Der liebe Gott (der alte Giftmischer)

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Liebe Community,

an dieser Stelle schließe ich auf Wunsch des Fragestellers diese Frage.

Viele Grüße,

Marie vom gutefrage.net-Support

34 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Die Pflanzen und Tiere schützen sich gegen übermäßigen Verzehr, der ihre Erhaltung bedrohen würde. So gibt es auch in Zukunft diese Pflanzen und Tiere. Sie können auf der Erde weiterleben.

In der Bibel steht zwar 1. Buch Mose (Genesis), 1, 26 – 31, Gott habe zu den Menschen gesagt, fruchtbar zu sein, sich zu vermehren, sich die Erde untertan zu machen, über die Tiere zu herrschen und Pflanzen übergeben bekommen zu haben, die als Nahrung dienen sollen.

Dafür ist aber auch eine andere Deutung als eine schrankenlose und willkürliche Herrschaft möglich. Die Menschen werden als ein Gott ähnliches Abbild (Ebenbildlichkeit) gesehen. Dieser segnet Lebewesen und übergibt auch den Tieren Pflanzen als Nahrung. Was er geschaffen hat, erscheint ihm gut.

Dann ist die Annahme naheliegend, die Menschen sollten die Schöpfung nicht zerstören. Aufgrund ihrer Vernunft, durch die sie sich besonders auszeichnen, haben sie eine besondere Stellung, aber keinen absoluten Vorrang auf Kosten anderer. An einer anderen Stelle kommt stärker der Gedanke eines fürsorglichen Herrschens zum Ausdruck. 1. Buch Mose (Genesis), 2, 15 steht, Gott habe den Menschen in den Garten Eden gesetzt, um ihn zu bebauen und zu behüten/bewahren. Eine Zerstörung ist nicht in Gottes Sinne. Mit starker Zerstörung gefährden Menschen auch ihre eigene Lebensgrundlage.

Das Gift ist für viele Lebewesen unverträglich und kann im äußersten Fall zu ihrem Tod führen. Pflanzenarten und Tierarten sorgen aber mit diesem Mittel für ihre Erhaltung. Manche Tiere vertragen bestimmte Dinge, an denen sich andere vergiften. Für sie ist dies eine günstige Nahrungsquelle, weil es weniger Konkurrenz darum gibt.

Wenn dies innerhalb eines theistischen Weltbildes erklärt werden soll, bietet es sich an, Gott als nicht parteiisch zu verstehen. Er sorgt auch für Pflanzen und Tieren (hat sie lieb). Menschen haben Erkenntnisfähigkeit und eine Eigenverantwortung. Eltern können daher ihre Kinder vor giftigen Beeren warnen.

Die Rechtfertigung Gottes wegen der Existenz von (möglichen) Übeln (wie das Sterben an Vergiftung aufgrund des Verzehrs giftiger Beeren) ist ein verwickeltes und schwieriges Problem (Theodizee). Eine gründliche Erörterung überfordert kleine Kinder. Auch für erwachsene Menschen ist das Problem kaum lösbar.

Innerhalb eines atheistischen Weltbildes kommt es nicht zu der Fragestellung, weil dann aufgrund der Nichtexistenz eines göttlichen Wesens göttliche Absichten und eine Verantwortung für eine erschaffene Welt nicht vorhanden sind. Es gibt nur die Natur und Gesetzmäßigkeiten, die in ihr herrschen. Denkbar ist ein Hinweis auf andere Beobachtungen. Manche Pflanzen schützen sich mit Dornen und Stacheln. Tiere, die schneller laufen können, haben bessere Aussichten, erfolgreich zu fliehen, länger zu leben und noch mehr Tierkinder zu bekommen. Manche Tierarten verstecken sich in schwer zugänglichen Behausungen (z. B. Mauselöcher, in die Katzen nicht hineinkommen).

Das Problem liegt darin, dass die ungläubigen Eltern das Kind tagsüber bei den gläubigen Großeltern lassen, diese dem Kind nur in Auszügen von Gott erzählen („Der liebe Gott hat die Menschen, Tiere und Pflanzen gemacht.“), um eine einfache Erklärung parat zu haben, aber nicht näher ins Detail gehen.

Die Eltern müssen dies zuhause ausbaden, weil sie das Kind nicht desillusionieren wollen, ihm aber auch nicht komplexe biologische Zusammenhänge erklären können.

Das Kind fragt sich nun, warum ein lieber Gott giftige Pflanzen macht, wo er doch wissen muss, dass ein Kind nichts von der Toxizität weiß und seine Eltern nicht immer anwesend sein können, um es zu warnen.

Die Tochter geht davon aus, dass ein lieber Gott die Menschen (und vor allem die Kinder) doch vor seinen "Fallen" schützen müsste.

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@Buchfink

Immerhin gibt es meistens auffällige Warnfarben als Signal. Sie sollen davon abhalten, die Pflanzen essen zu wollen.

Wennn etwas so ist, wie es ist, sind damit alle Möglichkeiten, die in ihm stecken, vorhanden. Feuer kann sowohl angenehm wärmen und der Essenszubereitung dienen als auch beim Verbrennen zerstören. Eine Bereitschaft zum Lernen ist wichtig, auch um ein eigenes Leben führen zu können.

Lieb sein bedeutet nicht, logische Grenzen zu überspringen.

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erklaeren, dass sich viele lebewesen und auch pflanzen schuetzen-tiere mit tarnfarben oder auch indem sie hoerner zur verteidigung haben oder scharfe zaehne wie ein loewe. die pflanzen schuetzen sich gegen das gefressen werden duch stacheln, dornen, harte schalen oder auch giftig sein. eine giftige pflanze kann nuetzlich sein, weil manches der gifte-bispeil fingerhut kann in kleinen mengen eine gute medizin werden. so wuerde ich das erklaeren.ueber die moral gottes wuerde ich da an dieser stelle nicht gross ein gehen.

Viele dieser Pflanzen sind zwar giftig, doch aus ihnen werden äußerst wirksame Medikamente hergestellt. Sie sind also sehr wichtig für Kranke.Und Gott hat ja dafür gesorgt, da die Eltern und Großeltern aufpassen, daß Kinder, die das noch nicht wissen können, nicht Schaden nehmen.

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