Der heutige Buddhismus?

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8 Antworten

Könnt ihr mir den Buddhismus (die Religion) erklären.

Ich selbst bin Buddhist und helfe dir diesbezüglich gerne weiter.

Die ganze Religion in einem Posting "erklären" zu wollen, ist aus meiner Sicht wirklich sinnvoll, deshalb verweise ich auf den entsprechenden Artikel in der Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Buddhismus

Eine grobe Zusammenfassung kann ich aber dennoch geben:

Der Buddhismus lehrt, dass alles vergänglich ist und alle Lebewesen aufgrund ihrer Ich-Fixierung leiden und Alter, Krankheit und Tod unterworfen sind.

Der Buddhismus gibt eine Anleitung, wie man sich durch richtiges Verhalten und innere Einsicht von der Verhaftung im Kreislauf des Leidens befreien kann. Dies wird im "edlen achtfachen Pfad" erklärt.

Es gibt keine Lehre von einem Schöpfergott, oder einer ewigen Seele und der Buddhismus macht keine Angaben zur Schöpfung, oder metaphysischen Themen, da diese als nicht beantwortbar angesehen werden

Zentral für die Praxis des Buddhismus sind die "fünf Sittlichkeitsregeln" und die Meditation, die Teil des achtfachen Pfads sind.

Im Buddhismus gibt es viele verschiedene Traditionen, ähnlich wie in den anderen Weltreligionen auch. Diese verschiedenen Traditionen unterscheiden sich in Glaubensvorstellungen, Lehre und Ritualen teilweise erheblich voneinander.

Ein Beispiel

Die Vorstellung der Wiedergeburt wird nicht von allen Buddhisten als etwas betrachtet, das nach dem körperlichen Tod passiert, sondern wird teilweise auch nur als psychologisches Modell für die grundlegende Geistesverfassung angesehen.

In anderen Schulen des Buddhismus spielt die Wiedergeburt dagegen eine wichtige Rolle und so wird beispielsweise nach der Wiedergeburt bedeutender Lehrer gesucht.

Gerade diese "Exotik" macht den Buddhismus für viele Westler attraktiv, auch wenn dies eigentlich überhaupt nichts mit der ursprünglichen Lehre des Buddha zu tun hat. Daher wird der Buddhismus häufig missverstanden

Und wie man dieser Religion beitreten kann aber nicht als Mönch sondern als ein normaler Alltagsmensch?

Dazu habe ich bereits hier mal etwas ausführlicher geschrieben und somit verlinke ich einfach mal, anstatt mich zu wiederholen:

https://www.gutefrage.net/frage/wie-wird-man-ein-buddhist?foundIn=list-answers-by-user#answer-207359794

Solltest du weitere Fragen haben, helfe ich gerne weiter.

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Kommentar von Enzylexikon
13.06.2016, 20:52

Vielen Dank für den Stern. :-)

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Aus meiner Warte nur ergänzend lieber D3rLucas:

Es gibt buddhistische, als gemeinnützig anerkannte Vereine wie bspw. die Soka Gakai International - Deutschland:

Wenn Du da Mitglied wirst, bist Du "pro forma" Buddhist - ob Du es dann wirklich bist, kannst nur Du selbst entscheiden...

Deine Aufgabe läge darin, als "Boddhisattva aus der Erde" Deinen Buddhismus zu leben, in dem Du Dir selbst und Deinen Mitmenschen durch Deine täglichen Handlungen zum Glück verhilfst...

mehr darüber unter www.sgi-d.org

Am besten, Du triffst Dich bei Dir in der Gegend mal mit unterschiedlichen Laien-Buddhisten in Deiner Gegend - die sind meist alle sehr offen für Gäste - und lässt Dir "ihren" Buddhismus erklären. Dann kannst Du am besten herausfinden, was Dir zusagt.

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Also der deutsche Durchschnitts-Buddhist hat im Prinzip drei Baustellen:

  1. Sich vertraut zu machen mit der Lehre, der Philosophie und den ganzen Zusammenhängen. Dies tut er vor überwiegend im Selbst-Studium. Je nach buddhistischer Richtung fällt dieses ausführlicher oder auch nur in ganz geringem Umfange aus.
  2. Der Besuch von Meditations-Retreats. Das sind Veranstaltungen, wo man sich zu mehreren Personen trifft, um sich z.B. für 14 Tage zurückzuziehen, um intensiv meditieren zu können. Dies geschieht meistens unter der Anleitung eines angesehenen Lehrers, welcher eine Lehrbefugnis einer der großen Traditionslinien inne hat. Es gibt solche "Zusammenkünfte" auch, die nur 1-3 Tage dauern oder auch 1-3 Monate. Manche bieten auch wöchentliche Treffs am Abend an.
  3. Die Meditation im Alltag. Im Prinzip fühlt sich jede/r Buddhist/in auch dazu aufgerufen eine Möglichkeit zu finden, wie er/sie die Meditationsübung auch in den Alltag integrieren kann.

Darüber hinaus gibt es noch ein paar Regeln, sehr ähnlich den Zehn Geboten. Meistens 5-8 Stück (Nicht töten, nicht lügen, nicht stehlen, usw.), die auch als Vorausetzung für eine gelingende Meditations-Praxis gelten.

Rituelles und Kultiges gibt es natürlich auch. Wer möchte kann sich zu Hause einen Haus-Altar einrichten oder eine Buddha-Statue aufstellen. Wer es mag mit Räucherstäbchen. Und wer das nicht mag der lässt es. - Und es gibt auch religiöses Singen in einer fremden Sprache, wem das gefällt.

Manche nennen den Buddhismus eine Erfahrungs-Religion, weil hierbei in besonderem Maße die unmittelbare Erfahrung der Dinge, im gegenwärtigen Augenblick (im Hier und Jetzt) im Mittelpunkt steht. Das bezieht sich vor allem auf die Meditation, soll aber auch zur Übung während normaler Alltagstätigkeiten werden.

Das Tolle an der Sache ist, dass man eine positive Veränderung für sich (und damit verbunden natürlich auch für andere) herbeiführen kann, alleine durch Betrachtung (Beobachtung). Denn Meditation ist im Grunde genommen nichts anderes.

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Kommentar von D3rLucas
21.06.2016, 20:33

Wie würde den der eigene Haus-Altar aussehen? Also mit Räucherstäbchen...

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Wie kann das Leid beeendet werden? Diese Frage beschäftigte Buddha, war seine Motivation für seine Wanderungen, Meditation usw. bis er die Erleuchtung fand. Der Buddhismus beruht seinerseits auf eine noch viel ältere Religion, ist sehr tiefgründig. Das Nivana bedeutet nicht, das man ins Nichts eingeht wie viele glauben, sondern das man Teil von allem wird, so wie ein Regentropfen der ins Meer fällt nicht verschwindet sondern Teil von etwas größerem wird, so wie in perfekter Harmonie das Ich nicht verschwindet sondern Teil von Allem wird, das Ich und das Wir wird eins.

Aber Religion ist ja nicht nur Theorie, sondern auch Brauchtum und Gemeinschaft. Ich stelle mir das schwierig vor, in Deutschland in einer buddhistischen Gemeinschaft unterzukommen. Und letztendlich spielt es keine Rolle, ob man Christ oder Buddhist ist, das harmonische Miteinander ist überall das große Ziel (für alle Lebewesen). Nächstenliebe oder das Beenden des Leids läuft auf das gleiche hinaus.

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Es gibt verschiedene Gruppen aus verschiedenen Richtungen / Schulen des Buddhismus. Verschiedene Linien. Überall in der BRD gibt es in Städten buddhistische Meditationsgruppen. Die üben ganz unterschiedlich, eben je nach Lehrer und Richtung. Musst dich informieren, was es in deiner Stadt so gibt. Dann hingehen und mitmachen. Alles weitere lernst du da. Aber Jesus Christus ist unschlagbar.

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Ich kann den Budhismus nicht erklären, weil ich Christin bin. Aber der Dalai Lama lebt es. Hat viele Bücher darüber geschrieben, die gut sind. Der Budhismus ist sehr friedlich. Man findet dort Ruhe. Meditieren. Nicht umsonst strahlt der Dalai Lama solche eine Ruhe aus.

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jeder der sich mit Buddhismus beschäftigt ist auf der Suche

Der wahre Suchende ist der, der auf der Suche nach sich selbst ist. Gib alle Fragen auf - außer der einen: “WER BIN ICH?” Schließlich bist du dir nur einer Tatsache gewiss: DU BIST! Das "ICH BIN” ist sicher, das "ICH BIN DIES (ODER) DAS” ist es nicht. Bemühe dich herauszufinden, wer du in Wirklichkeit bist.





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