der Mythos des Sisyphos- Kernaussage

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1 Antwort

Die Deutung ist ein richtiger Ansatz. Eine Aussage ist ja: „Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen.“

Zwei Gesichtspunkte könnten noch ergänzt bzw. deutlicher herausgestellt werden:

a) Der Zwiespalt, die Sinnlosigkeit, die Endlichkeit, das Absurde werden nicht ganz aufgelöst.

b Das Leben bei dem jemand Glück empfindet, ist eines im Bewußtsein der Umstände des Daseins und eines in der Gegenwart, mit einem Abmühen, das das Erreichen eines verfolgten Ziels nicht vollendet abschließt, aber mit seinem Handeln das erlebende Empfinden der Person ausfüllt.

Grundlage ist die Auffassung, das Leben an sich habe keinen Sinn, wobei eine Bejahung des Lebens und des Strebens nach Glück mit der Anstrengung, sich in einer grundsätzlich absurden Welt zu behaupten, nicht ausgeschlossen wird.

Bei Albert Camus, Le mythe de Sisyphe (Der Mythos des Sisyphos), läuft ein Zweifel darauf hinaus, Gefährdungen bei der Erkenntnis der Absurdität ausgesetzt zu sein. Dies ist wie ein im Herzen des Menschen sitzender Wurm, wobei Erhellung der Existenz zur Flucht aus dem Leben führen kann, der sich Camus aber eher als nicht lohnenswertes Geständnis, vom Leben überwältigt worden zu sein oder es nicht zu begreifen, entgegenstellt.

Der Mensch erkennt die Geworfenheit seines Daseins. Im Denken erkennt sich der Mensch einer Welt ohne objektiven Sinn gegenübergestellt, hat aber zugleich einen Wunsch nach Sinn und sinnvollem Handeln. Diese Gegenüberstellung mit einem Mißverhältnis stellt das Absurde dar.

Camus tritt dafür, die Erkenntnis anzuerkennen (Annahme der Absudität) und sich trotzdem gegen die Absurdität aufzulehnen, mit einem Einsatz für humane Ziele in einer Selbstverwirklichung (seine Freiheit finden) und Solidarität mit anderen Menschen.

KokoRico 30.01.2013, 15:31

sehr schön, danke.

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