Depressive Freundin verlassen?

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9 Antworten

Ich kann sehr gut verstehen, dass das für dich eine sehr schwere Entscheidung ist. Aber du darfst nicht dein komplettes Leben von einer Person abhängig machen, manchmal musst du eben deine Gesundheit vor die deiner Mitmenschen stellen. Du solltest nicht dein Leben wegwerfen, nur um Ihres zu retten.

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Das ist schwierig, denn einerseits verstehe ich, dass du Angst hast, sie zu verlassen, aber andererseits: Wenn du dich kaputt machst und irgendwann selbst völlig fertig bist, wem ist damit geholfen? Vor allem kannst du ihr dann auch nicht mehr helfen. 

Was ich mich an deiner Stelle fragen würde ist: Tut sie genug. Du schreibst von mehreren Therapien. Das führt mich zu der Frage: Wie gut hat sie mitgemacht. Ich spreche aus eigener Erfahrung, eine Therapie ist vor allem Arbeit an sich selbst. Wenn sie was bringen soll, muss man verdammt viel machen, und das ist verdammt anstrengend. 

Daher stellt sich die Frage: Geht sie nur hin, kommt heim und fällt in eine "Bring ja eh nix"-Haltung oder probiert sie Dinge aus? Ich hatte gerade erst wieder einen heftigen Rückfall, konnte wochenlang nicht arbeiten, aber ich hab mich hochgekämpft, geschaut wo ich was ändern kann. Es ist noch lange nicht alles gut, aber es wird besser. Aber ich habe dafür auch verdammt viel getan, Tagesstruktur geändert, auch Dinge ausprobiert, bei denen ich dachte, es bringt nichts und passt nicht - weil ich da unbedingt wieder raus wollte. Frage dich: Hat sie diese Haltung?

Falls sie bisher eher passiv sein sollte: Sage ihr, dass du sie gerne begleitest, wenn sie aktiv (!) etwas dafür tut, dass es ihr wieder besser geht, du aber wenn sie ihren Teil nicht beiträgst selbst so sehr leidest, dass du irgendwann nicht mehr kannst. 

Ich habe einen guten Freund, der sich nun fast zwei Jahre durch eine Beziehung gequält hat, die die Hölle war, immer "gefangen" durch die Drohung, dass sie sich umbringt, wenn er geht. Er hat mir wirklich leid getan, inzwischen ist es zu Ende, weil sie nichts dafür tun wollte, dass es ihr besser geht und erwartet hat, dass er alles für sie regelt. Und sie war zwar ziemlich fertig, aber sie hat sich nichts angetan, und er kann endlich mal wieder leben. Das meine ich, wie ich es schreibe, denn das konnte er nicht mehr, sie forderte seine volle Aufmerksamkeit und hat ihn ausgesaugt wie ein Vampir.

Du hast das Recht, zu fordern, dass sie ihr Möglichstes tut, damit es ihr besser geht. Du hast ebenso das Recht, zu sagen, wenn sie sich selbst nicht nach Kräften anstrengt, kann sie nicht erwarten, dass du ihr Kraft gibst bis du selbst keine mehr hast. 

Wenn sie selbst etwas tut, und zwar wirklich etwas tut, überlege ob du die Kraft hast, sie auf diesem Weg zu begleiten. Du kannst sie dabei an die Hand nehmen, aber gehen muss sie allein. Möchte sie hingegen nur, dass du ihr Tröster bist kann das, so hart es klingt, auf Dauer nicht funktionieren. 


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Kommentar von 7vitamine
02.04.2016, 01:24

Schön geschrieben.. du kennst dich da aus, man sieht's, nur die, die dagegen sind dass er die Freundschaft aufgibt, haben wohl null Erfahrungen damit.

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Kommentar von 7vitamine
02.04.2016, 01:33

Gut gekämpft, Löwin! ;)

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Du musst an dich selbst denken, du solltest nicht unbedingt sofort die Freundschaft beenden, aber du musst auf jeden Fall etwas Abstand finden, sonst gehst du mit unter. Sage ihr dass du weiterhin für sie da bist, wenn sie sich professionelle Hilfe sucht, am besten wäre in dem Falle wohl wirklich eine Klinik, wo sie rund um die Uhr betreut wird. Dann kannst du sie weiterhin besuchen und ihr beistehen, aber hast nicht mehr die Last sie von ihren Selbstmordversuchen abzuhalten.

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In der Regel ist es so, dass Menschen die sagen sie wollen sich Umbringen es nicht tun werden. Wenn sie anfangen zu Schweigen wird es erst kritisch. Sag ihr dass du so nicht weiter machen kannst. Wenn sie keine Hilfe zulässt dann kann sie zumindest aufhören dich zu belasten

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So schlimm es sich anhört: mach Schluß. Sie zieht dich weiter mit in ihrem Abgrund, ohne daß du ihr helfen kannst.

Es ist ein Kampf, den du nicht gewinnen kannst - du bist kein Therapeut, und bist nicht dazu da, sie zu "heilen". Sowas schafft kein normaler Mensch.

Ich spreche aus Erfahrung, ich hatte mal eine Freundschaft mit einem psychisch Erkrankten, der mir meine ganze Lebensenergie ausgesaugt hat und noch ein schlechtes Gewissen eingeredet hat. Wir kreisten täglich Stunden um Stunden um seine Probleme, hab mich privat aufgerieben um ihm zu "helfen", bis ich irgendwann verstanden habe, daß er gar keine Hilfe will.

Sein Lebensinhalt war geworden, nur um seine Problematik zu kreisen, ohne den Willen, Hilfe anzunehmen. Psychisch Erkrankte sind teilweise sehr manipulativ und können ganz schnell mit ihrer Opferrolle ein schlechtes Gewissen verusachen.

Wirklich tun kann man aber nichts, man kreist immer nur um das gleiche Problem.

Das alles ist keine Basis für eine funktionierende Beziehung, wo beide Partner gleichwertig sind, und keine Basis für eine harmonische Zukunft.

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Kommentar von ViviMausi5
02.04.2016, 00:29

aber dann bringt sie sich wahrscheinlich um

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Kommentar von 7vitamine
02.04.2016, 01:05

Du bist eine der wenigen hier, die ich gerne lese, das passiert wirklich ganz selten.

Nur das ich's erwähnt habe.

Und weiter geht's..

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Das wichtigste wurde gesagt, jetzt sage ich noch was kleines dazu.

Es ist dein gutes Recht diese Freundschaft die sich eh nur noch um sie dreht zu beenden. Was passieren wird, oder schon eingetreten ist, dass du selbst depressiv und krank wirst.

Die meisten depressiven haben keine Freunde, das ist kein Zufall, denn du merkst es selbst dass es dir den letzten Nerv raubt. Wann bist du an der Reihe? Wer ist für dich da wenn es dir wie jetzt schlecht geht? Sie ganz sicher nicht, denn der Spiess würde sich wieder so drehen, dass du für sie da sein musst.

Nimm Abstand, es liegt nicht in deiner Hand was sie mit ihrem Leben macht, das ist ihre Entscheidung. Wäre sie eine gute Freundin wenn sie dir ein schlechtes Gewissen einredet?

Mach das solange du es noch kannst, wenn es nicht geht, dann beende es und bau dir dein eigenes Leben auf, es muss ja dir gut gehen in diesem einzigen kurzen Leben.

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Kommentar von Ceytlin
02.04.2016, 01:25

"Die meisten Depressiven haben keine Freunde" Ich glaube, das liegt daran, dass viele Freunde eben zu lange nur als "seelischer Mülleimer" fungieren. Ich hab den tollsten besten Freund der Welt, der hat irgendwann gesagt: Okay, pass auf, ich hab dich verdammt lieb, aber jetzt bin ich an einem Punkt, an dem ich sage: Ich kann die Verantwortung nicht tragen, dafür zuständig zu sein, dich aufrecht zu halten. Ich hab dir hier Telefonnummern rausgesucht von Therapeuten in deiner Nähe, Beratungsstellen und nem sozialpsychiatrischen Dienst. Das ist ein schwerer Schritt, und ich unterstütze dich auf dem Weg, wenn du dir professionelle Hilfe suchst. Aber wenn du es nicht machst, kann ich das so nicht mehr lange mitmachen, das packe ich nicht. 

Das waren klare Worte und es war ein wirklicher Anstoß. Ich glaube, wenn er nur Händchen gehalten hätte und gesagt hätte "Oh du arme Ceytlin, dir geht es ja soooo schlecht", würde es mir heute weit schlechter gehen. 

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Kommentar von 7vitamine
02.04.2016, 01:32

Das ist schön dass du so jemanden gefunden hast, aber du selbst hast es in deiner Antwort umschrieben. Es ist ein Unterschied ob man sich helfen lassen will oder einfach nur diese "es bringt eh nix" Einstellungen hat, denn hättest du diese Einstellung gehabt hättest du nicht auf ihn gehört, du wolltest dir helfen lassen und das war der Unterschied.

Es ist ein Kampf, man braucht viel Energie, aber es geht irgendwie trotzdem weiter wenn man will. Weiter so Ceytlin, nur nicht aufgeben.

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Ich habe zum Beispiel selber Depressionen und würde jeden verstehen der deswegen Kontakt abbricht.

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Vielleicht solltest du mal zum Psychologen und dich dabei beraten lassen..

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Wenn du ihre einzige Person bist und du sie verlässt dann weiß jeder hier was sie macht bleib bei ihr und unternehmt mal was das sie ihre gedankwn weg bekommt

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Kommentar von FrozenSoul234
02.04.2016, 00:29

Wenn sie wirklich unter schwersten Depressionen mit suizidalen Gedanken leidet, reicht es aber nicht "was zu unternehmen um von den Gedanken wegzukommen." 

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Kommentar von XeNoniTeCookie
02.04.2016, 00:33

Ich litt auch mal drunter bis dan 3-5 Personen den Kern der verursachung geknackt haben und mich so wieder in die rechte Bahn geleitet haben

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