Der Forscher Dan Ariel: Der Mensch ist "predictably unpredictable"?

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3 Antworten


Es ist ja schon wissenschaftlich bewiesen, dass unser Unterbewusstsein
Entscheidungen fällt noch bevor wir diese bewusst treffen.



Ich halte die Rahmenbedingungen für solche verallgemeinerten Aussagen für nicht gegeben. Es gibt Situationen, die können nun mal nicht simuliert werden. Im Bezug auf einfache Reizen und Analysen dessen, wie das Gehirn reagiert, kann man sicher solche Aussagen treffen.

Bislang habe ich nur von Tests Berichte gelesen und gesehen, die sich mit primitiven Situationen beschäftigt haben. Solchen, in denen es völlig ausreicht, seiner Intuition zu folgen. Natürlich hat sich das Unterbewusstsein im Laufe der Evolution die Eigenschaft erarbeitet, möglichst korrekte Vorgaben zu machen, die ungeprüft und automatisiert übernommen werden.

Es gibt jedoch auch komplexe Situationen, in denen es für die Überlebensfähigkeit wichtig ist, eine Entscheidung zu treffen, bei der man besser 2 mal überlegt, ob man der Vorgabe des Unterbewusstseins folgt, oder nicht. Allein schon ethisch betrachtet ist eine solche Situation denke ich eher nicht simulierbar.

Desweiteren wird der Individualität des Menschen dabei keine Bedeutung  beigemessen. Es wird immer von einer kleinen Gruppe auf das Gesamtspektrum geschlossen, das kann man als sehr mechanistisch und reduktionistisch beurteilen. Der Mensch kann wahrscheinlich lernen auf sein Unterbewusstsein zu hören, oder aber auch es in Frage zu stellen.

Zudem habe ich starke Zweifel an der Fähigkeit der Wissenschaft, möglichst objektiv wissen zu schaffen. Das ist aber eine andere Frage und geht weit über das Thema hinaus, dennoch muss man es als relevant in Betracht ziehen.

Es ist ja schon wissenschaftlich bewiesen, dass unser Unterbewusstsein Entscheidungen fällt noch bevor wir diese bewusst treffen.

Da uns aber ohnehin eine Handlungsfreiheit vom Gehirn vorgetäuscht/suggeriert wird, stellt sich die Frage inwiefern die Wahrheit über die Entscheidungsfreiheit von Relevanz ist.

Wir sind uns unserer beraubten Entscheidungsfreiheit ja schließlich im Alltag nicht bewusst und dazu gesellen sich noch einige andere Dinge, die nicht im unseren Ermessen liegen/dessen wir uns nicht bewusst sind.

PS. Es soll nicht Ethnologie sondern Ethologie als Fach sein... (Auto"correct" hat mitgemacht.)

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