Der Mensch von Natur aus gut oder böse?

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23 Antworten

Das ist ein interessantes Thema, mit welchem sich fast jeder schon im Laufe der Schulzeit beschäftigen muss... Da hatte ich mal nen Vortrag drüber, und die Diskussion in der Klasse zu dem Thema war sehr sehr interessant, das ist eines der Dinge, welche mir aus der Schulzeit noch hängen geblieben sind :)

Zunächst mal: Schau mal genauer im Internet, ich hab damals zu dem Thema viele Experimente gefunden, welche mit Kleinkindern und auch Erwachsenen durchgeführt wurden. Da findet man sehr vieles.

So, nun zu meiner Meinung: Ich würde sagen, der Mensch ist von Natur aus weder gut, noch böse... Das sind Begriffe, die der Mensch erfunden hat, und deshalb kann man da auch pauschal keine Antwort geben.

Als Denkanstoß.... Es gibt Menschen, die handeln selbstlos. Denken zuerst an andere und tun allen etwas Gutes. Das lässt darauf schließen, dass der Mensch gut ist... Denn: Wieso sollte ein Mensch sonst solch ein Verhalten lernen, wenn er doch böse ist? Aber: Wieso tut der Mensch das? Er tut es, weil er sich selbst dann besser fühlt. Weil es ihm selbst ein gutes Gefühl verschafft, wenn er Menschen hilft. Würde es ihm durch diese "gute Tat" nicht selbst gut gehen, würde er es nicht tun. Er handelt egoistisch, und Egoismus wird eher als "böse" angesehen...

Stellt sich also die Frage: Ist der Mensch jetzt böse, weil er egoistisch handelt oder unterscheidet genau das einen guten von einem bösen Menschen? Die Tatsache, dass dieser sich durch gute Taten gut fühlt?

--> Meiner Meinung nach kann man das nicht sagen, weil es nur eine Definitionsfrage ist.

Weder noch. Erst mal sind die Kriterien "gut" und "böse" kulturabhängig und keineswegs klar und immer feststehend. Zweitens sind Menschen individuell sehr verschieden und meistens ein moralischer Mischwarenladen - sprich, meist verhalten sie sich korrekt, was aber keine Garantie ist, dass es auch mal Ausrutscher gibt. Im Großen und Ganzen ist der Mensch innerhalb seiner Gesellschaft ein Chameleon, das sich anpasst. Die Annahme von Menschen ohne Gesetze und Vorschriften ist wesensfremd und realitätsfern. Denn der Mensch ist vor allem ein gesellschaftliches Wesen und hat sich bereits von frühesten Gruppen an Regelungen in der Gruppe gegeben. In den frühen Zeiten war ein Ausschluss aus der Gruppe fast so schlimm wir ein direktes Todesurteil. Selbst Outlaws haben ihre eigenen Regeln und die werden sehr streng gehandhabt. Regeln und Gesetze gehören zur Wesensart des Menschen.

Begriffe wie "GUT" und "BÖSE" sind mE sehr variabel und hängen stark vom jeweiligen Kontext ab.

Ist ein Mann böse, weil er ein schreiendes Baby umbringt, indem er es erstickt? Definitiv ja. 

Aber wenn er es tut, weil sich eine Gruppe Leute in einem Raum vor ihren Häschern verstecken und sie alle sterben würden, wenn sie durch das Babygeschrei entdeckt werden würden? 

Ich glaube, man kann diese Frage nicht pauschal beantworte, nicht zuletzt auch, weil der Mensch Begriffe wie "gut" und "böse" selbst definiert. Also würde ich eher dazu plädieren, dass in jedem Menschen ein guter, genauso wie ein böser Teil existiert. Je nach Situation überwiegt dann entweder das eine, oder das andere - aber auf jeden Fall ist beides in uns vorhanden! 

Der Mensch ist ein kulturelles Wersen; Menschen ohne Kultur gibt es nicht und gab es nie.

Es gibt einige wenige Taten, die der Mensch aufgrund einer angeborenen Disposition als böse empfindet. Z.B. hat er eine Tötungshemmung gegenüber der eigenen Mutter. Ob er einen angeborenen Destruktionstrieb hat (Freuds "Thanatos"), der ihn treibt, eben solche Taten zu begehen, scheint mir zumindest zweifelhaft zu sein. Aber immerhin scheint er auch dazu eine Disposition zu haben, die unter widrigen Umständen zum Durchbruch kommt. Normalerweise aber ist die Hemmung stärker.

Ob der Mensch gut ist oder böse hinsichtlich der von der Gesellschaft festgelegten Normen, hängt natürlich vor allem davon ab, welche Normen sie denn geruht hat festzulegen. Eine an ihnen orientierte Antwort, "Der Mensch ist von Natur aus böse", sagt vor allem aus, dass die zugrunde gelegte Norm realitätsfern ist.  Eine solche Norm ist z.B. das "Zehnte Gebot" der Juden und Christen: "Du sollst nicht begehren ..."

Der Mensch ist frei, das heißt, er ist nicht völlig unfrei.  Er selbst hat die Freiheit, sein Ich-Ideal, sein Idealbild von sich selbst zu entwerfen.Freilich werden sich darin auch die Werte der Gesellschaft, in der er lebt, widerspiegeln. Aber je nach dem Maß seiner geistigen Freiheit, die er sich erarbeitet hat, wird er es selbst sein, der sein Ich-Ideal schafft.  Daran vermag er zu messen, ob er gut ist oder nicht.

Allerdings wird immer gelten: Ein Ideal ist ein Ideal ist ein Ideal. Kein Mensch kann ideal sein. Jeder Mensch wird feststellen, dass es da eine Diskrepanz gibt zwischen dem Ideal und der Realität. Und das ist auch gut so, denn sonst wäre das Ideal eben keines. Es soll ja ein Anreiz zum Guten sein, insbesondere dem Kategorischen Imperativ genügen.

Diese Diskrepanz also ist unvermeidlich und sie ist gut. Es ist wichtig sie zu erkennen., Ein Mensch muss erkennen, dass er nicht wirklich gut ist. Aber dass muss ihm auch verziehen werden. Ist er lutherischer Christ, dann wird er glauben, dass Gott ihm dass verzeiht, allein wegen seines Glaubens und allein aus Gnade. Wenn er an keinen vergebenden Gott glaubt, muss er lernen, es sich selbst zu vergeben. Wenn er das gelernt hat, dann kann er auch anderen vergeben. 

Gut und Böse sind menschliche Kategorien und keine natürlichen. Insofern kann der Mensch von Natur aus auch nicht gut oder böse sein sondern immer nur im Vergleich zu den geltenden gesellschaftlichen Normen.

Es gibt auch Untersuchungen zu deiner Frage und die laufen im Prinzip darauf hinaus:

Eine Gruppe, die so klein ist, dass jeder jeden persönlich kennt, braucht nicht unbedingt Gesetze. Hier reicht oftmals die Loyalität zu der Gruppe, zu der man gehört aus, um ein friedliches Zusammenleben zu organisieren. Innerhalb solcher Gruppen spielen Egoismen auch nicht unbedingt eine entscheidende Rolle. Hier wirkt sehr stark die soziale Kontrolle innerhalb der Gruppe.

Bei Gruppen, die so groß sind, dass nicht mehr jeden jeden kennt, wo es also "anonyme" Gruppenmitglieder gibt, funktioniert es allerdings nicht mehr ohne Gesetze. Hier würde sich gegenüber den "anonymen" bzw. unbekannten Mitgliedern letztlich der Egoismus durchsetzen.

Der Mensch ist von Natur aus auf Überleben programmiert, allerdings legt jeder das anders aus. Manche eben nicht im legalen Rahmen

Egal ob es Gesetze oder Vorschriften gibt, seit dem der Mensch auf der Erde ist, wurde gekämpft oder geliebt. Die einen werden schlecht, die andern werden gut, und wieder andere weder noch, die sind Mitläufer, da ändern auch Gesetze nichts daran, sie sorgen nur für Bestrafung, Abschrecken gleich Null, wenn sie zu der ersten gehören, das ganze ist zwar stark vereinfacht, aber ich denke Du verstehst es.

Ich halte den Menschen von Natur aus für eher gut. Ein neugeborenes Baby ist noch in jeder Hinsicht unschuldig. - Ein Mensch wird " böse " durch problematische Lebensumstände oder falsche Vorbilder oder durch beides.

Es gibt zwar noch die genetische Komponente, aber es gibt reichlich Beispiele von Menschen, die trotz fieser Vorfahren gute Charaktere sind.

Gut kann nur definiert werden wenn es Böse gibt.

Gäbe es also nur gute Menschen könnte man keine Bösen ausmachen.

Es ist die Sichtweise. Alle Menschen sind von Natur aus gut. So gut wie sie sein können.

Intressante Denkanstöße hier zu liefert R. D. Precht.

In den meisten Definitionen von Gut und Böse ist er beides.

Wer ist der Mensch? Eine Frage mit "dem Menschen" kann nur mit dem Erbgut des Menschen beantwortet werden (oder einem Gott). Im Erbgut konnte kein Boshaftigkeitsgen oder Gutmütigkeitsgen gefunden werden.


Im Naturzustand (ohne Gesetze) gilt der Satz von Hobbes: Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf. Dass der Mensch im Naturzustand gut sei, ist auch von Aufklärungsphilosophen behauptet worden, ist aber m.E. nicht zutreffend. Man kann das daraus schließen, dass der Mensch sogar in Friedenszeiten und im Zustand der Zivilisation schon extrem egoistisch ist, jedenfalls sind es die meisten (natürlich gibt es hier und da auch barmherzige Samariter, doch das sind Ausnahmen).
Der Egoismus ist sogar - im Grunde genommen - als eine Triebkraft anzusehen, die im Lebenskampf unbedingt erforderlich ist, m.a.W., er ist nicht von vornherein negativ zu bewerten.

Nimmt man noch den Satz von Nietzsche hinzu („Die Welt ist Wille zur Macht und nichts außerdem, und auch ihr alle seid Wille zur Macht und nichts außerdem!“), so ist damit das Verhalten der Menschen - selbst im Zustand der Zivilisation - treffend gekennzeichnet (wenn man dieses Verhalten mal sorgfältig und genau studiert!). Zwar muss man die Radikalität des Nietzsche-Satzes wieder etwas abschwächen (schließlich hat der Mensch eine Seele und er ist auch zum Mitleid fähig); doch im großen und ganzen stimmt dieser Satz. -

Wie aber, wenn es im Status der Zivilisation schon so ist, dass sich die allermeisten egoistisch und machtbewusst (Macht als Metapher verstanden) verhalten, wie verhält sich der Mensch erst im Naturzustand? Homo homini lupus – kann die Antwort nur lauten, und die Schwachen gehen zugrunde!


Kein Säugling ist böse. Es kommt darauf an in welchem Umfeld er aufwächst. War im Mittelalter schon so. Die Guten mußten sich gegen die bösen wehren. Heute ist das noch genau so

Zunächst mal fehlt die Definition von "Gut" und/oder "Böse". Es gibt weder das eine noch das andere. Ich würde "Gut" als etwas (Handlung, Tat, etc.) definieren die produktiv ist und mit Ihrer Produktivität dem Erhalt oder dem Wachstum eines Systems oder einer Existenz dient. "Böse" ist danach genau das Gegenteil. Allerdings hängt das alles perspektivenspezifisch. Wenn du einen Menschen tötest ist das anscheinend "böse". Wenn du einen Menschen tötest der aber ein Kinderschänder war, ist das für die Kinder vielleicht gut aber für den Schänder böse bzw. schlecht. Das universelle "Gut" oder "Böse" existiert nicht.

Soviel dazu.
Zu deiner Frage;
Der Mensch ist im Grunde genommen (wie Leben halt oft ist) meistens auf den Erhalt seiner Existenz bedacht. Solange er das tut und anderen dabei hilft (als Kollektiv zB) nennen wir das "Gut". Wenn er sich aber durch Traumata oder andere psychische Störungen dazu gezwungen sieht andere zu töten, weil er paranoid ist, ist das dann böse? Er will nur seine Existenz erhalten. Böse wäre es wenn er anderen Schäden zufügt, und sich darüber Gewiss ist dass er davon keinen Nutzen hat. Aber sowas existiert nicht, denn selbst Massenmörder wollen ja mit ihrem Handeln oft etwas kompensieren oder eine gewisse Befriedigung erzielen.

Hoffe ich konnte helfen;).

Orientier dich mal an der Steinzeit. XD

Naja also ich würde sagen, dass jeder Mensch von Grund an im eigenen Sinne oder in dem der Menschen, die er mag handelt. 

Ich würde sagen der Mensch ist sowohl gut als auch böse, wenn er sein Essen teilt, ist er gut, wenn er ein Tier dafür ermordet oder einen Konkurrenten ist er wiederum böse. 

Wenn es keine Gesetze gäbe würde die Situation im Grunde genommen erst mal eskalieren, bis dann darauf die Einsicht folgt und die Menschen ihre Gesetze machen, um eine erneute Eskalation zu verhindern. Bei Tieren ist das ähnlich, z.B. das Revier zu markieren etc. :)

Gut oder böse ist ist relativ.

Wenn ein Mann die kinder seiner neuen Freundinn tötet, damit sie wieder Paarungsbereit wird, dann wäre er sehr böse.

Bei Löwen ist das völlig normal.

Der Mensch ist ein soziales Wesen, in der Gruppe ist es leicher zu überleben.

Auch böse Menschen brauche andere Menschen.

Wirklich rücksichtslos und nur auf den eigenen Vorteil bedacht, damit kommt man nicht weit.

So hätte sich die Menschheit nicht entwickeln können.

Gäbe es keine Gesetze würde der mensch böse handeln. Ich glaube zb dass Religionen damals von schlauen Leuten frei erfunden wurden um eine Moral zu erschaffen. Leute machen also nichts böses um nicht bestraft zu werden. Gäbe es keine Standards, Religionen und Gesetze würden Menschen töten und foltern als normal sehen denke ich. Ist natürlich nur meine Meinung und ich kenne die Nachteile von Religionen, bin selber atheist

Von Natur aus Egoist. Alle Moral nur anerzogen. Die Gesellschaft steht nur auf wackligen Beinen, es braucht eigentlich gar nicht viel, und alles bricht zusammen, Zivilisation futsch.

Kein Mensch ist von Natur aus böse.

Je liebevoller ein Mensch die ersten Lebensjahre erlebt und verbringt, desto ausgeglichener wird sein Leben verlaufen.

Böse? Nein.
Wir haben auch nur unsere Triebe, nach denen wir uns richten. 

Haldor 04.07.2016, 17:00

...sagt auch Nietzsche!

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Jeder Mensch ist von Natur aus gut
- Carl Rogers

Fragenwacht 04.07.2016, 08:25

Der Meinung bin ich auch.
Menschen werden nicht böse geboren, sondern böse gemacht. 

1
JonSnoww 04.07.2016, 08:26

Jeder Mensch ist von Natur aus böse

- Thomas Hobbes

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Grautvornix 04.07.2016, 08:34
@JonSnoww

Jeder Mensch ist von Natur aus unterschiedlich.

- Grautvornix

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