Depressionen -und bekomme keine Hilfe?

11 Antworten

Hallo Snowlilly08,

in der Tat ist es so, dass es zu wenig Theapieplätze gibt. Dennoch kann ich nicht verstehen, dass Kollege so schnell eine Therapie bekommen hat. Wie wäre es denn, wenn Du einmal bei seinem Therapeuten anrufst, um zu erfahren, ob Du evtl. dort auch schneller einen Therapieplatz bekommst? Falls Du jedoch nicht weiter kommst, könntest Du Dich an folgende Stellen wenden:

- Hotline, bei der Du Dich über die zur Verfügung stehenden Anlaufstellen informieren kannst: 0800 – 3344533.
Sprechzeiten : Mo, Die, Do: 13.00-17.00 Uhr, Mi, Fr: 08.30-12.30 Uhr. 

- Sozialpsychiatrischer Dienst: Er bietet Menschen in psychischen Krisen und deren Angehören Beratung und auch weitergehende Hilfen an. Du kannst die Kontaktdaten beim Gesundheitsamt erfragen.

- Hompage "Deutsche Depressionshilfe" - Hier findest Du in einer Suchfunktion die Adressen von Krisendiensten und Sozialpsychiatrischen Diensten in Deutschland. Der Link dazu:

https://www.deutsche-depressionshilfe.de/depression-infos-und-hilfe/wo-finde-ich-hilfe/krisendienste-und-beratungsstellen

Neben der Hilfe durch Ärzte oder Therapeuten kannst Du auch selbst eine Menge gegen Deine Depression tun. Nachfolgend möchte ich Dir einige Strategien aufzeigen, die im Kampf gegen Depressionen nützlich sind.

Es kann z.B. sehr hilfreich und heilsam sein, sich an einen vertrauenswürdigen, einfühlsamen Menschen zu wenden. Es könnte ein guter Freund/Freundin, ein Verwandter oder ein fähiger Berater sein. Wenn Du es lernst, über Deine Gefühle zu sprechen, wirst Du merken, dass allein das schon eine heilende Wirkung hat. Ein Problem zu verleugnen und es nicht zu bearbeiten, macht alles nur noch schlimmer. Dein Gesprächspartner könnte Dir auch dabei helfen, verkehrte Denkmuster zu korrigieren. Dadurch magst Du mit der Zeit einiges aus einem anderen Blickwinkel betrachten.

In den meisten Fällen sind bei Depressionen auch Minderwertigkeitsgefühle mit im Spiel. Wie kann man diesen Gefühlen geschickt entgegenwirken? Oftmals haben wir in uns eine innere Stimme, die überkritisch ist und uns zu unrecht verurteilt. Das kann zu verzerrten Denkmustern führen, die dann letztendlich in eine Depression münden. Hier sind einige Beispiele für solche verzerrten Denkmuster:

- Du siehst Dich in Schwarzweißkategorien. Du fühlst Dich als Versager, wenn Du nicht alles perfekt hinbekommst.

- Aus einem einzigen negativen Erlebnis wird ein endloses Misserfolgsmuster gemacht. Beispiel: Du machst einen Fehler und sagst dann: Bei mir läuft immer alles schief.

- Positives wird heruntergespielt. Machst Du einmal eine positive Erfahrung, magst Du diese herabwürdigen und zu Dir sagen: Das habe ich gar nicht verdient.

- Ohne einen wirklichen Grund zu haben, wird gefolgert, dass jemand einen nicht leiden kann. Man ist auch völlig davon überzeugt, das alles immer nur schlecht ausgeht.

Es geht also darum, solche falsche Denkweisen zu erkennen und gedanklich dagegen anzugehen. Sei Dir immer darüber im Klaren, dass jegliches negatives Denken Dein Selbstwertgefühl Stück für Stück verringert. Anders ausgedrückt: Negative Gedanken nähren die Depression und halten sie am Dasein.

Manche emotionale Probleme reichen bis weit in die Vergangenheit zurück. Es könnte z. B. sein, dass Dir früher jemand schweres Unrecht oder sonst wie Schaden zugefügt hat. Damit die Sache nicht immer wieder hoch kommt, wäre es ratsam zum Vergeben bereit zu sein. Das bedeutet jedoch nicht, etwas herunter zu spielen oder so zu tun, als sei nichts geschehen. Es geht eher darum, alle negativen Gefühle "fortgehen zu lassen". Wenn man wegen früherer Fehler anderer zu Verbitterung neigt, schadet man sich nur selbst. Schließe, soweit irgend möglich, mit der Vergangenheit ab und grübele nicht immer wieder darüber nach. Dadurch durchlebst Du alles erneut und gibst dem Verursacher die Macht, Dir immer wieder erneut Schmerz zuzufügen.

Wenn Du in Deinem Kampf gegen die Depressionen erfolgreich sein möchtest, benötigst Du unbedingt eine ausgeglichene Einschätzung Deines eigenen Wertes. Das bedeutet, dass man sich der eigenen Grenzen bewusst ist und von sich keinen Perfektionismus abverlangt. Es ist jedoch auch nicht ratsam, ins andere Extrem zu verfallen und Deinen eigenen Wert herunterzuspielen. Messe auch Deinen Wert nie an der Anerkennung oder Ablehnung durch andere. Lass Dir durch die Bewertungen von anderen nie Dein Selbstwertgefühl rauben.

Ich möchte Dich bei dem Thema Depressionen noch auf einen anderen, wichtigen Aspekt aufmerksam machen. Obwohl sie kein medizinischer Ratgeber ist enthält sie dennoch einige sehr ermunternde Aussagen und eine kostbare Hoffnung. Immer wieder zeigt die Bibel, dass Gott besonders Niedergedrückte sehr am Herzen liegen. In den Psalmen heißt es:" Es wird ihm leid sein um den Geringen und den Armen, und die Seelen der Armen wird er retten. Von Bedrückung und von Gewalttat wird er ihre Seele erlösen, und ihr Blut wird kostbar sein in seinen Augen" (Psalm 72:13,14). Ist es nicht schön zu wissen, dass Gott an Deinem Leid nicht einfach vorbei sieht? Er verspricht uns, zu helfen, sofern wir an ihn glauben und bereit sind, seinen Willen zu tun. Viele, die unter Depressionen litten, haben gemerkt, dass ihnen ein enges Verhältnis zu Gott sehr geholfen hat, nicht mehr so bedrückt und hoffnungslos zu sein.

Darüber hinaus ist es, wie bereits erwähnt, auch sehr wichtig, das Gespräch zu jemandem zu suchen, der Dir einfühlsam zuhören kann und der auch reif genug ist, Dir zu helfen. Vielleicht gibt es ja in Deinem Freundes- oder Bekanntenkreis jemanden, zu dem Du Vertrauen hast und an den Du Dich wenden könntest. Ja, schöpfe alle Hilfen aus, die Dir zur Verfügung stehen! Dann, so hoffe ich, wird es Dir gelingen, Deine Depressionen zu überwinden. Alles Gute und viel Kraft dabei!

LG Philipp

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Alle denen ich mich anvetraut habe, haben an einem Punkt gesagt das sie nicht mehr weiter wissen und mir nicht mehr helfen können bzw. das sie überfordert sind. Deswegen suche ich Hilfe von außen. Ich habe über Jahre schon meine Probleme und den Ursprung dieser analysiert, ich weiss warum ich so bin wie ich bin, aber nicht wie ich aus meinen Problemen rauskomme. Ich brauche einfach jemanden der mir hilft da rauszukommen.

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Hall Snowlilly,

Deinen Frust und Verzweiflung kann ich gut verstehen. Ich selbst habe es erlebt, dass ich mich Ende 2006 um einen Therapieplatz bemüht habe und bei einer 3 Jahre später erst zurückgerufen wurde.

Was in der Zwischenzeit gemacht wird?

Eigeninitiative. Auch, wenn das vielleicht 'höhnisch' klingt, aber bitte setze Dich mit Deiner Situation auseinander.

Du kannst auch eine *psychologische Beratungsstelle* aufsuchen, dort können Gespräche geführt werden, die vielleicht entlasten und durch den Krankenkassendschungel führen.

Denn: wenn Du 5 oder 7 Absagen von ambulanten Therapeuten mit Kk-Zulassung hast, dann kannst Du eine private Therapeut(in) suchen/finden, wo nach "Kostenrückerstattung" auch arbeitet wird.

Eine andere Möglichkeit ist die psychiatrische Institutsambulanz der Klinik (PIA). Auch hier habe ich erleben müssen, dass sie "Stopps" haben.... dafür aber in der nächsten Stadt einen Termin bekommen solltest. Fahrtkosten sollten dann über die Krankenkasse abgerechnet werden können (nachfragen).

Oder eben die kassenärztliche Vereinigung in Deinem Bundesland anrufen. Da werden Dir Therapeuten genannt, die noch Kapazität haben.

Bitte versuche die Herausforderungen als solche zu sehen und distanziere Dich davon, die Situation auf eine persönliche Ebene zu beziehen. Denn leider ist im Allgemeinen die Suche schwierig. Daher überlege Dir, ob eine psych. Beratungsstelle Sinn machen kann, für eine Begleitung, bis Du eine(n) fähige(n) Therapeut(in) gefunden hast.

Oder Selbsthilfegruppe

Oder Tagesklinik ...

Bitte halte durch!

Wenns nicht anders geht, kannst du dich selbst in eine Klinik einweisen. Diese müssen dich aufnehmen. Oder noch besser dein Hausarzt weist dich ein. So bekommt du für den Notfall Hilfe und einen vorübergehenden Therapieplatz. Medikamente kannst du verweigern, doch wenn man schon in eine Klinik geht macht es meistens Sinn, dort die medikamentöse Einstellung zu vollziehen.

Ansonsten schreibe einfach unzählige Psychiater und Psychologen an und sammle die Absagen (schriftlich). Wende dich mit diesen an deine KK. Dies ist einfacher gesagt als getan, ich weiss. In einer Depression ist das letzte was man noch braucht solche Umstände. Trotzdem: mache es wenn möglich.

Anbei sei noch erwähnt, dass Psychologen für eine Psychotherapie meistens (aber nicht immer) besser geeignet sind als Psychiater. Psychiater sind vor allem auf medikamentöse Behandlungen spezialisiert.

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Mein Hausarzt hat mich jetzt in eine Klinik eingewiesen, aber da habe ich erst in 2 Wochen nen Termin bekommen wo ich arbeiten muss...

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@Snowlilly08

Wenn du in eine Klinik gehst wirst du krank geschrieben... Ansonsten einfach durchhalten! Wenns nicht anders geht dann rufe den Notfallpsychiater.

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Ist man bei einer Lachgasbehandlung munter oder schläft man da ein?

Hallo

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Bitte erspart euch dumme Kommentare. Ich habs versucht mich ohne Narkose oder ähnlichem behandeln zu lassen...

Danke

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