der Investiturstreit ....hm

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König Heinrich IV. wurde von Papst Gregor VII. 1076 gebannt; darauf fielen die Fürsten von ihm ab. Heinrich zog mit wenig Gefolge 1077 nach Canossa und wurde dort von Gregor vom Bann gelöst. Darauf hielten viele deutschen Fürsten wieder zu Heinrich. Dieser bezwang den Gegenkönig Rudolf von Rheinfelden. Da Rudolf seine Schwurhand (angeblich) in der Schlacht verlor, hielten die meisten Fürsten, die von Heinrich abgefallen waren, wieder zu ihm. Ein erneuter Bann Gregors zeigte keine Wirkung. König Heinrich zog daraufhin 1081 nach Italien. Vorher wählte eine deutsch-italienische Synode einen Gegenpapst, Clemens III. Mehrmals berannte das Heer Heinrichs die Stadt Rom. 1084 endlich öffnete die Stadt die Tore. König Heinrich ließ sich dann vom Gegenpapst zum Kaiser krönen. Währenddessen harrte Gregor in der Engelsburg aus (die noch nicht eingenommen war), bis er von dem Normannenherzog Robert Guicard befreit wurde. Da die Normannen die Stadt furchtbar plünderten, musste Gregor mit Herzog Robert abziehen. Kurz darauf starb Gregor in Salerno. - Durch die Bannung Heinrichs war das deutsche Kaisertum, das die Ernennung der Bischöfe als Machtfaktor mit umfasste, geschwächt. Schon unter Papst Urban II. zeigte sich das. Während der Papst die Ereignisse diktierte (z.B. 1. Kreuzzug gegen die Muslime), musste der deutsche Kaiser Heinrich IV. 4 Jahre völlig machtlos in einem Winkel Venetiens ausharren; er konnte die von Herzog Welf gesperrten Alpenpässe nicht überqueren. Sein von ihm abgefallener Sohn Konrad herrschte seit 1093 als König der Lombarden in Oberitalien und war ein Anhänger des Papstes. - Im Wormser Konkordat 1122 (zwischen Heinrich V. und Papst Calixt) wird der Machtverlust noch deutlicher. Zwar konnten die deutschen Bischöfe nur während der Anwesenheit des Königs gewählt werden, nicht jedoch die Bischöfe in Burgund und in Italien; hier entschied der Papst. Durch Papst Innozenz III. (1198-1216) erlitt das Kaisertum eine weitere Schwächung, durch umfangreiche Vereinnahmungen von Reichsgut in Italien, wo ab sofort der Papst herrschte. Außerdem entschied Innozenz im Thronstreit zwischen Staufern und Welfen. Otto, der Welfe, musste (nach dem Tod seines Gegners, des Staufers Philipp, der aus Privatrache ermordet wurde) dem Papst die volle Freiheit der kirchlichen Wahlen zugestehen, um zum Kaiser gekrönt zu werden. Das tat Otto und wurde als Otto IV. Kaiser. Später hatte Friedrich II. (in der Goldbulle von Eger 1213) das verhängnisvolle Zugeständnis wiederholt. Damit war endgültig das Übergewicht des Papstes über das deutsche Kaisertum hergestellt.


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