Der Club Bertelsmann -Inkasso ohne Mahnung?

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3 Antworten

Um auf deine Frage zu antworten: Bertelsmann muss ja nicht per E-Mail mahnen. Kann dies auch schriftlich tun. Wenn Bertelsmann per E-Mail gemahnt hat, dann kann sie das auch nachweisen. Forder ggf. einen Nachweis an. Bei einer Privatperson muss min. einmal gemahnt werden, bevor man das ans Inkasso abgeben kann.

Wenn gemahnt wurde, dass ist die Abgabe ans Inkasso rechtens. Die Gebühr ist etwas überhöht - Lt. RVG müsste die Gebühr ca. 25 € betragen.

jauly1991 21.06.2011, 20:39

Das witzige daran ist ja das ich WEISS das sie nicht gemahnt haben denn an welche Email Adresse sollen sie gemahnt haben, wenn ich gar nicht im System drin bin laut Aussage der Webseite..Und eine andere Emailadresse kann es nicht sein denn ich hab seit 6 Jahren nur diese einzige Adresse..

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anzmuyt 21.06.2011, 20:55
@jauly1991

Dann schick dem Inkassobüro doch eine E-Mail, dass sie dir eine Kopie der Mahnung schicken sollen. Dann kommt entweder eine oder eben nicht. Dann hast du Sicherheit.

Ich wäre mir da niemals sicher. Evtl. hat dein Spam-Filter die E-Mail gefiltert oder du hast du die E-Mail ohne zu lesen gelöscht, weil du dachtest " Ist eh nur Werbung" und erinnerst dich einfach nicht daran, weil es so belanglos war. Kann alles mal passieren. Ich würde auf jeden Fall eine Kopie anfordern. Es kostet dich nichts als eine E-Mail. Aber ans Inkassobüro. Die sind jetzt dein Ansprechpartner. Die müssten entweder eine Kopie vorliegen haben oder eine Kopie bei Bertelsmann anfordern.

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rainerendres 21.06.2011, 23:22

Bei einer Privatperson muss min. einmal gemahnt werden, bevor man das ans Inkasso abgeben kann.

Aber wieso denn ?Ich dachte Sie arbeiten in einem Inkassobüro ?

Der GL darf jederzeit ein IB zum Forderungseinzug beauftragen !

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anzmuyt 21.06.2011, 23:40
@rainerendres

Häää?? Was ist daran jetzt nicht zu verstehen? Es zahlt ja nicht jeder nach der ersten Mahnung.

Natürlich darf man ein Inkassobüro auch ohne zu mahnen beauftragen, aber wenn der Schuldner dann zu recht darauf verweist das er keine Mahnung bekommen hat und die Inkassokosten zurückweist, dann muss er diese auch nicht zahlen.

Wenn der Schuldner nach einer Mahnung nicht zahlt und dann ein Inkasoobüro beauftragt wird, dann sind auch die Verzugskosten zu tragen

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Mahnen kann ein Verkäufer auch selbst, dafür braucht er kein Inkasso. 50 Euro sind dafür eindeutig überhöht, wenn überhaupt, können höchstens Gebühren entsprechend Anwaltsvergütung durchgesetzt werden, das liegt deutlich drüber!

whiteTree 18.06.2011, 23:43

Ich würde den eigentlichen Rechnungsbetrag plus geforderte Mahngebühren (des Gläubigers) und Verzugszinsen an Bertelsmann Club direkt bezahlen, auf jeden Fall Verwendungszweck Rechnungsnr., Mahngebühren und Verzugszinsen angeben.

Grundsätzlich muss man bei Verzug auch Verzugskosten ersetzen (§280, 286 BGB) - daher schau dir noch mal insbes. §286 und die Rechnung an, ob die Voraussetzungen gegeben sind! Dabei ist der Gläubiger aber zu Schadensminderung verpflichtet; d.h., man kann auch bei eingetretenem Verzug sagen, dass die Sache auch ohne Inkasso bezahlt worden wäre und deshalb die Inkassogebühren verweigern. Denn die Einschaltung eines Inkassounternehmens muss zweckmäßig sein und darf nicht aus reiner Kostentreiberei erfolgen. Aus diesem Grund sind Inkassogebühren, wenn überhaupt, i.d.R. nur in Höhe von Anwaltsgebühren durchsetzbar.

Leider ist die ganze Sache nicht eindeutig gesetzlich geregelt, so dass es Urteile gibt, die Inkassogebühren ganz ablehnen, an Anwaltskosten angelehnt akzeptieren und ganz selten auch überhöhte Fantasieforderungen zugestehen.

Ein Restrisiko bleibt also immer. Wenn keine Mahnung kam, würde ich es in der Situation riskieren, die Inkassogebühren ganz zu verweigern, weil eine einfache Mahnung gereicht hätte. Wenn allerdings gemahnt wurde, die Forderung berechtigt ist und noch zusätzlcher Aufwand, wie Ermittlung einer geänderten Adresse, dazukommt, den man vom Gläubiger nicht selbstständig erwarten kann, würde ich in einer Tabelle für Anwaltsgebühren schauen, den 1,0-RVG-Satz ermitteln, evtl. noch MWSt und Pauschale dazurechnen und das bezahlen. Bei Zahlungen an Inkassos immer mit Zweckbindung (Hauptforderung, Mahnkosten, Verzugszins, selbst festgelegte Inkassokosten) überweisen.

Und: Während Klagen nur wegen Inkassogebühren selten sind, kommt es sehr wohl öfter zu gerichtlichen Mahnbescheiden. Dann muss man entscheiden: zahlen oder gegenüber dem Gericht widersprechen, ggf. nur teilweise. Auf keinen Fall aussitzen, dann kriegt man alles ohne Chance auf Verteidigung aufgebrummt!

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rainerendres 19.06.2011, 07:57
@whiteTree

Und: Während Klagen nur wegen Inkassogebühren selten sind, kommt es sehr wohl öfter zu gerichtlichen Mahnbescheiden.

Selten ?

Mir ist keine einzige bekannt !

Selbst im Verzugsfall wie hier - sind die "Kosten" eines Inkassodienstleisters wohl nicht mit der Arbeit eines RAs gleichzusetzen ;-)

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whiteTree 19.06.2011, 21:32
@rainerendres

Sehe ich das richtig (oder verwechsel ich da was), du hast / Sie haben eine Weile für einen bekannten Masseninkassoladen gearbeitet, der durch Einforderung verjährter Telefonrechnungen bekannt wurde, aber auch immer wieder für unseriöse "Gläubiger" tätig wird, wie Gewinnspielbetreiber, Versandhäuser, die unverlangt Waren versenden und "Abos" unterschieben, und unseriöse "B2B-Marktplätze" im Internet, die gleichzeitig auch Abofallen sind?

Ist es nicht möglich, dass die Inkassobüros da unterschiedlich vorgehen? Dass gerade dann, wenn Klagen geringe Aussicht haben (bei verjährten/unseriösen Forderungen), man auf diese verzichtet und nur hofft, dass Leute sich einschüchtern lassen oder den Widerspruch gegen den Mahnbescheid verpennen?

Leider gibt es auch einige äußerst unseriöse Vertreter der Inkassobranche, die häufiger Mahnbescheide verschicken lassen und sogar Klage einreichen - sich aber zurück ziehen, wenn sich ein Opfer ernsthaft und mit rechtskundiger Hilfe wehrt.

Ich würde in dem Fall, dass gar nicht gemahnt und gleich an ein Inkasso abgegeben wurde (womöglich noch konzernintern), auch nicht eine Klage nur wegen Inkassogebühren erwarten. Absolute Sicherheit würde ich aber nicht erwarten.

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rainerendres 20.06.2011, 22:08
@whiteTree

Sehe ich das richtig (oder verwechsel ich da was), du hast / Sie haben eine Weile für einen bekannten Masseninkassoladen gearbeitet, der durch Einforderung verjährter Telefonrechnungen bekannt wurde, aber auch immer wieder für unseriöse "Gläubiger" tätig wird, wie Gewinnspielbetreiber, Versandhäuser, die unverlangt Waren versenden und "Abos" unterschieben, und unseriöse "B2B-Marktplätze" im Internet, die gleichzeitig auch Abofallen sind?

Ich war 3 jahre bei acoreus und acoreus ist immerhin Mitglied im BDIU Die meisten Auftraggeber gehorten nicht zu den oben erwähnten Abzockerbuden sondern waren stinknormale Telkos (z.b Tele 2 )

Das Einfordern von verjährten Forderungen ist ja nicht verboten - Die Forderung ist zwar rechtens aber nicht mehr durchsetzungsfähig (sofern der Kunde darüber in Kennntis ist und Einrede wg Verjährung tätigt)

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anzmuyt 21.06.2011, 20:17
@rainerendres

Ich lass auch mal ein Kommentar dazu ab: whiteTree hat Recht. Ich arbeite auch für ein Inkassobüro das VIELE Mittelständische Unternehmen aus allen erdenklichen Branchen betreut. Man kann die arbeit eines Inkassobüros sehr wohl - besonders wenn es um eine unstreitige Forderung - mit der Arbeit eines RA's vergleichen. Was macht er den anderes als anmahnen und wenn nicht gezahlt wir - Mahnbescheid beantragen?

Und es gibt inzwischen immer mehr Gerichte die Inkassogebühren - wenn sie sich in einer angemessenen Höhe (ca. RVG) befinden - anerkennen. Solche Urteile habe ich immer öfter auf meinem Tisch.

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rainerendres 21.06.2011, 23:06
@anzmuyt

Solche Urteile habe ich immer öfter auf meinem Tisch.

Dann poste mal ein AZ !

Erfolgreiche Klage expl wg Inkassogebühren eines ext beauftragten Inkassobüros

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anzmuyt 21.06.2011, 23:18
@rainerendres

Nein - ich meine keine Klage wg. der HauptForderung in der aber auch Inkassogebühren als vorgerichtliche Kosten mit geltend gemacht werden.

Ich weiß, dass kein Mensch eine Klage wg. Inkassogebühren durchführt, weil es sich wg. den Kosten nicht lohnt.

Ich wollte damit sagen, dass Inkassogebühren inzwischen anerkannt werden - da du ja der Meinung bis, dass die immer vom AG zurückgewiesen werden.

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anzmuyt 21.06.2011, 23:23
@anzmuyt

Sorry - vertippt: In der erste Zeile soll es heißen: "Eine Klage" und nicht "keine Klage"

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anzmuyt 22.06.2011, 07:47
@rainerendres

Z. B. das Urteil vom AG Weisswasser - 6 C 0250/08 - vom 11.09.08

Der Beklage wird verurteilt , an die Klägerin die HF (c. 50 €) nebst Zinsen zzgl. Mahnkosten und 36,89 € Inkassokosten zu zahlen.

Begründung:

Die geltend gemachten Inkassokosten liegen noch unterhalb jener Kosten, welche dem Kläger im Falle einer vorherigen anwaltlichen Beauftragung entstanden wären und sind damit erstattungsfähig. Unbestritten erhielt der Beklagte die Rechnung und wurde gemahnt, ohne dass dieser vorprozessual Einwendungen gegen die HF erhoben hätte.

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rainerendres 23.06.2011, 01:26
@anzmuyt

Danke für das AZ :-) Durch das Wegfallen der RA Gebühren ist der Schuldner ja noch gut gefahren !

Mit meinem Beitrag wollte ich zum Ausdrück bringen das vom Schuldner im Verzugsfall nicht beglichene RA Gebühren ( falls ein RA zum Forderungseinzug beauftragt wurde) meistens eine Klage nach sich zieht !

Bei den Gebühren eines ext IBs wird allerdings aus wirtschaftl Gründen und der uneinheitlichen rechtsprechung ausgebucht

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Die Gebühren des extern beauftragten Inkassos sind sicherlich nicht durchsetzungsfähig

Fragen :

Zusendung des Buches erfolgte damals per versichertes Paket ?

Schon nachweisbar (schriftlich) mit Bertelsmann bzw dem Inkassoladen kommuniziert ?

jauly1991 19.06.2011, 12:17

Schon nachweisbar (schriftlich) mit Bertelsmann bzw dem Inkassoladen kommuniziert ?

naja ich würde gerne mit denen Kommunizieren aber wenn ich mich anmelden möchte sagen die mir meine emailadresse ist bei denen nicht im system.. wie soll man denn da kommunizieren?? Das seltsame ist ja das ich sonst immer werbeemails bekommen habe und nun sollen plötzlich 3!!! Mahnungen verschwunden sein?? Ich kann mir da einfach keinen Reim drauf machen...

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rainerendres 19.06.2011, 23:35
@jauly1991

Hintergrund meiner Frage war allerdings ein anderer !!

Zusendung des Buches an Dich war damals versichert - also registriert mit Unterschrift oder lediglich eine unversicherte Büchersendung bzw Warensendung ?

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jauly1991 21.06.2011, 18:14
@rainerendres

War eine unversichterte Büchersendung ohne das ich etwas unterschreiben musste

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rainerendres 21.06.2011, 22:41
@jauly1991

War eine unversichterte Büchersendung ohne das ich etwas unterschreiben musste

Nur mal theoretisch :

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rainerendres 21.06.2011, 22:50
@rainerendres

Nur mal theoretisch :

Wie will die Gegenseite dann die korrekte Zustellung nachweisen falls ein Kunde behauptet er habe die Ware nicht bekommen

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