Der babylonische Schöpfungsbericht und der Priesterschriftliche Schöpfungsbericht

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3 Antworten

Hallo Chemieundsowas,

einer der größten Unterschiede liegt in der Glaubwürdigkeit, denn der babylonische Schöpfungsbericht ist so:

Quelle: Wikipedia Enuma elis:

1 bis 20Apsû und Tiamat schaffen die Götter. Ea übertrifft seinen Vater. 21 bis 54Die Götter stören ihre Eltern. Apsû will sie töten, Tiamat nicht. Der Berater Mummu gibt Apsû Recht. 55 bis 75Ea schläfert Apsû durch Beschwörung ein, tötet ihn. Er nimmt den Berater Mummu fest und errichtet seine Wohnstatt auf dem Apsû. 76 bis 109Ea und seine Gattin Damkina zeugen dort Marduk. Seine Jugend, Pracht und Stärke werden geschildert. Ea übergibt ihm die vier Winde, um Tiamat zu schrecken. 110 bis 124Die Götter fühlen sich von Marduks vier Winden gestört und stiften Tiamat zur Rache an. 125 bis 162„Lasst uns Dämonen machen“. Kingu wird der Anführer der elf von Tiamat geschaffenen Dämonen. Er bekommt die „Anuwürde“ und die Schicksalstafel

Das ist erst der Beginn, der ist aber schon so, dass man Kopfweh bekommt.

Wenn du nun die Bibel hernimmst:

1 Im Anfang schuf Gott1 Himmel und Erde. 2 Die Erde war formlos und leer. Finsternis lag über der Tiefe, und der Geist Gottes schwebte über dem wogenden Wasser. 3 Da sprach Gott: "Es werde Licht!" Und das Licht entstand. 4 Gott sah es an: Es war gut. Da trennte Gott das Licht von der Finsternis. 5 Das Licht nannte er "Tag" und die Finsternis "Nacht". Es wurde Abend und wieder Morgen - ein Tag. 6 Dann sprach Gott: "Im Wasser soll eine Wölbung2 entstehen, eine Trennung zwischen den Wassermassen!" (1. Mose 1:1-6, Neue evangelistische Übersetzung)

Das ist doch weit glaubwürdiger? Zu den Tagen der Bibel ist zu sagen, dass es sich nicht um buchstäbliche Tage handelt, zum Beispiel heißt es nach jedem Tag: "Siehe, es war sehr gut." (Die Schöpfung nämlich)

Wir leben allerdings noch am SIEBENTEN TAG, von dem es noch nicht geheißen hat: "Siehe, es war sehr gut"

Nun nimm einmal die sechste Tafel:

6Marduk erzählt Ea seinen Plan: Er will Menschen aus Blut erschaffen, damit sie die Mühsal der Götter tragen und die Götter dadurch ihre Ruhe haben; er will die Götter in zwei Gruppen einteilen. Ea rät: Der an Tiamats Gewalt Schuldige soll sterben, dass die Menschen aus seinem Blut geschaffen werden können. Götterversammlung vor Marduk: 17 bis 34Die Götter geben Kingu die Schuld. Nun erschafft Ea aus seinem Blut die Menschen und legt ihnen den Dienst für die Götter auf. 35 bis 69Einteilung von 600 Göttern im Himmel und in der Unterwelt; 300 von ihnen als Wachen unter Befehl Anus im Himmel

600 Götter! Doch ist das nicht so viel, wie man glaubt. Der Hinduismus kennt Millionen davon. Betrachten wir die Bibel:

8 Ich bin Jahwe, das ist mein Name! / Diese Ehre lass ich mir von niemandem nehmen. / Den Götzen gebe ich nicht mein Lob.

Also nicht 600, die angebetet werden dürfen, NUR Jahwe / Jehova (andere Aussprache) sollte man anbeten.

Es gibt viele Unterschiede zwischen babylonischem Schöpfungsmythos und Bibel, doch ist die Glaubwürdigkeit der größte.

Gruß Alfred

asteppert 30.10.2011, 11:27

Hallo Chemieundsowas,

vielen Dank, dass du die Antwort als hilfreich bewertet hast. Ja, die Bibel ist auf jeden Fall glaubwürdiger.

Schönen Tag,

Gruß Alfred

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Die beiden Texte könnten unterschiedlicher gar nicht sein. Im Enuma Elisch gehts eher um Götterstreitereien als um Schöpfung, im biblischen Schöpfungsbericht hingegen wird ganz nüchtern die Entstehung der Welt erklärt. Sie haben miteinander nichts zu tun.

Die Religion der Sumerer war schon sehr tiefschichtig und wird (wie man hier wieder lesen kann) von Christen gerne verdreht und unverständlich zusammengekürzt, damit man mit dem Original nicht mehr in Verbindung gebracht werden kann. Besserer Einstieg hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Sumerische_Religion

Es finden sich folgende Themen und Schemata mit ähnlicher Bibel-Entsprechung:

  • Erschaffung der Menschheit,

  • Wege der Erschaffung (durch das Wort und durch Herstellung),

  • das Turmbau zu Babel-Motiv,

  • die Sintflut und die Arche Noah,

  • die Auferstehung der Inanna (Drei Tage im Totenreich, danach Wiederauferstehung),

  • das Vertreibungsmotiv aus dem Paradies

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