Der Name Willy Brandt?

6 Antworten

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Der Name hat doch seine Identität geprägt. Für was man sich selbst entschieden hat, ist etwas Besonderes. Wenn man einen Lebensweg gewählt hat und einen Namen, der einen auf dem begleitet hat, ist das doch eng verbunden.

Brandt hat im Exil in Norwegen, dann Schweden, ja auch seinen politischen Standpunkt gefunden. Er hat sich im Kreise der schwedischen Sozialdemokraten bewegt, deren Vorbild auch seine Politik später geformt haben.

Warum sollte er denn in "dumme Jugendtage" zurückkehren wollen?

Warum sollte er denn in "dumme Jugendtage" zurückkehren wollen?

naja, er war ja auch in deutschland stark politisch in der sap engagiert, dumme jugendtage waren das keinesfalls. aber ich teile deinen standpunkt ansonsten.

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@natow

Und da war er radikal. In Schweden lernte er Realpolitik kennen. Die aber als reale Politik weiter "links" war als alles, was die SPD in Deutschland zuvor real machte, bei wildester Rhetorik :)

Schwedische Sozialdemokratie in den 30er und 40er Jahre war ein einmaliges Rezept, Menschen von weit links bis rechts für eine solidarische Politik zu sammeln. Wenn du wissen willst, wie das hiess, kann ich dir ein Stichwort geben.

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In denen er ja wirklich nicht nur ein "braver Junge" war.

Seine Prägung mit dem Namen W. B. war aber schlappe 12 Jahre lang bis 1945.

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Und in den netten späteren Erwachsenen- und Kanzlerjahren hatte er dann noch den netten Spitznamen "Willy Weinbrandt".

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Er kehrte zurück und wurde von Adenauer als Verräter betitelt, obwohl dieser die Zentrumspartei dazu anhielt damals, für Hitler zu stimmen.

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Denke mal, das ihm der Name Glück gebracht hat, er damit die Nazis und auch Verhaftungswellen im Ausland überstanden hat.

Von daher hat er ihn einfach behalten.

ja, das klingt plausibel!

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Den Namen merkt man sich Besser. Lenin,Stalin haben auch einen bürgerlichen Namen gehabt und trotzdem nannten sie sich so.

verstehe ich nicht...

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@natow

Was merkst Du dir besser: Herbert-Ernst-Karl-Frahm oder Willy Brand? Verstehst Du jetzt?

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@lasdas

ja, verstehe jetzt - hatte eine andere assoziation

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Das war sein Deckname und er hat ihn weiterbehalten, weil der Geburtsname ihm egal war.

ja, das könnte man vermuten. zu seinem vater hatte er ja gar kein verhältnis, zu seinem großvater frahm allerdings schon. der war mitglied der sozialdemokraten, hat ihn also offenbar geprägt. warum sollte er dann eine aversion gegen den namen frahm gehabt haben - oder ihm dieser wenigstens egal gewesen sein?

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@natow

Er war unehelich und früher war das eine Schande. Zu seiner Mutter hatte er keine Beziehung.

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@UbuRoi

ja, das stimmt, ein guter punkt!

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So ganz egal nicht. Mit dem Geburtsnamen konnte seine Herkunft nachverfolgt werden.

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Erstens ist sein alter Name viel zu lang, denn merkt sich kaum Jemand auswendig,

Zweitens hat das auch mit etwas Prestige zu tun:

  • Willy Brandt entkam erfolgreich,
  • Herbert Ernst Karl Frahm hätte nicht überlebt;
Woher ich das weiß:Recherche
Herbert Ernst Karl Frahm hätte nicht überlebt;

du meinst politisch nach seiner rückkehr? in nazideutschland hätte herbert frahm nicht überlebt...

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@natow

Was? Nein, ich meinte mit seinem alten Namen hätte er nicht überlebt, wenn er ihn ununterbrochen behalten hätte.

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@natow

Exilanten waren auch nach 1945 nicht nur beliebt.

Auch nach dem Zusammenbruch der DDR galten (und gelten bei Verbohrten immer noch) "Republikflüchtlinge" als Vaterlandsverräter.

Was natürlich gerne vergessen / verdrängt wird, als Mitglied einer radikalen Sozialistischen Partei (Brandt war nicht in der SPD) soll er bei den Auseinandersetzungen bis 1933 "heftig zugelangt" haben.

In wie weit dies "justiziabel" war, weiß ich nicht. Da wird so wenig darüber geredet wie über Merkels Tätigkeit als Propagandistin der FDJ.

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@Felix968629

wenn ich mich recht entsinne, so war brandt / frahm auch mitglied in der fdj - die gab es nämlich schon vor der ddr-ära.

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