Depressionen und Angstzustände was tun?

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6 Antworten

Hallo BibbyMagKekse,

Du schreibst, dass Du es bereits mit "Psychologen und alles probiert" hast. Gehören zu "alles" auch Medikamente gegen Depressionen? Hast Du es damit schon einmal probiert? Da es bei Depressionen zu einem chemischen Ungleichgewicht im Gehirn kommt, können Antidepressiva helfen, wieder ein Gleichgewicht herzustellen. Natürlich muss man mit Nebenwirkungen rechnen, vor allem in der Einstellphase. Es gibt auch eine Reihe pflanzlicher Präparate, die meist nur gegen leichte bis mittelschwere Depressionen helfen. Manchen helfen auch bestimmte Entspannungstechniken, z.B. die "Progressive Musekelentspannung" ( CDs zum Erlernen gibt es im Handel). Wenn Du diese Techniken regelmäßig, z.B. vor dem Schlafengehen durchführst, kann es sein, dass Du besser in den Schlaf kommst. Auch kann das gute alte Hausmittel Baldrian gute Dienste leisten.

Du kannst allerdings auch selbst etwas aktiv gegen Deine Depressionen unternehmen. Einer der wichtigsten Schritt im Kampf gegen Depressionen ist, dass Du mit jemandem darüber sprichst. Warum ist das so wichtig? Nun, niemand kann wissen, wie es in Deinem Herzen aussieht, wenn Du nicht aus Dir herausgehst und Dich jemandem mitteilst. Außerdem ist es ein Heilungsprozess, Gefühle in Worte zu kleiden, denn allein über Deine schmerzlichen Erfahrungen zu reden, kann Deinem Herzen Erleichterung bringen. Ich fand hierzu einen Spruch aus der Bibel sehr passend, der lautet: "Angstvolle Besorgtheit im Herzen eines Mannes wird es niederbeugen, aber das gute Wort erfreut es ( Sprüche 12:25). Das "gute Wort" könnte von Eltern, dem Ehepartner oder einem mitfühlenden Freund kommen. Wenn Du jedoch Deine Gefühle in Dich einschließt und unterdrückst, dann leistest Du Deinen Depressionen nur Vorschub.

Ein weiterer Schritt ist, dass Du Deinen eigenen Wert erkennst. Mangelndes Selbstwertgefühl spielt bei Depressionen eine entscheidende Rolle. Oft ist dieses aufgrund von körperlicher oder psychischer Misshandlung in der Kindheit entstanden. Auch wenn frühere negative Erlebnisse bei Dir emotionelle Narben hinterlassen haben, solltest Du daran denken, dass dies nichts an Deinem Wert als Mensch ändert. Daher solltest Du Dich um eine ausgeglichene Ansicht über Deinen wahren Wert als Person bemühen. Die Bibel gibt auch dazu einen weisen Rat und fordert jeden dazu auf "nicht höher von sich zu denken, als zu denken sich gebührt, sondern auf eine besonnene Selbstschätzung bedacht zu sein (Römer 12:3, Menge). In den Augen Gottes bist Du sowieso sehr wertvoll und ihm persönlich sehr wichtig. Ich finde eine Veranschaulichung, die Jesus einmal gebrauchte sehr passend.

"29 Werden nicht zwei Sperlinge für eine Münze von kleinem Wert verkauft? Doch kein einziger von ihnen wird ohne eures Vaters [Wissen] zur Erde fallen. 30 Aber sogar die Haare eures Hauptes sind alle gezählt. 31 Darum fürchtet euch nicht: Ihr seid mehr wert als viele Sperlinge" (Matthäus 10:29-31).

Wenn Gott schon nicht kleine Vögel, wie die Sperlinge es sind, gleichgültig sind und sie beachtet, wieviel mehr dann wir Menschen?

Es kann allerdings etwas geben, dass Dir immer wieder Dein Selbstwertgefühl raubt, wenn Du Dich nämlich wegen jedes kleinen Fehlers selbst zerfleischt. Wenn es auch Dir so ergeht, dann denke daran, dass eine solche unvernünftige Fehlersuche Deine Selbstachtung in einem erheblichen Ausmaß untergräbt. Vergiss nicht: Wir alle haben unsere Fehler und Schwächen. Doch wir haben auch Stärken. Statt sich auf eine penible Fehlersuche zu begeben, sollte man lieber an das denken, was man besonders gut kann. Vielleicht setzt man sich einfach mal hin und schreibt all die Stärken und positiven Eigenschaften auf, die man an sich entdeckt.

Es gibt noch etwas, das zu einem mangelnden Selbstwertgefühl beitragen kann. Es könnte die übertriebene Sorge sein, von anderen anerkannt zu werden und die Angst vor Ablehnung. Es mag sein, dass in der Vergangenheit Menschen zu Dir unfreundlich und gefühllos waren. Denke jedoch daran, dass Dein wahrer Wert nicht daran gemessen wird, ob Dich andere mögen oder nicht. Auch Jesus wurde gem. der Bibel von anderen "für nichts gehalten" und geringgeachtet, obwohl er sogar vollkommen war (Jesaja 53:3). Doch das änderte nichts an seinem wahren Wert oder daran, wie Gott ihn einschätzte. Depressionen können manchmal sehr schlimm und anhaltend sein und man hat das Gefühl, sie würden nie enden und es sei unmöglich, sie jemals zu überwinden. Bedenke jedoch, dass keine Situation hoffnungslos ist! So erging es z.B. einem Schreiber der Bibel, dem Propheten Jona. Er schrieb einmal: "Es ist besser, dass ich sterbe, als dass ich am Leben bin" (Jona 4:1-3). Seine Missstimmung hielt jedoch nur eine gewisse Zeit an. Er konnte sie überwinden. Ich selbst kenne jemanden, der eine sehr lange depressive Phase durchmachte, sich seine Situation sich dann jedoch in relativ kurzer Zeit erheblich besserte, weil er ein anderes Medikament bekam, dass wesentlich besser half, als das alte.

Fortsetzung...

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Kommentar von Philipp59
31.08.2014, 07:51

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Ich schrieb vorhin, dass Du Gott persönlich wichtig bist. Immer wieder ist in seinem Wort der Bibel zu lesen, dass ihm die Niedergedrückten sehr am Herzen liegen und er sich um sie kümmert. Hier einige Beispiele:

  • "Das Herz der Niedergeschlagenen", verheißt Gott "zu beleben (Jesaja 57:15, de Wette)

  • "Ich aber bin niedergedrückt und arm. Jehova selbst beachtet mich. Du bist mein Beistand und der für mein Entrinnen Sorgende." (Psalm 40:17).

  • "Dieser Niedergedrückte rief, und Jehova selbst hörte. Und aus all seinen Bedrängnissen rettete ER ihn"(Psalm 34:6).

  • " Um das Geschrei des Geringen vor ihn kommen zu lassen; Und so hört er das Geschrei der Niedergedrückten" (Hiob 34:28)

Wie Du siehst, gab es depressive Personen auch schon in früherer Zeit. Gott hat großes Mitgefühl für sie und er beachtet sie. Sie haben etwas Wichtiges getan, damit ihnen Hilfe von Gott zukommen konnte: Sie haben sich im Gebet an ihn gewandt. Gebete sind jedoch nicht nur, wie viele sagen, eine psychologische Krücke. Man wendet sich ja nicht an einen fiktiven, sondern an einen realen Gott, der nicht nur helfen möchte, sondern der auch die Macht dazu hat. Welche positiven Auswirkungen ein Gebet haben kann,beschrieb einmal der Apostel Paulus, der in seinem Leben viele Drangsale durchstehen musste und aus eigener Erfahrung sagte:

"Seid um nichts ängstlich besorgt, sondern laßt in allem durch Gebet und Flehen zusammen mit Danksagung eure Bitten bei Gott bekanntwerden; 7 und der Frieden Gottes, der alles Denken übertrifft, wird euer Herz und eure Denkkraft durch Christus Jesus behüten" (Philipper 4:6,7).

Gott möchte allerdings, dass Du Dich nicht nur deswegen für ihn interessierst, damit er Dir hilft. Er möchte, dass er Dir jederzeit wichtig ist, dass Du seine Nähe suchst und ihm dienst. Mit anderen Worten: Gott möchte nicht in eine Schublade gesteckt werden, aus dem man ihn nur dann herausholt, wenn man seine Hilfe braucht. Wäre das eine Basis für eine gute Freundschaft?

Leider haben sind in dieser Zeit viele Menschen von Gott weg gewandt und erwarten von ihm keine Hilfe mehr. Das ist jedoch ein großer Fehler. Wie Du gesehen hast, sind wir Gott nicht gleichgültig. Ob man nun Hilfe von ihm zu erwarten hat, hängt auch von uns selber ab, nämlich davon, ob wir bereit sind, ihn kennenzulernen und ein persönliches Verhältnis zu ihm aufzubauen.

Ich hoffe, dass Dir die Tipps ein wenig helfen und Du nach und nach Deinen Kampf gegen die Depressionen gewinnst!

Liebe Grüße

Philipp59

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Depressionen sind nichts anderes als eine gestörte Biochemie im Gehirn - und um richtig zu funktionieren gehören die entsprechenden Nährstoffe. Zu den Nährstoffen zählen Aminosäuren, Vitamine und Mineralstoffe. Daraus bildet der Körper sogenannte Neurotransmitter wie Serotonin, Noradrenalin und Dopamin - jene Botenstoffe, die für eine ausgeglichene Stimmung, Antrieb, Schlaf und Konzentration verantwortlich sind.

Auch Forscher vermuten, dass die Ernährung bei der Erkrankung eine Rolle spielt - und suchen nach Therapieansätzen. Ärzte aber warnen davor, auf eine Heilung durch Nährstoffe zu hoffen - aber klar, sollen sie die ganzen Medikamente vielleicht selber schlucken.

Besonders bei Stress wie z.B. durch Leistungsdruck und Überforderung kommt es u.a. zu einem erhöhten Magnesiumverbrauch und der bei einem Mangel u.a. zu Angststörungen und Depressionen führen kann. Schau zu dem Thema auch in meine Antwort auf der folgenden Seite und in den Link in der Antwort.

http://www.gutefrage.net/frage/stechen-im-herz-14#answer103332304

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Also, als erstes: SELBSTMORD IST NICHT DIE LÖSUNG!

Bitte bitte ziehe es in Erwägung hier mal anzurufen: 0800/111 0 111 oder 0800/111 0 222

Hier ist noch ein Forum zum Reden und Zuhören: http://www.sorgentreff.de/

Okay, also..ich war auch mal ne Zeit lang wirklich wirklich am Boden, und obwohl es sich bei dir noch mal einen Zacken schlimmer anhört, kann ich dir eins sagen: es wird besser. Ich weiß, du hast das sicher schon tausend mal gehört und hast dir selbst schon eingeredet, dass das nicht geht. Aber es ist so. Ich hab jetzt immer noch Tage, an denen ich einfach nicht mehr will und das Atmen schwer wird..und das ist der Zeitpunkt sich komplett auf sich selber und seine Gesundheit zu konzentrieren. Kein Schultag, kein Hobby oder sonst was sollte wichtiger sein als dass du weiterleben möchtest. Depressionen sind unglaublich unfair und selbst jetzt oft noch nicht als echte Krankheit anerkannt. Ich nehme mir an solchen Tagen frei und glätte alles was mich runterzieht aus. Ob das (wie oft bei mir) extreme Angst vor dem Versagen in der Schule ist, wo ich dann meine Hausaufgaben mache, mit Leuten redet die vielleicht ein Problem darstellen oder sich einfach einzugestehen, dass manche Sachen einfach kommen. Und wieder gehen. Und dass man nichts dagegen tun kann und sich beruhigt. Ganz wichtig ist, dass du dir Zeit für alles gibst und den Tag so machst, dass du das Gefühl hast, eigentlich ist es doch alles nicht so schlimm. Trink Tee, mach es dir gemütlich, und erledige alles zwischendurch.

Du bist nicht allein, du schaffst das. Du bist nicht Schuld an deiner Depression. Depression ist kein Fehler im Charakter, sondern in der Chemie. Ganz viel Glück mit allem :)

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Hallo Bibby, da muss man nach dem Lesen erst mal tief durchatmen wenn man das gelesen hat. Du hast geschrieben, dass du mal Psychologen probiert hast, was kann ich mir darunter vorstellen? Ein Psychologe / -in ist kein Keks aus einer Tüte. Weitere Frage: Was hast du noch ausprobiert? Waren es Psychopharmaka? Mein Rat spontan ist, dass du schnellstmöglich. am Besten noch das Wochenende, in einer psychosomatischen Klinik vorstellst und die Gedanken der Selbsttötung ansprichst. Auch wenn du im Abistress stehst und du unter Umständen stationär aufgenommen wirst, so glaube ich jedoch, dass man Dir professionell und vor Allem eine schnelle Hilfe geben kann.

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Kommentar von BibbyMagKekse
31.08.2014, 02:40

Ich musste meine psychologen schon 3 mal wechseln weil mir die meisten nicht helfen konnten. Der erste hat sich lieb darum bemüht dass es mir besser geht und hat mir auch schon ne psychatrische behandlung inform von behandlung in der "klapse" (grob gesagt) angeboten doch meine eltern hauptsächlich mein stiefvater hat sich dagegen gewehrt dass man mich dort behandelt da man mich nach den gründen für meine depressionen ausfragen würde. Dann sind wir umgezogen und ich hab mir nen neuen psychologen gesucht welchen ich nicht lange hatte weil dieser kurz nach anfang der therapie in rente gegangen ist. Und dann hatte ich eigendlich keine lust mehr mir immer was neues zu suchen doch eine lehrerin in der schule hat gesehen dass ich mich ritze obwohl ich das immer verstecke und die hat mir dann nen neuen psychologen empfohlen und habe diesen dann auch mal angeschrieben und habe die therapie bei ihm begonnen. Ich war zufrieden mit ihm aber es hat einfach nicht geholfen. Ich habe mit ihm darüber gesprochen dass ich mich umbringen wollte und alles und er hat mir vieles erzählt von wegen dass es nichts bringt und alles aber bei dem gedanken noch zwei jahre aushalten zu müssen bis ich 18 bin bekomme ich eine gänsehaut. Ich weiß nicht warum ich mich so sehr hasse. Man hat mir auch schon antidepressiva verschrieben dich dadurch dass ich hier zuhause extrem überwacht werde kann ich diese nicht einnehmen. Ich darf keine tabletten nehmen selbst wenn es nur genen kopfschmerzen ist. Das alles bestimmt hauptsächlich mein stiefvater und meine mum lässt sich das alles gefallen. Wir haben einen schrank mit medikamenten an den ich nur rankomme wenn meine eltern nicht da sind und das ist sehr selten bis gar nicht. Ich hab echt keine ahnung mehr. Ich habe schmerzen versucht weil viele meinten durch schmerz fühlt man sich wieder lebendig doch das bringt mich auch nicht weiter. Ich habe mit freunden gesprochen denen ich vertraue aber was sollen 15 -17 jährige schon tun ? Sie möchten sich nicht in mein leben einmischen mehr nicht. Ich bin echt hilflos...

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Ich glaube, Du hast mehrere Probleme: neben Depressionen auch ein nicht verarbeitetes zurückliegendes Ereignis, Angststörungen (Soziale Phobie) und als Folge ein stark eingeschränktes Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl. Hinzu kommt die aktuell fehlende Behandlung, ein anscheinend inkompetentes Jugendamt, welches es nicht einmal schafft durchzusetzen, dass Du Deine ärztlich verordneten Medikamente nehmen darfst. Hinzu kommt weiter das Problem, dass Dein Stiefvater, der Dir gar nichts zu sagen hat, einen erheblichen Druck auf Dich ausübt und alles verhindert, was Dir helfen könnte. Du benötigst also fachkompetente Behandlung, eine Aufklärung/Aktivierung des Jugendamtes und einen Eingriff von außen in Deine Familienverhältnisse (oder eine Herausnahme von Dir aus der Familie). Möglicherweise kann ich Dir etwas helfen. Schaue in mein Profil und nehme Kontakt auf, wenn Du möchtest.

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lies das buch angsteschmea teil eins und zwei von bernd pelzer... da sind auch tipps gegen depris so natürliche sachen

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