlen basieren (keine Ahnung ob man das so schreibt :D)

Ich habe mir eigentlich nie Gedanken pber sowas gemacht, aber jetzt wo du es sagst ist es doch logisch, oder? Es fängt doch nicht gleich mit Gefühlen an. Erst findet man jemanden nett oder symphatisch, desahlb spricht oder unternimmt mehr miteinander und so lernt man sich besser kennen. Irgendwann hat man dann bestimmt gemeinsame interessen und fäng an sich zu mögen und zu respektieren... taj und dann hat man halt einen neuen Freund gefunden, weil man sich vertraut und gemeinsame Erfahrungen hat, auf denen dann eine Freundschaft basiert. Vielleicht ist man sich seiner Gefühle auch nicht immer bewusst, aber ich denke das eine Freundschaf mehr als nur die Zuneigung ist, gemeinsame Interessen, die Eigenschaften des anderen und das man Spaß zusammen hat sind genau so wichtig, das ist doch kein Grund in Tränen auszubrechen...

 

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Kommentar von caveman2011
27.05.2012, 20:27

Freundschaft und gefühle da haste keine ahnung und geht es dir gut ????.

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Kommentar von caveman2011
27.05.2012, 20:32

Sorry du spichst mir aus dem herzen stimt so wie du es sagst.

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Freundschaften, Partnerschaften und Ehen bestehen logischer Weise aus Beidem - aus Emotion und aus Ratio. Auch Du bestehst nicht nur aus Ratio, denn das Gefühl war vorher da, bevor die Ratio einverstanden war. Es ist wirklich nicht erstrebenswert der Ratio rein Alles zuzuweisen und ein reiner Gehirnmensch zu sein, dann würde Dein Herz verkümmern - die allermeisten Depressionen entstehen , weil das Herz kein Mitspracherecht enthält, und man immer auf Deine Denkfähigkeit zählt. Wenn du weiterhin so argumentierst, wirst Du es in absehbarer Zeit zu spüren bekommen, weil Jeder der Dich kennt, sich dumm vorkommen würde, wenn er Dir Gefühle mitteilen würde - aber ohne Gefühle kann man einem Menschen niemals nahe kommen.

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Gefühle sind für die meisten Menschen das Hilfsmittel für Empathie, Mitgefühl. Die Möglichkeit andere wahrzunehmen in ihrem jeweiligen So-Sein. .....

Erst durch das Mit-Fühlen verstehen sie einander.

Und dann gibt es Menschen welche ausreichend Vorstellungskraft besitzen um auch ohne Gefühle zu verstehen was außerhalb von ihnen geschieht.

Gib acht dass Du keinen Psychiater auf Arbeitssuche in die Finger gerätst. Er macht gleich einen Autisten aus Dir, wird Dich reichlich behandeln wollen, medikamentös einstellen und so fort.

Es ist - natürlich - zu bedenken, dass Gefühle mit dem Hormonhaushalt gekoppelt sind. Das bedeutet unter anderem:

Gefühle werden durch manche Hormone erst möglich. Andererseits können Gefühle so stark sein dass sie den Verstand auschalten. Letzteres mag im Notfall sinnvoll sein. Allerdings nur wenn das pragmatisch Richtige dann auch abläuft. Und das wird uns durch die Massenmedien seit langer Zeit abtrainiert. Zum Beispiel bei einer Katastrophe schlicht zu fliehen bzw. den größtmöglichen Schutz zu suchen. Anstatt hysterisch zu schreien.

Gefühle können durchaus ganz schön launisch sein. Gerade beim weiblichen Geschlecht welches doch lange Zeit seines Lebens davon geschüttelt wird. Es macht also durchaus Sinn sich Gefühlen eher mit Vorsicht zu nähern.

Gefühle wahrnehmen zu können will gelernt sein. Darüber hinaus nutzt es nichts wenn keine Worte dafür im Bewusstsein sind.

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Ist bei uns Family - Kanal, verstehst!

Kerl:

Ist doch eigentlich mehr als einleuchtend, und fühlen tut man dann eigentlich wenn man weiß wo dran man ist. Das einzige wo das nicht so ist, ist wenn man von heut auf Morgen das Kind im Arm hält, wenn es auf die Welt kommt.  Da fühlt man tatsächlich sofort. Aber sonst macht man eigentlich erst wenn man sich ziemlich lange kennt, dann sind das Begleitumstände.

Kerl:

Ist bei mir auch hhmm.... also in Bezug auf Partnerschaften, so Verliebtsein und den ganzen kram eigentlich eher selten, bei Trauer genauso, da geht man sachlogisch vor, kommt dann aber auf die Stimmung an, wenn der Tag ansonsten gut war, kann selbst dieses einen nicht um hauen,... Wie ist denn das bei dir mit Wut und Agressionen, hast du dieses auch nicht, da muss man schon ganz doll reizen..

Bei mir schon bin aber auch eine Frau eigentlich alles im Übermaßen vorhanden, die zwei da oben können das nur bei direkter Familie, ist man oder Frau nicht Familie klappt bei denen beiden nicht bis auf anderes Brüderchen, der kann... der ist so verstrahlt wie ich ... obwohl bei Trauer verfahr ich wie sagt D. sachlogisch... gut kann man zwar heulen, macht man meist aus Anstand weil es von einem verlangt wird und unweiblich sonst aussieht, obwohl ist total wenig geworden aber bei Geschichten, Fußball, Tierfilmen kann ich weinen und da müssen Emotionen raus aber wenn Freund schluss macht oder so...nööö..

Hhm ist interessant, regt gerade zum Nachdenken an, wir wollen Lösung, daher uns aus der Bewertung raushalten

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... aber wenn ich jemandem das gestehe, bricht er gleich in Tränen aus. Ich glaube nicht direkt, dass alle gleich "in Tränen ausbrechen" - wenn du keine sonderlichen Gefühle für ihn empfindest, denn das wäre ein Zeichen für ein sehr labiles "Seelengerüst" deiner Bekannten!

Ich weiß geistig, dass dies der perfekteste Mensch auf Erden ist,... Meine Meinung: Zum Glück gibt es keinen "perfekten Menschen"....

  - Deine Aussage, du würdest Freundschaft nach dem Verstand begründen, lässt mich eher vermuten, dass du sehr enttäuscht wurdest, um nicht zu sagen, dass du auf dem besten Weg bist,  depressiv zu sein.

Ich fürchte, du hast noch niemanden getroffen, mit dem du wirkliche, echte Freundschaft führtest. Vielleicht - bist du noch nicht reif dafür!?

 

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Kommentar von MysterioserMann
17.05.2011, 20:58

Hi,

der "perfekte Mensch" ist natürlich falsch ausgedrückt, aber der perfekte Mensch für mich, das trifft es. Ich spüre in jeder Pore, dass wir Seelenverwandte sind, wir haben keine Geheimnisse voreinander und das wichtigste: Wir verstellen uns nicht füreinander und haben dieselben ethischen Ansichten. Ich kann es schwer beschreiben, aber ich kann mir nichts besseres vorstellen, grade weil ich dies nicht aufgrund von Gefühlen denke (die einem ja bei jeder Liebe sagen, es sei der Perfekte), sondern weil es mir mein Verstand sagt. Das ist echte Freundschaft, nur von meiner Seite aus geistig begründete und nicht emotional begründete. Wäre ich in der Lage, Gefühle zu empfinden, dann wäre das wahrscheinlich sogar noch mehr. Das Problem ist nicht, dass sie "nicht gut genug ist" (was sie aber häufig daraus interpretiert), sondern dass ich einfach nichts empfinden kann. Ich weiß, dass es damals anders war, und ich weiß auch, warum es sich geändert hat, aber es geht einfach nicht mehr. Zorn geht über kurze Zeitdauer, Mitleid und Trauer in sehr extremen Situationen auch, aber nur sehr kurz und das Gefühl ist meistens ziemlich fern.

Das heißt nicht, dass ich den ganzen Tag leer rumlaufe, ich kann auch sehr fröhlich sein, aber diese ganzen sozialen Gefühle sind sehr stark abgeschwächt. Ich bin damit auch schon in Behandlung, aber das bringt irgendwie nichts...

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Kommentar von MysterioserMann
17.05.2011, 20:58

 

Was mich halt nur so verwirrt, was für andere so schlimm daran sein kann. Das hat halt dazu geführt, dass ich nur noch einen sehr kleinen Freundeskreis habe, weil ich halt erkannt habe, dass es nicht sehr viele echte Freunde gibt. Wieso verletzt man Menschen, wenn man ihnen geistig Begründet darlegt, weswegen die Person ein toller Mensch ist, man aber nichts fühlt? Die Freundschaft sollte doch nicht wegen der Freundschaft existieren, Zuneigung soll doch eigentlich nur die Motivation erhöhen, mit dem anderen Zeit zu verbringen, grade weil man seine Eigenschaften mag. Und wenn ich logisch erkenne, dass alles stimmt, dann brauche ich doch auch die Gefühle nicht mehr zwingend! Ich persönlich wäre sehr enttäuscht, wenn eine Freundschaft nur durch Gefühle zustande käme, es aber garkeinen Grund gibt, weswegen diese Person diese Gefühle empfindet.

Ich weiß, vielen Menschen stößt so ein rationales Bild schwer auf und grade bei Freundschaft ist es häufig so ein Tabuthema, ich kann aber einfach nicht nachvollziehen, wieso...

 

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Kalt du bist genau wie ich ich dich versteh,und was habe ich davon ??

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Kommentar von MysterioserMann
27.05.2012, 20:53

Wie bitte was? Ich versteh kein Wort.

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