der Dativ und "aus"?

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2 Antworten

In der Regel kann man aus weglassen, weil der Dativ auch die Quelle angibt. Manche Menschen mögen den Dativ aber nicht und bevorzugen daher Präpositionen.

Ich würde unbedingt ein Dativobjekt wählen, wenn der Ausdruck bewusst gehoben klingen soll:

  • einem Text entnehmen
  • einem Geist entspringen
  • dem Alltag entfliehen
  • dem Alkokol entsagen
  • mir [ein Wort] entweichen
  • der Strafe entkommen

Ich würde aus (oder eine andere Formulierung) wählen, um banale Dinge zu sagen. Dabei ist ein Verb mit der Vorsilbe ent- meist unerwünscht (Stilbruch):

  • aus der Kasse (ent)nehmen
  • aus der Halterung (ent)springen
  • aus dem Gefängnis (ent)fliehen
  • *(von dem Alkohol entsagen) — keinen Alkohol mehr trinken
  • aus dem Ballon [Luft] entweichen (strömen)
  • aus dem Gefängnis entkommen (ausbrechen)

Aus und ent- passen stilistisch nicht gut zusammen. Dein Beispiel "Aus dieser anfänglichen Zuneigung entsprang eine Liebe" geht nur wegen des großen Wortabstands durch. Beim zweiten Lesen finde ich, dass das aus nur stört. Will man sachlich bleiben, sagt man besser: "Aus ... entwickelte sich".

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Mir fällt kein Gegenbeispiel ein, bei dem man "aus" nicht weglassen kann.

Man könnte aber auch bei jedem Beispiel "heraus" ergänzten:

  • Aus der Kasse heraus nehmen.
  • Diese Gedichte sind nicht aus seinem Geist heraus entsprungen.
  • Aus dieser anfänglichen Zuneigung heraus entsprang eine Liebe.
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Kommentar von Qwerty555
18.04.2016, 11:30

Diese Sätze habe ich in Wörterbüchern gefunden.

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