Depressionen und SD-Unterfunktion

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3 Antworten

Hallo,

Du solltest dringend den Arzt wechseln, denn von einer guten Einstellung der Schilddrüse kann hier nicht die Rede sein! Die Symptome zusammen mit einem TSH-Wert von 2,5 zeigen immer noch eine Unterfunktion an. Die alleinige Bestimmung des TSH-Wertes ist eine wackelige Angelegenheit und eigentlich nicht ausreichend. Es müssen zumindest noch der fT4- und fT3-Wert bestimmt werden.

Gute Ärzte behandeln bei Symptomen bereits bei einem TSH von 2,0.

Wurde Dir die Ursache Deiner Unterfunktion mitgeteilt? Warst Du bei einem Facharzt, und zwar bei einem Endokrinologen, zur Diagnose und Behandlung?

Ich kann Dir (aus eigener Erfahrung) nur raten, dringendst den Arzt zu wechseln und zu einem Endokrinologen zu gehen. Zunächst muss die Ursache der Unterfunktion bestimmt werden. Es müssen die Blutwerte TSH, fT4, fT3, die Antikörperwerte TPO-AK (MAK), TG-AK (TAK), TR-AK bestimmt werden. Darüber hinaus ist es unerlässlich, einen Ultraschall zu machen, bei dem nach der Gewebestruktur und Größe der Schilddrüse geschaut wird. Lasse Dir anschließend unbedingt eine Kopie des Befundes aushändigen. Ich bin mir fast sicher, dass das alles bei Dir nicht gemacht wurde.

Weiterhin empfehle ich Dir mal in das Forum http://www.ht-mb.de/forum/ unter der Rubrik Hashimoto mitzulesen.

Bitte lasse Dich nicht in die Psychoecke abschieben. Die depressiven Verstimmungen verschwinden bei richtiger Einstellung, die Du bis jetzt nicht hast. Auch das Gewicht kann man wieder in den Griff bekommen. Kannst Du alle Deine Werte hier posten?

Viele liebe Grüße

Catlyn

Vielen lieben Dank für die ausführliche Antwort!

Meine Werte (ganz aktuell, grad erst ausgepackt):

TSH: 2,04 - FT3: 3,19 - FT4: 1,28

Eine Ultraschalluntersuchung habe ich gemacht, damals als es diagnostiziert wurde (davon habe ich leider keine Wertetabelle bekommen), keine Veränderung der SD, keine Vergrößerung, Wucherung oder sonstwas, Bild+Befund habe ich bei 2 Ärzten vorbeigebracht, alles okay. Meine Antikörper wurden auch bestimmt, Hashimoto ist es nicht. Also weiß ich garnicht, was ich habe, meine Ärztin auch nicht. Ich nehme jetzt Euthyrox 50µg, also auch eine sehr homöopathische Dosis. (Meine Mutter nimmt 150µg, sie wiegt (jetzt) genauso viel wie ich und meint, ich würde mich anstellen, bei ihr war das symptomatisch nicht so schlimm, sie hat halt nur einen Kropf bekommen.)

Ich hab daher irgendwie immer mehr die böse Vermutung, dass ich eigentlich in die "Psychoecke" sollte und in die viel lukrativere (Tests, Tests, Tests!) SD-Ecke gedrängt wurde. Okay, die Blutwerte waren wohl sehr auffällig, aber ohne irgendeinen Auslöser finde ich das höchst merkwürdig. Es ist auch komisch, dass ich nachdem ich die Medikamente bekommen habe ohne Nahrungsumstellung ziemlich konstant >1kg pro Woche zugelegt habe. Seitdem wird auch alles, was ich habe nur auf die SD zurückgeführt (Schmerzen in den Gelenken, depressive Verstimmungen, nervöser Magen), da erwarte ich an und für sich von meiner Ärztin, dass sie alles dran setzt, dass die richtig eingestellt wird, damit es mir wieder besser geht.

Hach, das macht mir alles eine nur noch düsterere Stimmung :(

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@TanteTrudel

Hallo,

kannst Du zu den fT-Werten bitte noch die Normbereiche angeben, da man sonst nicht viel dazu sagen kann? Ein TSH-Wert von 2,04 ist bei Deinen Symptomen immer noch zu hoch!

Zu den Ärzten: Mir wurde weit mehr als 10 Jahre immer wieder gesagt, dass alles in Ordnung sei. Ich war bei verschiedenen Ärzten und keiner hat irgend etwas gefunden und ich habe mich damals leider auch nicht mit der Schilddrüse beschäftigt. Alles ging schleichend und wurde langsam schlechter. Als ich dann gar nicht mehr konnte, bin ich zu einer Koryphäe auf dem Gebiet Schilddrüse gegangen und bekam nach so vielen Jahren endlich einmal eine Diagnose und einen Anfang einer vernünftigen Therapie. Leider war aber auch die Praxis dieser Koryphäe nicht in der Lage, mich zum Wohlbefinden zu führen. Inzwischen habe ich extrem viel über Schilddrüse und Hormone gelernt und bin im Ausland in Behandlung.

Übrigens: Ich habe damals das Wort und die Krankheit Hashimoto überhaupt nicht gekannt und mir hat davon auch kein Arzt erzählt. Angeblich war ja immer alles in Ordnung, wobei das Wohlbefinden absolut in den Keller gegangen ist, ich depressive Verstimmungen bekam, Haarausfall, Müdigkeit ohne Ende, Gewichtszunahme, Konzentrationsstörungen und extreme Gedächthnisprobleme, etc. Zum Schluss bekam ich noch Gelenkschmerzen, aber auch Rückenschmerzen morgens. Ich brauchte den ganzen Vormittag bis die Schmerzen wieder einigermaßen weggingen.

Dir wurde zur Größe der Schilddrüse gesagt, dass Du keine vergrößerte Schilddrüse hast. Aber: Wie groß ist Deine Schilddrüse? Das ist wichtig zu wissen! Verlasse Dich niemals auf die Aussage: "Normal groß" - "alles in Ordnung". Wie gesagt, DAS habe ich über 10 Jahre durch! Lass Dir die Werte IMMER geben und prüfe selber nach!

Deine Ärzte sagten Dir, dass Du kein Hashimoto hast. Du schreibst das im Zusammenhang mit den Antikörpern. Es gibt durchaus Patienten, die keine Antikörper, jedoch die Erkrankung haben! Ich hatte auch weit über 10 Jahre keine Antikörper. Irgendwann dann waren mal die TG-AKs leicht erhöht. Das sind genau die Antikörper, die z. B. der Hausarzt gar nicht bestimmt. Um so wichtiger ist es jedoch, den Befund des Ultraschalls zu kennen.

Du schreibst, dass Du von Deiner Ärztin erwartest, dass sie alles daran setzt, Dich richtig einzustellen. Ganz ehrlich: Dein Fall ist mit diesen Symptomen schon eine etwas komplexere Sache, bei der höchst wahrscheinlich auch andere Hormone mit involviert sind (=Gelenkschmerzen, Depression) und hier kann man von den meisten Schilddrüsenspezialisten leider gar nichts mehr erwarten. Das ist meine weit über 10jährige Erfahrung. Du musst Dich selber belesen und die Schilddrüsenerkrankungen richtiggehend studieren, um auf gleicher Ebene mit den Ärzten reden zu können und ihnen auch zu bestimmten Vorgehensweisen ein Nein zu bieten! Es geht schließlich um Dich und Dein Wohlbefinden. Die Ärzte stecken nicht in Deiner Haut und können sich meist überhaupt nicht vorstellen, wie schlimm solche Symptome sein können!

Du schreibst, dass eine Dosis von 50µg Euthyrox eine Minidosis ist. Das sehe ich etwas anders. Es soll das ersetzt werden, was nicht mehr hergestellt wird, und das ist bei jedem individuell verschieden. Bei einer Dosis von 150 µg werde ich selber immer sehr neugierig, wie die fT-Werte in Realtion stehen! Ist nämlich der fT3-Wert im Verhältnis zum fT4-Wert niedrig, dann wäre ein Kombipräparat angesagt (T4+T3).

Du sprichst auch den Auslöser der Erkrankung an! Da Deine Mutter auch ein Schilddrüsenproblem hat, ist es naheliegend, dass die Veranlagung dazu vererbt wurde. Letztendliche Auslöser können vielfältig sein. Ein sehr häufiger Mitauslöser ist Stress. Das ist nicht zu unterschätzen.

Ich empfhehle Dir noch einmal, im o. g. Forum unter der Rubrik Hashimoto mitzulesen, auch wenn Du meinst, dies nicht zu haben. Das Ergebnis einer Hashimoto-Thyreoiditis ist u. a. eine Unterfunktion. Deshalb empfahl ich die Rubrik.

Verfalle jetzt bitte nicht in düstere Stimmung! Das ist jetzt fehl am Platze. Da die Ärzte nicht mitziehen, musst Du Dich aufraffen und selber mit recherchieren. Außerdem wäre es empfehlenswert, noch eine weitere Meinung einzuholen. Zur Erinnerung: Bei mir dauerte es weit über 10 Jahre, bis ich mal an einen einigermaßen kompetenten Arzt kam. Heute habe ich genau 2 Ärzte für Hormone: Einen im Ausland und einen (fast) vor Ort.

Kopf hoch! Wenn ich das geschafft habe, dann Du auch. Und man kann Dir helfen, da bin ich mir sicher!

Viele Grüße

Catlyn

PS: Ich muss übrigens alles selber zahlen. Wäre ich bei einem "normalen" Arzt, den die Krankenkasse bezahlt, wäre bis heute keine Diagnose zustande gekommen. Auch hätte dann die richtige Therapie nicht stattgefunden.

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@Catlyn

Vielen Dank! Die Normwerte für FT3 sind 2,2-4,7, für FT4 0,78-1,54 Ich habe mich mal umgehört, was gesunde Freunde so für Schilddrüsenwerte haben, bzw Freunde, die richtig eingestellt sind, alle zwischen 0.9 und 1.2 ... Da komm ich mir von meiner Ärztin echt vereiert vor. Sie sagte, dass man Schilddrüsenkranke eher zu niedrig einstellt. Zumal sie mir jetzt noch Antidepressiva und eine Überweisung zum Psychiater gegeben hat.

Zum Glück habe ich in Wohnortnähe ein großes endokrinologisches Zentrum, da werde ich nachher mal anrufen und einen Termin vereinbaren. Meine Ärztin sagte noch ich soll abwarten, weil sich der Wert noch einpendelt, in 8 Wochen wieder zum Blutbild. Aber ich kann nicht so lange total apathisch rumsitzen und mich zu allem quälen müssen, ich muss mein Studium abschließen (die Schilddrüse hat mir schon das letzte Semester total verdorben, da ich einfach nicht konnte) und arbeite nebenher noch, kann doch nicht einfach wochenlang zuhause bleiben und auf n Blutentnahmetermin warten.

Danke für deine aufmunternden Worte, ich werde mich jetzt mal eingehender damit beschäftigen, nach der Arbeit werde ich erstmal Laborwerte, Bilder und alte Laborwerte zusammensammeln und mich versuchen schlau zu machen.

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@TanteTrudel

Hallo,

solange die Schilddrüse nicht richtig eingestellt ist, kann ich von Antidepressiva nur abraten! Antidepressiva haben auch eine Auswirkung auf die Schilddrüsenfunktion und zwar eine kontraproduktive.

Deine fT-Werte, die ich prozentual im Normbereich berechnet habe (fT4: 65,8 %, fT3: 39,6 %), zeigen einen im Vergleich zum fT4-Wert niedrigen fT3-Wert an. Niedriges T3 kann als Symptom Depressionen verursachen (steht in jedem psychiatrischen Fachbuch). Sollte sich dies nach Deiner nächsten Erhöhung Deines Monopräparates nicht ändern, dann sollte man über ein Kombipräparat nachdenken (Novothyral, Prothyrid). Den Gang zum Psychiater kannst Du Dir sparen, denn der hat von Schilddrüse reichlich wenig Ahnung.

Ich kann verstehen, dass Du Dein Studium wieder erfolgreich fortsetzen möchtest und Dir die Zeit im Nacken hängt. Jedoch nutzt es nichts, vor Ablauf von 6 Wochen nach einer Dosisänderung Blutwerte zu bestimmen, da diese dann wirklich noch nicht stimmen und die Therapie dann auch nicht danach ausgerichtet werden kann und wenn doch, dann geht es in die falsche Richtung. Um so länger wirst du dann brauchen! Man kann ja auch ein Urlaubssemester einlegen, um die Zeit, die man zur SD-Einstellung benötigt, zu haben. Die Erkrankung ist leider eine große Geduldsprobe und auch in meiner entfernten Verwandtschaft dachte man, dass wegen schulischer Forderung Eile geboten sei und man sich die Zeit nicht geben müsse. Das ging dann auch nach hinten los.

Ich drücke Dir die Daumen, dass Du ein "gutes" Endokrinologikum bzw. gute Ärzte vor Ort hast!

Alles Gute

Catlyn

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@Catlyn

Etwas spät, aber trotzdem muss ich das nochmal loswerden: Vielen vielen lieben Dank Catlyn!

Ich habe Antidepressiva bekommen, die nehme ich jedoch nicht... Habe es probiert und mir ging es sowas von schrecklich, dass ich jetzt auch den Beweis habe, dass "im Kopf" alles richtig ist. Das werde ich auch meiner Ärztin sagen und dann mal auf meinen Endo-Termin im November warten... (Wenn man nicht akut auf dem Zahnfleisch kriecht, ist das leider die normale Wartezeit)

Mir ist noch aufgefallen, dass ich vor ein paar Jahren mal einen Bluttest hatte und man da schon hätte sehen können, dass was nicht stimmt (TSH-Wert bei 6,.. - aber warum therapieren, wenn die Patientin wegen was anderem da ist... Grr.)

Einen wunderschönen Tag noch :)

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Hallo.... hier scheint sich ja jemand sehr gut auszukennen...Catlyn!!

Ich hab auch Probleme mit der Schilddrüse....vor einigen Jahren wurde bei mir eine Unterfunktion festgestellt und ich bekam daraufhin Thyronajod verschrieben. 50 täglich... es ist aber ein reines auf und ab...mal besser mal schlechter....als ich jetzt zum 2. mal schwanger war hat mich mein FA zu einem Schilddrüsenspezialisten geschickt und der hat nach Jahren zum ersten mal einen Ultraschall und auch die anderen Blutwerte ausser TSH überprüft....SD war unauffälig normal gross nur die Blutwerte stimmen nicht. Sollte dann L- Thyroxin 50 und 75 im Wechsel nehmen....mir gings dann echt viel besser....jetzt war ich vor 4 Monaten zur Kontrolle beim HA und der Tsh war wieder sehr hoch...er hat mir wieder Thyronajod verschrieben und seitdem gehts mir echt immer wieder schlecht.... Ich hab irgendwie Sympthome einer Überfunktion ( bin Gereizt, Durchfall, Nervös, Unruhig..) aber hab auch immer mal wieder totale Schwindelanfälle und Übelkeit!

Meine Fragen nun : Gibts nen Unterschied zwischen L.- Thyroxin und Thyronajod??? Und können solche Sympthome auf die Schilddrüse zurückzuführen sein??? Mein echt manchmal ich bin doof....

Danke

LG Katja

kurze antwort langer sinn. zum psychiater und medikament .

Hallo eiermaier,

es handelt sich hier um eine SD-Patientin, die noch nicht richtig eingestellt ist. Bei ihrer Wertekonstellation fT4 zu fT3 ist zu erkennen, dass niedriges T3 vorliegt. Das ist jedoch ein Auslöser von Depressionen. Diese verschwinden, sobald die Patientin richtig eingestellt worden ist. Antidepressiva, die vom Psychiater verordnet werden, wirken auf die Schilddrüse kontraproduktiv.

Du machst es Dir zu einfach, wenn das Problem der falsche Facharzt lösen soll. Der Psychiater würde in diesem Falle versuchen, ein Symptom zu behandeln. Leider macht das aber alles dann noch viel schlimmer, weil die Ursache nicht behandelt wird.

Gruß

Catlyn

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@Catlyn

sie hat geschrieben sie sei eingestellt. na gut wenn dem nicht so ist dann hast du natürlich recht.

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