Der barmherzige Samariter umschreiben? HILFE!

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Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo july91

Die von Dir angeführte Untersuchung bestätigt einmal mehr die häufig -- auch unter Christen -- klaffende Lücke zwischen Wissen und Tun.


Mit der eindrucksvolle Veranschaulichung aus Lukas 10:25-37 über den barmherzigen Samariter, erklärt uns Jesus, was es bedeutet, ein wirklicher Nächster zu sein!

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Wenn man sich im Spiegel dieses Gleichnisses selbst betrachtet, könnte die Frage entstehen: „Was für ein Nächster bin ich eigentlich?

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Beeinflusst eventuell die Herkunft, Hautfarbe oder Nationalität meine Überlegungen, wen ich als meinen Nächsten betrachte?

Schränken diese Faktoren meine Verpflichtung ein, jemand zu helfen, der in Schwierigkeiten ist?

Bemühe ich mich bewusst, ein guter Nächster oder vielleicht einfach nur ein guter Nachbar zu sein?“


Es gibt zwischen damals und heute viele Parallelen.

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So war es z. B. in den Tagen Jesu gang und gäbe, dass Juden gegenüber Heiden ganz offen eine feindselige Haltung einnahmen.

Mit der Zeit wurde sogar ein Gesetz in die jüdische Mischna aufgenommen, wonach es israelitischen Frauen verboten war, nichtjüdischen Frauen Geburtshilfe zu leisten, weil dadurch nur noch ein weiterer Heide auf die Welt kommen würde!! (Aboda Zara 2:1).

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Soweit es Religion und Abstammung betraf, waren die Samariter den Juden näher verwandt als die Heiden.

Trotzdem betrachtete man auch die Samariter wie Ausgestoßene.

„Juden verkehren . . . nicht mit Samaritern“, schrieb der Apostel Johannes (Johannes 4:9).

So lehrte der Talmud sogar:

„Ein Stück Brot, von einem Samariter gereicht, ist unreiner als Schweinefleisch.“

Gewisse Juden sahen in dem Begriff „Samariter“ sogar einen Ausdruck der Verachtung und der Schande (Johannes 8:48).


Vor diesem Hintergrund waren Jesu Worte an einen Mann, der im jüdischen Gesetz bewandert war, sehr lehrreich.

Dieser hatte Jesus gefragte:

„Lehrer, was soll ich tun, um ewiges Leben zu erben?“

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In seiner Erwiderung verwies Jesus auf das mosaische Gesetz, das gebot,

‘Jehova mit ganzem Herzen, ganzer Seele, ganzer Kraft und ganzem Sinn zu lieben und den Nächsten wie sich selbst’.

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Der Gesetzeskundige fragte daraufhin Jesus:

„Wer ist in Wirklichkeit mein Nächster?“ (Lukas 10:25-29; 3. Mose 19:18; 5. Mose 6:5).

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Nach Ansicht der Pharisäer traf die Bezeichnung „Nächster“ nur auf diejenigen zu, die sich an die jüdischen Überlieferungen hielten — keinesfalls auf Heiden oder Samariter.

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Sollte dieser Gesetzeskundige Jesu Zustimmung erwartet haben, so hatte er sich geirrt.


Jesus beantwortete die Frage des Mannes mit einem Gleichnis.

„Ein gewisser Mensch“, so sagte er, „ging von Jerusalem nach Jericho hinab.“

Das war zu der Zeit eine gefährliche Wegstrecke.

So kam es, dass der Reisende in Jesu Gleichnis ‘unter Räuber fiel, die ihn auszogen und ihm auch Schläge versetzten und weggingen und ihn halb tot zurückließen’ (Lukas 10:30).

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Auch heute wiederholt es sich täglich, dass Menschen unverschuldet in Not geraten oder gar Opfer zunehmender Kriminalität werden (2. Timotheus 3:1 - 5)

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„Nun traf es sich“, fuhr Jesus fort, „dass ein gewisser Priester jenen Weg hinabging, doch als er ihn sah, ging er auf der entgegengesetzten Seite vorüber.

Ebenso ging auch ein Levit, als er an die Stelle hinab kam und ihn sah, auf der entgegengesetzten Seite vorüber“ (Lukas 10:31, 32).

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Die Priester und die Leviten waren Lehrer des Gesetzes, das auch das Gebot der Nächstenliebe einschloss (3. Mose 10:8-11; 5. Mose 33:1, 10).

Wenn sich jemand hätte gedrängt fühlen sollen, dem verletzten Reisenden zu helfen, dann wären sie es gewesen.

Also wieder -- und hier ganz besonders bedrückend -- die Lücke zwischen Wissen und Tun.

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Jesus erzählte weiter:

„Ein gewisser Samariter, der des Weges zog, kam zu ihm.“

Dass Jesus einen Samariter erwähnte, ließ den Gesetzeskundigen zweifellos noch mehr aufhorchen.

Wie reagierte Jesus?

Würde er der vorherrschenden negativen Meinung beipflichten, die man von diesem Volk hatte?

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Ganz im Gegenteil, denn als der Samariter die erbärmliche Lage des Reisenden sah, „wurde er von Mitleid bewegt“.

Jesus sagte: „Und er trat an ihn heran und verband ihm seine Wunden, wobei er Öl und Wein auf sie goss.

Dann hob er ihn auf sein eigenes Tier und brachte ihn in eine Herberge und sorgte für ihn.

Und am nächsten Tag zog er zwei Denare (damals zwei Tagelöhne!!) heraus, gab sie dem Herbergswirt und sprach:

‚Sorge für ihn, und was immer du darüber ausgibst, will ich dir zurückzahlen, wenn ich hierher zurückkomme‘ “ (Lukas 10:33-35).


Nun wandte sich Jesus an den Fragesteller:

„Wer von diesen dreien hat sich, wie es dir scheint, als Nächster des Mannes erwiesen, der unter die Räuber fiel?“

Der Gesetzeskundige wusste die Antwort, doch anscheinend widerstrebte es ihm zu sagen: „Der Samariter.“

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Stattdessen antwortete er einfach:

„Derjenige, der ihm gegenüber barmherzig handelte.“

Darauf sprach Jesus:

„Geh hin, und handle selbst ebenso“ (Lukas 10:36, 37).

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Dem Theologen fehlte also auch noch der Mut zu einer ehrlichen Antwort.

Gibt es so etwas heute auch?


Noch ein interessanter Aspekt: Der Mann hatte Jesus befragt, weil er „beweisen wollte, dass er gerecht sei“ (Lukas 10:29). Vielleicht erwartete er von Jesus ein Lob für sein kleinliches Festhalten am mosaischen Gesetz.

Doch diese anmaßende Person musste die wahre Bedeutung einer anderen grundsätzlichen Aussage der Bibel verstehen lernen, die so lautet:

„Jeder Weg eines Mannes ist gerade in seinen eigenen Augen, aber Jehova schätzt die Herzen ab“ (Sprüche 21:2).

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Auch das ist heute nicht anders als damals -- denn mehr denn je sprechen Taten lauter als Worte. (Jakobus 2:17)


Als Hintergrund eignen sich einige Gedanken aus diesem Thema

Was erwartet Gott von den Menschen?


Vielleicht hilft Dir das weiter.


Als Ergänzung:

Auch der Unterschied zwischen der Goldenen Regel und ihrem verneinenden Gegenstück lässt sich an Jesu Gleichnis vom barmherzigen Samariter verdeutlichen!

Hier dazu ein paar Denkansätze:

http://wol.jw.org/de/wol/d/r10/lp-x/2007721#p5



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Ich bin auch etwas blockiert,glaube ich.Ich bin mir nicht sicher,aufgrund der Fragestellung,ob es eine vergleichbare Geschichte aus der heutigen Zeit sein soll oder eine Darstellung wie negativ und egoistisch unsere Gegenwart ist.

Ich meine,dass eine Gute Parabel wäre,was mit dem Man geschehen ist der in der Srassenbahn geholfen hat und alle anderen haben nur zugesehen oder weggesehen.Der gute Samariter hat dass mit seinem Leben bezahlt.

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Vielleicht mit "liebe deine Nächsten wie dich selbst" (Mark.12,33) ?

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