Der Erzeuger meines Sohnes (4 Jahre alt) hat nun seinen Job gekündigt und will studieren und somit kein Unterhalt mehr zahlen. Darf er es einfach so?

7 Antworten

Nein, so einfach kann er sich seiner Verantwortung nicht entziehen.

Wenn es über den Unterhalt einen "Titel" gibt, so muss er in der titulierten Höhe weitergezahlt werden, bis der Titel ggf. "abgeändert" wurde.

Zwar kann dem Mann Niemand verbieten zu studieren, aber wenn er bereits eine Berufsausbildung abgeschlossen hat, so trifft ihn eine "erhöhte Erwerbsobliegenheit", nach der er alles ihm Mögliche zu unternehmen hat, um dem Kind wenigstens den Mindestunterhalt leisten zu können.

Zahlt der Mann aufgrund geringen Einkommens dann keinen Kindesunterhalt, so könntest du ggf. Unterhaltsvorschuss für das Kind beziehen, den sich die Unterhaltsvorschusskasse später vom Mann zurückholen würde....

Auch die Differenz zwischen tituliertem Unterhalt und dem Vorschuss könnte nachträglich eingefordert werden (wenn sie regelmäßig angemahnt wird).

  • Nur, wenn der Mann noch keine Ausbildung angefangen und beendet hätte, könnte er seinen Anspruch auf eine Erstausbildung geltend machen. 
  • Dann könnte er bei entsprechendem Nachweis einen bestehenden Titel entsprechend ändern lassen und bräuchte den für die Zeit des Studiums gezahlten Unterhaltsvorschuss später nicht zurückzahlen.

Seine Ehefrau ist dem Kind nicht unterhaltspflichtig, ihr Einkommen spielt bei der Berechnung der Unterhaltshöhe für das Kind also keine Rolle.

  • Trifft für den Mann allerdings die erhöhte Erwerbsobliegenheit zu und er kommt seiner Unterhaltspflicht trotzdem nicht nach, kann ggf. geprüft werden, ob seine Ehefrau ein so hohes Einkommen erzielt, dass sie ihm gegenüber unterhaltspflichtig ist (im Rahmen des "Familienunterhaltes" bei Ehepartnern). 
  • (Vermögen spielt für Unterhalt aber keine Rolle, nur Einkommen....)
  • Den möglichen Unterhalt von seiner Frau müsste der Mann ggf. verwenden, um der Verpflichtung seinem Kind gegenüber nachzukommen.
  • Dieses könnte aber nur gerichtlich festgelegt werden, eine "Beistandschaft" des Jugendamtes wäre zur Überprüfung des Einkommens der Frau nicht ermächtigt.

Das käme drauf an, ob er eine abgeschlossene Ausbildung hat, auch ein wenig auf sein Alter.

Er hat ein Recht darauf, eine Ausbildung zu machen, aber nur, wenn er keine Ausbildung hat, mit dem er Geld verdienen und arbeiten kann. Eine weitere Ausbildung wäre nur okay, wenn er den ersten Beruf nicht mehr ausüben könnte (wegen Krankheit, Allergien usw).

Er darf nicht als Hausmann arbeiten und nicht eine weitere "Spassausbildung" anfangen, wenn dies nicht zwingend notwendig ist, um Geld zu verdienen.

In dem Fall hat er wohl gekündigt, hatte also einen guten Job bereits. Und er ist unterhaltsverpflichtet und hat daher eine erhöhte Erwerbsobliegenheit. Er darf dann nicht einfach kündigen. Meist wird in solchen Fällen vom Richter so entschieden, dass wie bisher weiter zu zahlen ist (notfalls halt von er Ehefrau, wenn die beiden entschieden haben, dass er studieren soll).

Ein weiterer Punkt wäre die Frage, ob bereits ein Titel oder eine Vereinbarung über den Unterhalt besteht. Ist das der Fall, dann muss er erst mal wie bisher weiter zahlen, tut er dies nicht, kannst du ihn pfänden lassen. Den Gerichtsvollzieher interessieren die Gründe nicht, nur ob gezahlt wurde oder nicht. Um weniger/nichts zahlen zu können, müsste er eine Unterhaltsabänderungsklage anstreben, wo er beim Richter dann eben wahrscheinlich schlechte Karten hat mit er Eigenkündigung.

Du kannst einen Titel beantragen. Dort steht drin was er zahlen muss . Er ist verpflichtet zu zahlen! Notfalls muss er sich denke ich neben dem Studium einen Job suchen . So einfach ist das nicht. Lass das vom Gericht klären . Das Jugendamt hilft dabei . Evtl bekommst du den Unterhalt auch erst mal vorgestreckt und die holen ihn dich wieder vom Vater . Auf jeden Fall steht dein Kind an erster Stelle . Sollte er mit der neuen auch Kinder bekommen steht trotzdem deines an Platz 1.
Ich hatte auch viel Ärger mit dem Kindesvater.
Jetzt sind meine Gott sei dank groß .
Nicht klein beigeben. !! Nicht wenn es um das Kind geht !

Dankeschön !

Den Titel habe ich bereits. Es lief auch vor der Geburt schon alles über das Jugendamt.

Es ist echt traurig, dass man dadurch immer so viel Ärger hat. Ich werde natürlich für meinen Sohn kämpfen. Es steht ihm schließlich zu.

Bin gespannt, was mir der Herr vom Jugendamt später dazu sagt.

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Wenn du schon einen Titel hast ist es gut. Schau mal was der vom Jugendamt sagt . Bin ich ja mal gespannt. Über ne Info würde ich mich freuen .  

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@labertasche01

wenn er mit der neuen Frau auch ein Kind bekommt dann sind beide gleichberechtigt in Sachen Unterhalt ..... keines steht auf Platz 1 und das andere dahinter , das gibt es nicht ...

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Stimmt. Sorry. Ich hab jetzt nochmal nachgelesen . Es geht ja nach der Düsseldorfer Tabelle. Und dort bekommt evtl das ältere Kind mehr. Das hatte ich gemeint. Sollte sich an den Finanzen etwas ändern bekommen alle weniger.  

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