Depressive Gedanken ALS KIND - wie solls weitergehen?

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8 Antworten

Hallo "F",

keine Angst, ich nehme dich ernst und ich werde, obwohl ich jetzt schon 48 Jahre alt bin versuchen mich in dein Alter einzufühlen.

Ich schreibe dir, in der großen Menge der Depressiven und Suizidalen, hier nur aus dem einem Grunde: Ich war wie du!

Natürlich werden wir uns in vielem unterscheiden, allein wie ich glaube schon im Geschlecht aber ich werde kurz in mich gehen, zurück in meine Kindheit und dir erzählen wie es bei mir war und wie es weiterging, denn wie du siehst, ich habe bald ein ganzes Leben weitergelebt.

Ich kann mich noch gut erinnern, mit 12 oder vielleicht auch 14 Jahren, ich hatte so ein für Jungs typisches "Fahrtenmesser" ein gut 18 cm. langes scharfes, stehendes Messer, fühlte ich mich so einsam, so missverstanden und so hilflos, das ich das Messer mit der Spitze gegen meinen Bauch drückte und wirklich ernsthaft mit mir rang zuzustoßen.

Wie konnte es nur so weit kommen?

Ich denke weil ich niemanden hatte mit dem ich reden konnte. Ich hatte eigentlich ein "intaktes" Elternhaus. Vater arbeitete den ganzen Tag, er war toll, aber nie für mich oder meine Kinderprobleme da. Auf meine Mutter hingegen konnte ich leider gar nicht zählen. Ich war eine "Leseratte", sie froh darüber, überschüttete mich mit Büchern, so war ich stillgestellt in meiner Welt der Bücher.

Nicht schwer zu erraten, das ein Kind, das so in seiner eigenen Welt lebt und, wahrscheinlich auch durch den ganzen Lesestoff den anderen einige Jahre vorraus war, wenig Freunde hatte.

Kurz ich hatte niemanden mit dem ich über meine Probleme, Dinge die mich beschäftigten, die mir Angst machten, reden konnte.

Und da liegt das Problem. Du musst jemanden, besser mehrere Menschen haben mit denen du wirklich reden kannst. Ganz offen, auch über deine Probleme und Ängste.

Bei mir hat sich die Sache später verwachsen, als ich schlechten Umgang bekam, rebellierte.

Oh Mann, meine Eltern haben es zurück bekommen. Ich war kein leichter Jugendlicher.

Später wurde dann auch bei mir alles normal, ich machte das Abitur, habe studiert, geheiratet und zwei wundervolle Töchter, bei denen ich versuche alles zu vermeiden was bei mir schief lief.

Dies nur um dir zu zeigen das alles gut werden kann. Es ist natürlich kein Leitfaden für dich.

Ich glaube wenn es in deinem Alter schon so schlimm ist wie bei mir, dass man wirklich ernsthaft über das "Schluß machen" nachdenkt, ist es mehr als 5 vor 12.

Du kannst dich nicht darauf verlassen, dass sich alles wie bei mir "verwächst", du solltest professionellen Rat bei einem Psychologen suchen.

Klar jetzt ist natürlich die nächste Frage: Wie soll ich das meinen Eltern klarmachen.

Ein Tip. Sag doch einfach, du fühlst dich in letzter Zeit nicht wohl und möchtest zum Arzt. Wenn deine Eltern dich begleiten wollen sag ihnen: Ich bin doch kein Baby mehr, ich kann alleine zum Arzt gehen und das möchte ich auch.

Und dem Arzt erzälst du dann, ansatzweise, die Geschichte und sagst du möchtest zu einem Psychologen überwiesen werden und er möchte bitte mit deinen Eltern reden warum dies notwendig seie.

Er darf ihnen nur das erzählen was du ihm erlaubst, das nennt sich "ärztliche Schweigepflicht" und die gilt auch schon für dich.

Und so ein Psychologe ist ein Mensch der es studiert hat zuzuhören, ihm kannst du alles erzählen, der ist von nichts schockiert oder unangenehm berührt. Glaube mir, der hat schon alles gehört.

Und das beste ist, dass er auch Ideen hat wie du aus deiner, ich nenne es mal "Episode" wieder herraus kommst.

So, nun habe ich eine Menge geschrieben, ich hoffe es war ein bißchen was dabei, womit du was anfangen konntest.

Ich wünsche dir für dein weiteres, hoffentlich noch ganz langes Leben, alles liebe und Gute, denn glaube mir: Leben lohnt sich.

Mir sind in meinen 48 Jahren so wundervolle Dinge wiederfahren, die haben sich wirklich gelohnt erlebt zu werden.

Alles Gute, Dein

Raider     

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IDontLikeMyName 21.07.2016, 20:09

Vielen, vielen Dank! Das hilft mir sehr weiter :) Lg F :)

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Vertraue dich auf jeden fall jemand an, es ist schlecht wenn man so etwas verschweigt.

Sprich am besten mit jemanden den du sehr Vertraust darüber.

Und danach solltest du tatsächlich mal überlegen dir Professionelle hilfe zusuchen, egal ob deine Eltern davon erfahren oder nicht, da musst du auf dich schauen, denn mit schlechten/negativen Gedanken hält man es nicht sehr lange aus.

Es zerfrisst ein desto länger man es verschweigt.

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Mit 14 macht der jeweils behandelnde Arzt die information der eltern von seiner einschätzung der Einsichtsfähigkeit des Patienten abhängig. Ich kann natürlich nicht für andere Ärzte sprechen. Bei Psychotherapeuten ist es auch so.

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Du hast ja was von einer bevorstehenden Vorsorgeuntersuchung gesagt. Du solltest dort auf jeden Fall die Wahrheit sagen, denn dann man kann dir gut helfen. So musst du nicht mal mehr richtig auf den Arzt zugehen. Nur sagen musst du es. Du kannst den Arzt auch bitten, dich an einen Psychologen zu überweisen. Anschließend kann er ernsthaft mit deinen Eltern reden. Du musst dich einfach nur an die richtige Person wenden - einen Arzt - dann kann dir auch geholfen werden.  Und diese Versorgeuntersuchung ist eine gute Möglichkeit dafür "auszupacken".

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Gehe zum Psychologen. Da gibts keine andere Möglichkeit. Ich selbst bin bei einem Psychologen und das ist das beste was mir passieren konnte. 

In Ländern wie Amerika ist es sogar sehr populär einen Therapeuten zu haben. Also keine Scheu und melde dich bei einem.

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IDontLikeMyName 21.07.2016, 19:27

Kann man da alleine hin, ohne, dass die Eltern bzw. Andere davon erfahren? Also als Minderjährige ?

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peakey 21.07.2016, 19:28
@IDontLikeMyName

Das fragst du am besten den Psychologen. Die sind, wie zu erwarten, natürlich sehr freundlich. :)

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watsonemma 21.07.2016, 19:29
@IDontLikeMyName

Wird schwierig. Du kannst mit deinen 14 Jahren noch nichts selbst unterschreiben, weder einen Antrag an die Krankenkasse, noch sonst was. Und auch kein Therapeut wird ein Kind mit Suizidgedanken und selbstverletzendem Verhalten behandeln, ohne die Eltern einzubeziehen.

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woher weißt du, daß ein Sorgen Telefon nicht hilft, obwohl du es noch nie in Anspruch genommen hast?

du kannst es auf dem Frage Bogen erwähnen, meistens ist es aber so, daß dem keine große Bedeutung zugesprochen wird. 

Was du brauchst ist ein Kinder u. - Jugend Psychologe, mit dem du reden kannst!

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Ich kann mir kaum vorstellen, dass du dich so sehr ritzt und deine Eltern dann noch lachen.

Jemand, der richtige "Ritznarben" hat, sieht furchtbar aus.

Da wird wohl selbst den dümmsten Menschen das Lachen vergehen.

Und ansonsten solltest du das natürlich mal bei einem Arzt ansprechen. Es ist kaum möglich, dass jemand aus dem Internet eine Art und Weise der Diagnose stellen kann oder das auch bloß einschätzen kann.

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einfachichseinn 21.07.2016, 19:54

woher das kommt, wirst du dann in der Therapie klären. Das kann hier niemand herauszufinden.

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Ich hatte in diesem Alter das selbe Problem, du solltest mit irgendwem dem du vertraust darüber reden, da du es sonst nur noch weiter in dich hineinfrisst.

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