Der Sinn des Lebens hatten wir schon. Was aber ist der Sinn des Todes?

15 Antworten

Bei dieser sehr schwierigen philosophisch-theologischen Frage ist ein Zusammenhang von Sinn des Lebens und Sinn des Todes jedenfalls einleuchtend. Ratsam scheint eine Vorsicht, nicht überall das Vorhandensein eines tieferen Sinns anzunehmen. Ein Sinn sollte zumindest auch in dem Leben einer Person selbst liegen und sie nicht zu einem bloßen Mittel für etwas anderes machen. Die Frage nach einem Sinn richtet sich auf einen übergeordneten Zweck oder ein Ziel, das etwas bejahenswert macht. Der Tod als ein Ende kann nicht dem Leben einen Sinn geben, den es ohne ihn nicht hätte. Denn dies würde darauf hinauslaufen, das es beendenswert wäre. Umgekehrt ist nicht ersichtlich, wieso das Leben, wenn es einen Sinn hatte, diesen durch seine Beendigung verlieren sollte. Höchstens läßt sich in manchen Fällen sagen, daß ein Leben nur in einem beklagenswert geringen Ausmaß zu einer sinnvollen Entfaltung seines Potentials gekommen ist. Im Begriff des Zwecks liegt nicht, nur für ewig Dauerndes zu gelten. Bei einer Deutung des Todes als Verwandlung (etwas Unsterbliches bleibt) wäre er ein Durchgang zu einem eventuellen Einzug in ein Paradies, einer höheren Bewußtseinstufe oder Ähnlichem. Auf einer Internetseite (http://www.uni-rostock.de/fakult/philfak/fkw/iph/thies/Tod.pdf) wird ein vierfacher Sinn des Todes aufgelistet:

  1. evolutionsförderndes biologisches Phänomen

    Der Tod trägt wie andere Erscheinungen dazu bei, das Leben mit einer fortgeschrittenen Ausstattung zu versorgen.

  2. Voraussetzung unbedingter Menschenrechte

Wenn der Tod nicht das absolute Ende des ganzen menschlichen Individuums wäre, würde unser Leben nicht den Wert haben, den wir ihm zuschreiben.

  1. formgebende Kraft für unser Leben

    Der Tod ist das wichtigste Merkmal unserer Endlichkeit, das uns dazu anhält, mit der Zeit unseres Lebens sinnvoll umzugehen.

  2. dezentrierende Perspektive

    Die Tatsache unseres Todes zeigt uns, wie unwichtig wir an sich sind. Sie kann uns daher das Zurücktreten von uns selbst lehren.

Während die Antwort von Kai nur einen Zusammenhang sekundärer Art angibt, bei auf der Ebene des Gesamtsystems auch noch offenbleibt, warum nicht besser eine andere Art der Energiezufuhr geschaffen worden ist, enthält die Antwort von Floyd3i neben Punkt 1 noch einen weiteren, nicht aufgelisteten Gedanken: Weil die Welt und ihre Ressourcen begrenzt sind, sorgt die Endlichkeit dafür, daß ein der Möglichkeit nach bestehendes Leben neuer/weiterer Lebewesen auch eine Verwirklichungschance bekommt. Diese Überlegung findet sich vielleicht schon bei dem griechischen Philosophen Anaximander (lebte etwa 610 - 546 v. Chr. in Milet). In einem erhaltenen einzelnen Satz (gesammelt in den Fragmenten der Vorsokratiker) erklärt er: "Anfang und Ursprung der seienden Dinge ist das Grenzenlos-Unbestimmbare. Woraus aber das Werden ist den seienden Dingen, in das hinein geschieht auch ihr Vergehen nach der Schuldigkeit; denn sie zahlen einander gerechte Strafe und Buße für ihre Ungerechtigkeit nach der Zeit Anordnung." Bei allen Gedanken wäre zu überprüfen, ob es sich um einen Sinn handelt oder nur um eine Funktion oder eine Auswirkung.

Diese Antwort ist nahezu gleich mit einer von mir am 25.01.2007 als angemeldeten Benutzer gegebenen, die wegen Zeitüberschreitung als "von einem Gast geschrieben" erschien. Auf meine Bitte hat sie das gutefrage.net-Team inzwischen gelöscht.

mensch albrecht! da hast du aber sehr viel aus dem intellekt geschrieben. höre doch mal auf deine seele, was die dazu sagt!

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@Nowka

zu Nowka - Wieso trennen Sie Seele vom Intellekt? Albrecht gab eine den gesamten Menschen betreffende Antwort.

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zu Albrecht...begrenzte Ressourcen..- Das setzte eine gerichtete Evolution voraus, die ich nicht zu erkennen vermag. Die Evolution nutzt die Gegebenheiten, ist opportunistisch, jedoch gegenwartsgebunden. Ich erkenne in der Evolution keine Zukunftssicht.

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Voll zustimmen kann ich dir nicht. Weil die Welt und ihre Ressourcen begrenzt sind, sorgt die Endlichkeit dafür, dass ein der Möglichkeit nach bestehendes Leben, neuer/weiterer Lebewesen auch eine Verwirklichungschance bekommt ?

Die Endlichkeit betrifft den Einzelnen. Da es trotz der Endlichkeit immer mehr Menschen geben wird, endet irgendwann die Verwirklichungsschance.

Dieser Punkt ist dann erreicht, wenn die Erde ihre Bevölkerung nicht mehr ernähren kann.Dann gibt es keine Möglichkeit mehr, sich zu verwirklichen.

Wann dieser Punkt erreicht ist, weiss heute niemand. Durch Kriege , Epidemien verschiebt sich dieser Punkt in die Zukunft.

Dann gibt es nur für die eine Verwirklichung, die noch überleben können.

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@Ontario

Wenn es keinen Tod gibt und immer mehr Menschen geboren werden, wird ein Grenzpunkt für der Ressourcen unvermeidlich erreicht. Meine Aussage über Verwirklichungschancen neuer/weiterer Lebewesen enthält also einen zutreffenden Hinweis auf eine Vorausssetzung.

Bei unbegrenzter Vermehrung kommt die Verwirklichungsschance an ein Ende. Aber daraus folgt nicht, es gebe diese Verwirklichungschance unter keinen Umständen. So ist nicht zwingend, daß es ständig und für alle Zeit immer mehr Menschen geben wird.

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sehr viel richtiges dabei, albrecht, bloss ein satz stört mich enorm: "Wenn der Tod nicht das absolute Ende des ganzen menschlichen Individuums wäre, würde unser Leben nicht den Wert haben, den wir ihm zuschreiben."

was soll denn das heissen ? wenn also jemand schlüssig beweisen kann, dass unsere seelen, unsere individuellen bewusstseinsenergien oder wie immer du es nennen möchtest, nach dem tod unwiderruflich aufhören zu existieren, dann hätte diese existenz hier, meine gefühle, alle meine freunde, alles tolle, was ich erleben darf keinen oder zumindest weniger wert ? neenee, der wert und die wertschätzung deines oder eines jeden lebens wird sicher nicht durch den unvermeidlichen tod bestimmt, sondern ganz allein durch dich und deinen umgang mit deiner umwelt und deinen leuten - niemand sollte sich aus dieser verantwortung stehlen ! den wert unseres lebens bestimmen wir alleine !!!!!!!

Der Satz ist ein Zitat von der Internetseite, auf die ich hingewiesen habe. Ich würde dazu neigen, den Gedanken nur als eine mögliche Auswirkung zu betrachten (vgl. meine Bemerkung über eine nötige Überprüfung). Der Verfasser hat aber sicherlich in die umgekehrte Richtung gedacht: wenn das Beeenden der Existenz eines Individuums nicht rückgängig gemacht werden kann und die Wegnahme von Lebenschancen auch schwierig auszugleichen ist, ist ein Menschenleben kostbar und Menschenrechte, die es schützen, sind wichtig.

Meiner Ansicht nach könnte ein hoher Rang von Menschenrechten auch noch anders begründet werden, eine denkbare Argumentation ist es aber.

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albrecht hat doch nur alles verintellektualisiert. vielleicht lernt er noch, auf seine seelenimpulse (natürlich geläuterte) zu hören!

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Das ist Ansichtsache ... Der Tod scheint primär sinn- und aussichtslos, ist aber wichtig für anderes Leben bzw. die Gesamtheit eines Systems. Der Tod eines Lebewesens bedeutet Leben/Nahrung für ein anderes.

antwort als gedicht: was ist der tod? ein schöpfer höhren seins. man fällt nicht aus der welt, man wird erst mit ihr eins.der tod ist heiliger als alle andren engel. er hebt das ICH heraus am grab der mängel. im tod wirst du so still, daß gott dich hören kann. im tod fängt unser iCH ja erst zu klingen an

naja das Leben macht nur Sinn, weil es irgendwann endet. stell dir mal vor, wir wären unsterblich. Was würden wir dann machen wollen? Nur weil wir eine begrenzte ZEitspanne haben, um unsere Ziele, Träume und was weiß ich zu verwirklichen, können wir das auch tun. Der Sinn ds Lebens ist das Leben selbst, den im Endeffekt ist es egal wie wir unser Leben gestalten, hauptsache wir leben und somit endet der Grund, warum wir Leben, mit dem Tod. Was danach kommt kann keiner sagen und es ist ja auch egal, das wichtige ist nur, dass wir versuchen, unser Leben nicht zu vergeuden (und selbst das wäre egal, weil keiner kennt den Sinn des Lebens). Und all das schaffen wir nur unter Zeitdruck.

Wenn wir sterben, geht das Leben aber weiter.

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