Der Schweif?

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6 Antworten

Nachdem wir durch Deinen Kommentar auf Punkgirls Antwort hin nun wissen, was daran "hässlich" ist, können wir auch leichter helfen.

Grundsätzlich zur Schweifpflege: Von dem Gerede man darf nicht bürsten, man muss verlesen, habe ich in all meinen 35 Jahren mit Pferden nichts gehalten und halte ich auch heute nichts. Wer nicht zu faul ist, täglich zu bürsten (bzw. eben jedesmal, wenn das Pferd geputzt wird - außer, wenn es nass ist), der muss auch keine Sorge haben, dass er mit der Bürste zu viele Haare ausbürstet. Es sieht nur so aus. Natürlicherweise fallen die Haare irgendwann aus. Auch ein Schweifhaar wird nur ein paar Jahre alt (7 sind's glaub auch) und fällt dann aus, ein neues wächst nach. Wenn man nun den Schweif komplett durchbürstet, bleiben alle derzeit ausfallenden in der Bürste hängen, das kann viel aussehen, man muss aber auch bedenken, dass nicht wie beim Verlesen schon 15 Haare am Boden liegen und weitere 10 der Wind weggetragen hat. Ich bürste schon immer und noch nie hatte ein Pferd nach der Zeit bei mir weniger Haare als vorher, sondern immer eher das Aussehen als hätte es mehr, weil sie lockerer gefallen sind. Aber ich bürste IMMER. Das ist öfter als ich Hufe auskratze. Waschen? Ja, wenn ich das Pferd mit klarem Wasser abspritze, um ihm was gutes zu tun, wird der Schweif schon auch mal nass. Und wenn es regnet, auch.

Was die grundsätzliche Menge angeht und damit auch meist einhergehend die Länge, die der Schweif erreicht, so ist eigentlich wenig, ein paar so Flunserl, wie man sagen möchte, ganz natürlich. Nur der Mensch findet es toll und züchtet gerne mal üppiges Langhaar weiter, denn er setzt zur Zucht das Pferd ein, das er als schön empfindet. Bei vielen Rassen, die grade aus alten Linien rein oder halbwegs rein weiter gezüchtet wurden, die man heute großteils in die Riege der Barockpferderassen stellt, wurde gezielt auf Langhaar gezüchtet. Was man seinerzeit noch nicht wusste: Die Pferde, die besonders viel Langhaar hatten, die man unbedingt in die Zucht geschickt hat, schon auch deshalb, sind Pferde, die sich mit dem Fellwechsel schwer tun, was nicht wechselt, fällt nicht aus und wächst weiter und ist somit mehr da. Oft sind es die Pferde mit ursprünglich viel Langhaar, die leichter zu Hautirritationen und Stoffwechselproblemen neigen, doch kann man das auch gut im Griff haben.

Wenn Pferde scheuern, sodass die kurzen nachwachsenden Haare kaum dazu kommen, richtig Länge zu gewinnen, kann das verschiedene Ursachen haben:

Allgemein wird ja sofort immer das Wort "Verwurmung" geschrien und mit verschiedenen Medikamenten geschossen. Das ist in aller Regel Unsinn. Es gibt eigentich kein Scheuern aufgrund von Endoparasitenbefall in dem Sinn und bei Oxyuren, deren Eiablage am After tatsächlich juckt, sieht man oft schon eine Zeit vor dem Scheuern die Eiablage. Daher nicht blind los schießen, sondern mal den Schweif heben und sehen, ob dort gelbe Eiablagen rings um den After sind (normal kontrolliert man eh täglich, ob man da sauber machen soll). Wenn man solche sieht, erst mal untersuchen. Die Labore untersuchen einen Tesaabklatsch = Tesastreifen, also das transparente Klebeband hin pappen, dann auf einen Träger pappen - idealerweise gleich einen Mikroskopier-Objekttträger und einschicken. Dann bekommt man eine eindeutige Aussage. Am besten schickt man gleich noch Kot mit, dass dort auch auf andere Wurmarten untersucht wird (die Methoden heißen McMaster und kombinierte Sedimentation / Flotation), sodass man einen Behandlungsplan erstellen kann, der die anderen mit abdeckt, sofern in Behandlungsbedürftiger Menge vorhanden, denn viele Medikamente wirken bei mehr als einem Parasiten.

Weitaus häufiger als ein Oxyurenbefall ist aber, dass der Stoffwechsel des Pferdes einfach nicht so rund läuft und man an der Fütterung drehen muss. Heute bekommen viele Pferde zuckerhaltiges Futter. Seien es Müslis, Mash (als Kraftfutter eh absoluter Unsinn, das ist reine Krankenkost), Rübenschnitzel oder Pelletkraftfutter. Dadurch klappt beispielsweise die Zinkaufnahme aus der Nahrung nicht mehr wirklich. Im Blutbild scheint da noch lange alles in Ordnung, wenn die Hautzellen längst nicht mehr ausreichend versorgt sind, um Insektenbefall wirklich was entgegensetzen zu können. Sehr viele Pferde, die zu Heu, Wiese, Hafer und Mineral etwas zugefüttert bekommen oder kein wirklich gut zu verstoffwechselndes Mineralfuter haben, scheuern Schweif. Dann richtet man mit der besten Pflege nichts aus. Da hilft nur: Fütterung umstellen, wirklich gutes Mineralfutter suchen (organische Bestandteile, sinnvolles Ca-P-Verhältnis) und warten. Bis die Darmflora wieder normalisiert ist, dauert es manchmal schon zwei Jahre. Inwiefern Hefekuren da helfen können, ist meines Wissens nicht erwiesen, aber die Erfahrung deutet darauf hin, dass sie helfen. Als Zinkschub, grade auch für Pferde, deren Stoffwechselschäden nicht so leicht zu beheben gehen, können Sonnenblumenkerne dienen, wie man sie als Vogelfutter hat. In der Schale sitzt viel Zink. Manchmal muss man aber auch ein Zinkchelatprodukt füttern als ersten Anschub, je nachdem, wie dringend es ist.

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Kommentar von allisonany
13.07.2016, 15:10

Danke ja ich brüste ihr den Schweif jeden tag aber es hilft zur zeit bei ihr gar nix und das wundert mich halt toal 

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Da die Pferde derzeit bis zu 1/4 Ihres langhaars abwerfen, verfilzen mähne und schweif oft ganz gruselig. Da hilft nur, fleißig verlesen, ggf danach mit etwas babyshampoo waschen, einflechten(locker) Und wenn Du so ein ferkel hast wie ich, auch mal die ekligste Stelle rausschneiden, wenn sonst nix mehr geht... Viel Erfolg

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Kommentar von allisonany
13.07.2016, 09:29

Dankeschön 

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Kommentar von Baroque
13.07.2016, 12:19

Ich wünschte so gerne mal eine Erklärung, warum alle Babyshampoo verwenden. Es muss doch irgend jemanden geben, der nicht sagt "wurde mir empfohlen", sondern einen Grund hat?!?

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den schweif in ruhe lassen und nur jeden tag verlesen. kein spraykram, kein shampoo, nichts rausschneiden, ausser auf die richtige länge kürzen. ist wie mit menschenhaaren. je mehr kram du reinmachst, umso schlimmer wirds

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Kommentar von allisonany
13.07.2016, 09:28

Okey ja weil ich habe es schon mal mit etwas versucht aber damit hat es auch nicht geklappt Danke 

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Kommentar von Baroque
13.07.2016, 12:25

Man muss nicht verlesen, man kann auch einfach täglich bürsten. Nur beschreibt sie bei Punkgirls Antwort, dass das Pferd ganz offenbar scheuert. Da würde ich eher mal das grundsätzliche Problem beheben, dann klappts auch mit dem Schweif wieder ;-)

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Kommentar von Viowow
13.07.2016, 13:46

ich kenns nur ohne bürsten. ja, das habe ich jetzt auch gelesen. dann bringt verlesen/bürsten/spraykram natürlich nichts.

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Was definierst du denn als "hässlich"?

Manche Pferde haben nunmal sehr, sehr wenig Schweif, das ist dann genetisch bedingt und daran lässt sich nichts ändern.

Das Wachstum des Schweifs lässt sich auch nicht beschleunigen, das geht schlichtweg nicht schneller.

Ist er "hässlich" vom Scheuern, sollte man dafür die Ursache finden und beheben. Da kann ein Blutbild helfen, dass einem die Mängel aufzeigt, die das Pferd in dem Moment hat, z.B. Zinkmangel. Oder die Leberwerte sind nicht in Ordnung, oder, oder, oder.

Also - was ist denn "hässlich"?

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Kommentar von allisonany
13.07.2016, 09:30

Hässlich ist wenn der ganze Schweif am Anfang oben total kapputt ist und da fast alle Haare schon weg sind das ist halt hässlich 

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Bürsten das schlechte Haar rausschneiden und Pflegeprodukte verwenden. Ich habe gerade 2 Pferdeexperten extra gefragt. Einfach mal probieren und viel Glück mit deinem Pferd :)

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Kommentar von allisonany
12.07.2016, 21:46

Dankeschön 😊 Ja ich werde das dann auch mal versuchen 

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Kommentar von FelixFoxx
13.07.2016, 06:34

Schweifhaare sollte man nicht bürsten, sondern verlesen, da das Pferd den Schweif braucht und verlorene Schweifhaare bis zu 5 Jahre brauchen, um bis zur vollen Länge zu wachsen. Ebenso kürzt man nur die Länge und schneidet nichts raus. Meinen beiden wasche ich die Schweife einmal nach dem Winter mit Shampoo und ansonsten kommt gar nichts dran. Übrigens hat nicht jedes Pferd von Natur aus einen dicken, vollen Schweif, teilweise ist es auch rassebedingt. Quarter Horses haben z.B. sehr dünnes Langhaar.

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babyöl soll gegen kletten helfen und glänzt dann auch

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Kommentar von allisonany
12.07.2016, 21:41

Okey Danke ich werde es dann auch mal mit babyöl versuchen 

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Kommentar von Baroque
13.07.2016, 12:24

Öl kann ein bisschen am Symptom korrigieren, doch nicht die Ursache abstellen und ein öliger Schweif pflegt sich schlechter, da viel mehr Dreck drin hängen bleibt.

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