Der Mond kann das Meerwasser nur bewegen, wenn seine Gravitation senkrecht zur Erdgravitation und Luftdruck steht, richtig?

12 Antworten

Hallo stbitter,

nein, das ist so nicht richtig.

Die Gravitation des Mondes steht immer auf irgendeinem Punkt der Erdoberfläche senkrecht... das ist aber nicht der Punkt, an dem der dem Mond zugewandte Gezeitenberg liegt.

Die Gezeitenkraft ist eine sehr, sehr kleine Kraft. Deswegen entstehen die Flutberge in den Ozeanen streng genommen nicht dadurch, dass der Mond die Wassermassen in den Ozeanen anhebt.

Betrachten wir den Punkt auf der dem Mond zugewandten Seite:

Genau unter dem Mond werden die Wasserteilchen ein klein wenig mehr angezogen als an allen anderen Punkten der Umgebung. Die Wasserteilchen folgen daher der Erddrehung von diesem Punkt weg etwas zögerlicher: Aus Sicht der Wasserteilchen bleibt der Mond zurück, wenn die Erde sich weiter dreht. Die Teilchen bleiben infolge dessen auch etwas zurück.

Die Wassermassen werden deshalb durch den Mond tangential von der festen Erdkugel weggezogen. Der Mond hebt also nicht das Wasser an, sondern bewegt es tangential über die Erdoberfläche.

Eine tangentiale Bewegung des Wassers benötigt viel weniger Kraft als ein Anheben der Wassermassen. Man kann sich das verdeutlichen, wenn man ans Rollen einer Schneekugel für einen Schneemann denkt: Während man die schweren Kugeln noch gut rollen kann, ist es oft fast unmöglich, sie zum Stapeln hochzuheben.

Weil der Effekt also eh in eine tangentiale Kraft rausläuft, sollte auch klar sein, dass der Effekt nicht nur am Punkt "unter dem Mond" auftritt, sondern überall.

Und genau so entstehen die Flutberge. Auf der dem Mond gegenüberliegenden Seite ist es genau anders herum, nur dass die Teilchen hier im Punkt der lokal kleinsten Anziehungskraft verharren wollen.

Man muss sich auch klar machen, dass die auf diese Weise entstehenden Flutberge eigentlich sehr klein sind: in der Größenordnung 1/2 Meter. Und das als Ergebnis der Gezeitenkraftwirkung auf die gesamten Wassermassen der Ozeane zeigt eigentlich, wie unheimlich klein der Effekt ist.

Dass wir an manchen Küsten so beeindruckende Gezeiten erleben, das hat dann sehr viel mit den Küstenformene zu tun: Die durch die Gezeitenberge ein- und auslaufenden Wellen verstärken sich in einigen Gegenden gegenseitig und erzeugen so an den Küsten höhere Tidenhübe als man sie auf dem offenen Meer findet.

Grüße

Komplett falsch.

Was soll die Gravitation mit dem Luftdruck zu tun haben?

Und die Gravitation des Mondes wirkt immer, nur eben in unterschiedliche Richtungen.

eigentlich bewegt sich die Gezeitenwelle gar nicht, es ist eine feststehende "Welle", unter der sich die Erde quasi hindurchdreht.

Die Ausgleichswelle auf der mondabgewandten Seite entsteht dann nicht durch Gravitation, sondern durch die Rotation des Gesamtsystems Erde-Mond.

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