Depressionen --> Pyschologen? HILFE!

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Liebe/r JoeyP28,

auch wenn es hier um einen guten Rat geht, ist es schwierig Dir einen zu geben, ohne Deine tatsächliche Situation genauer zu kennen.

Sprich bitte mit einem Menschen darüber, dem Du vertraust. Das kann ein guter Freund, ein Verwandter oder auch eine Vertrauensperson aus der Schule oder dem Beruf sein. Oder schau mal hier: http://www.nummergegenkummer.de

Herzliche Grüsse

Eva vom gutefrage.net-Support

8 Antworten

Deine Situation klingt sehr ernst. Du hast Dein Problem gut geschildert, trotzdem habe ich noch einige Fragen an Dich, um Deine Situation besser nachvollziehen zu können: 1. Würdest Du, wenn Du könntest, Deine jetzige Wohnung verlassen? 2. Beschreibe Deinen Bruder. Wie alt ist er, wie kommt er mi der Situation zurecht? 3. Würdest Du Dich als "emotionslos" oder als "abgestumpft" bezeichnen? 4. Was ist mit Deinen Verwandten? Sind sie involviert? 5. Auf was für eine Schule gehst Du? Kommst Du dort zurecht (sowohl Mitschüler als auch Lernstoff)? 6. Hast Du Freunde, mit denen Du über Deine Situation sprechen kannst?

JoeyP28 19.08.2012, 22:31
  1. Ich denke mal nicht, ich geh mal davon aus das du eine Pflegefamilie meinst. Ich habe schlechte Erfahrung gemacht mit Veränderungen im Leben, immerhin hat sich mein Leben vom Leben in Teneriffa mit einer perfekten Familie in dieses sc**** Leben verändert.

  2. Mein Bruder ist 12 (2 Jahre jünger als ich) Ich finde ihn sehr intelligent und er versucht immer mich in allem zu übertreffen, außerdem habe ich das Gefühl das ich meinen Frust an ihm auslasse und das bereue ich sehr und versuche mich auch zu ändern. Ich denke das er genau wie ich die Situation verdrängt und in wirklichkeit auch depressiv ist.

  3. Nein! manchmal denke ich mir das ich innerlich eine Frau bin, ich meine ich weine oft bei Filmen die mich berühren: Ziemlich beste Freunde oder Marly und Ich.

  4. Ich und meine Oma etc... aus Japan haben eine besondere Beziehung: Ich besuche sie die Sommerferien lang aber es ist hart da ich früher immer mit meiner Mutter hingegangen bin und das erweckt schon ziemlich meine Gefühle.

  5. Ich gehe auf eine Bilinguale Schule (Deutsch-Spanisch) ich kann nicht mehr über meine Schule sagen da ich Anonym bleiben möchte: sonst könnte ich das alles nicht so sorgenfrei erzählen. Ja ich komm zurecht in der Klasse Ich denke das alle mich nett und lustig finden(sie wissen nicht über meinen "Verlust") außerhalb der Klasse bin ich eher nicht so beliebt da ich extrem schüchtern bin. Lernstoff: 1-5 Klasse(Spanien) war ich ein einser Schüler in der 6. Klasse(Deutschland): Zeitpunkt des Todes meiner Mutter ging es langsam runter durchschnitt von ca. 2.3, 7. Klasse: durchschnitt von ca. 2.5 8. Klasse: durchschnitt von ca. 3.0-3.5 aber jetzt in der neunten bin ich auf einen guten weg zur besserung. Generell der Stoff der Schule fällt mir nicht schwer wenn ich jeden Tag komme und die Hausaufgaben mache kann ich locker 2-1 schaffen.

  6. In der Grundschule hatte ich einen Freund der hatte einen verstorbenen Vater aber als meine Mutter verstarb haben wir uns 1 Jahr nicht gesprochen(denke das wir es nicht mochten wenn der andere weiß wie man selber sich fühlt) und haben uns auch gestritten usw. In der neuen Schule gibts einen Jungen der Auch in einer ähnlichen Situation feststeckt, er lebte in Spanien aber als ein Bankbetrüger Das Konto seiner Mutter entleerte wurde sie verrückt und seine Eltern haben sich geschieden. Aber ich hab ihm noch nie gesagt das wir ein ähnliches Schicksal hinteruns haben. Irgendwie habe ich Angst das wenn ich das meinen Freunden erzähle sie denken "Wieso hat der so eine gute Laune obwohl seine Mutter tot ist?" oder wenn ein Lehrer sagt "das müssen eure Eltern unterschreiben" etc... das dann alle mit mir Mitleid haben, dass will ich nicht ich möchte nicht das das mein Leben verändert.

Danke für deine Interesse!

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Spiegelneuron 20.08.2012, 15:35
@JoeyP28

Joey,

Es ist gut, dass Du mir so ausführlich geantwortet hast. Ich werde versuchen, Dir weiterzuhelfen. Auch wenn Du in einer ziemlichen Extremsituation bist, gibt es Auswege. Ich habe jetzt eine grobe Vorstellung von Deiner Situation und versuche mal, sie sachlich widerzugeben:

  1. Du würdest es bevorzugen, nicht auszuziehen. Das bedeutet, dass Du Dich mit Deinem jetzigen Umfeld arrangieren musst. Du musst mit Deinem Vater klarkommen, auch wenn er alkoholisiert ist. Das ist ziemlich schwierig. Du solltest ihn meiden, wenn er wirklich stark betrunken ist. Dagegen solltest Du die Zeit mit ihm nutzen, in der er nüchtern und bei vollem Bewusstsein ist. Ich schätze mal, dass er sich verändern würde, wenn er ein festes Einkommen hätte. Er ist der Vater, er hat die Verantwortung für Dich und Deinen Bruder. Und Verantwortung bedeutet eben auch, für das Einkommen der Familie zu sorgen. Da er dieser Aufgabe zurzeit nicht nachgehen kann, ist er verzweifelt. Seine Pflicht nicht erfüllen zu können, das ist für einen verantwortungsbewussten Vater schwer zu ertragen. Der Gedanke, ein Versager zu sein und am Leben zu scheitern, treibt ihn zum Alkohol. Er trinkt um zu vergessen und vergisst, aufzuhören mit dem Trinken. Die Folgen müssen Du und Dein Bruder ertragen. Noch haltet ihr durch, aber langfristig werdet ihr an der Situation immer stärker zu leiden haben. Deshalb ist es wichtig, möglichst schnell zu handeln.
  2. Dein Bruder. Er leidet sicherlich ähnlich stark wie Du, doch bist Du der ältere von euch. Dass Du deinen Frust an Deinem Bruder auslässt, ist natürlich kontraproduktiv, und zwar für euch beide. Er ist verletzt und Du empfindest Schuldgefühle. Trotzdem darfst Du Dir deshalb keine allzu großen Vorwürfe machen. Weiter behauptest Du, dass er ebenfalls depressiv sein könnte. Wenn dem so wäre, müsst ihr beide sehr aufpassen, damit ihr euch nicht gegenseitig immer weiter „runterzieht“. Das Verhältnis zu Deinem Bruder ist Dir, soweit ich Deine Aussagen richtig verstanden habe, sehr wichtig. Ihr müsst definitiv zusammenhalten, wenn ihr eure momentane Situation verbessern wollt. Das ist wahrscheinlich einer der Schlüsselpunkte. Ihr verdrängt beide eure Situation. Den Tod Deiner Mutter musst Du zwar verdrängen, um Dich selbst so gut es geht zu schützen, mit der Zeit musst Du Dich jedoch der Situation stellen. Das gleiche gilt für Deinen Bruder. Ihr werdet es zwangsläufig akzeptieren, dass euch Schreckliches widerfahren ist. Ihr werdet immer trauern, jedoch auch lernen, mit der Trauer umzugehen.
  3. Du bist weder emotionslos noch „abgestumpft“. Ich fragte deshalb danach, weil viele depressive Menschen eben genau diese Symptome aufweisen. Das bedeutet für Dich, dass Du lernen musst, deine Emotionen zu kontrollieren. Wenn Du bei einem Film, der Dich berührt, anfängst zu weinen, ist das nicht weiter tragisch. Wahrscheinlich kannst Du durch Dein Familienschicksal die fiktiven Filmszenen einfach besser nachvollziehen, Du erkennst Parallelen zwischen dem Film und Dir/ Deiner Situation. Du musst deshalb nicht glauben, dass Du feminine Züge besitzt.
  4. Deine Oma wohnt in Japan, Du selbst bist Asiate und gehst auf eine bilinguale Schule, in der in Deutsch und in Spanisch unterrichtet wird. Respekt. Jemand wie Du ist selten. Da Deine Dir vertraute Großmutter in Japan lebt, kannst Du sie lediglich in den Ferien besuchen. Du kannst mit ihr auch telefonieren oder über das Internet kommunizieren. Aber ihr seht euch nur selten, das bedeutet, dass Du neben ihr noch mehr Personen benötigst, denen Du vertraust. Und wenn Dich eine Reise nach Japan momentan noch zu sehr belastet, solltest Du Dir überlegen, ob Du schon dafür bereit bist.
  5. Nun zur Schule. Der Verlust Deiner Mutter hat sich auch hier bemerkbar gemacht. Das war zu erwarten, Du darfst Dir deshalb keine Vorwürfe machen. Ich würde lügen, wenn ich die Schule mit Bildung gleichsetzen würde. Doch sie ist ein wesentlicher Bestandteil Deines Lebens. Lass Dich keinesfalls unter Leistungsdruck setzen, das würde Deine Situation verschlechtern. Du musst an den richtigen Stellen klug „investieren“, dann sollten die Noten, die zwar meiner Meinung nach fast immer subjektiv und deshalb sinnlos sind, stabil bleiben. Du musst immer bedenken: Ein „guter“ Abschluss eröffnet Dir viele Möglichkeiten, wie Du Dein späteres Leben gestalten möchtest. Du solltest Deine Zukunft immer im Blick behalten. Wenn Du mit Deinen Klassenkameraden soweit gut zurechtkommst, hast Du immerhin schon einmal ein gutes Umfeld. Deine Mitschüler sind nicht involviert, das ist nachvollziehbar und kann auch so bleiben, wenn Du unter dem dadurch entstehenden Druck nicht leidest. Zumindest aber die Lehrer sollten informiert sein, damit sie Dich entsprechend vorsichtig behandeln.
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Spiegelneuron 20.08.2012, 15:40
@Spiegelneuron

6.

Du beschreibst Dich selbst als „extrem schüchtern“. Generell ist das nicht schlimm, aber sicherlich ein Nachteil. Denn dadurch entstehen viele neue Probleme für Dich, die Du momentan natürlich vermeiden solltest, um Dich nicht noch mehr zu belasten. Auch dein Selbstbewusstsein ist weitestgehend zurückgegangen. Das ist ein weiterer Punkt, der Dir das Leben schwer macht. Dein(e) Freund(e) sind ein weiterer Schlüsselpunkt. Du befürchtest negative Reaktionen, wenn Du ihnen Deine Situation erklärst. Aber solange Du in einer relativ sozialen Klasse bist, sehe ich keine Probleme darin, ihnen Deine Situation zu schildern. Du wirst nicht der einzige sein, der schon Angehörige verloren hat, auch wenn dein „Schicksal“ vielleicht das schlimmste ist. Ich glaube kaum, dass Du mit Mitleid „überschüttet“ wirst, wenn Du das ausdrücklich sagst. Da Du von Deinen Mitschülern akzeptiert wirst, werden sie wahrscheinlich auch viel Verständnis haben und das in ihrem Verhalten Dir gegenüber auch kenntlich machen.

Über eines musst Du Dir immer im Klaren sein:

Du bestimmst, was Du tust und was Du lässt. Und deshalb bist auch Du für Dein eigenes Leben verantwortlich.

Aber wenn ich Dir wirklich weiterhelfen soll, wie Du Dein Verhältnis zu Deinem Bruder verbesserst oder wie Du besser mit Deinem Vater zurechtkommst und deine Freunde in Dein Leben einweihen kannst, kurz, wie Du Deine momentane Lebenskrise bewältigen kannst und wieder mit „munterem Kopf in die Zukunft gucken kannst“, dann benötige ich viel mehr Informationen über Dich. Ich muss Deine Persönlichkeit kennenlernen und mein bisheriges Bild Deiner Situation weiter vervollständigen, damit wir eine konstruktive Lösung Deiner Probleme finden und ich Dir nicht nur ein paar oberflächliche Vorschläge mache. Sag Bescheid, ob Du Interesse hast.

Spiegelneuron

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Hallo,ich habe den ganzen Text gelesen und bin erschrocken in was fuer einem Zuhause und Umfeld du leben musst.Du solltest meiner Meinung nach als aller erstes da raus.Wenn Du einen Lehrer hast mit dem Du reden kannst dann wende dich mal an ihn und erzaehle ihm was Du hier geschrieben hast,denn mit einer Psychotherapie alleine ist Dir nicht geholfen denn Dein.gesammtes Umfeld macht Dich krank.Wenn Du keinen Lehrer hast dann kannst Du dich auch selber an einen Kindernotdienst oder direckt.an das Jugendamt wenden.Ich weis es ist eine Riesen Last die Du zu tragen hast aber mehr als Dir sagen wohin Du dich wenden kannst ist hier leider nicht moeglich ich hoffe ich konnte Dir etwas helfen und hoffe das Du die richtigel Hilfe findest!

hallo joey :)

ich habe ein sehr ähnliches problem und kann bei psychologen aus dem nähkästchen plaudern. erst einmal hast du so "gratissitzungen" wo der doc entscheidet, ob dus brauchst oder nicht, und den rest bezahlt dann die krankenkasse.

meine eltern leben seit kurzem getrennt, und meine psychologin hat meinen vater gebeten, auch mal zu kommen. das war mir erst nich recht, da er dieser typische vater ist, so wie du ihn auch hast ;) ich hatte angst er würde mich auslachen oder denken ich wär ne memme. aber er war ganz cool drauf und ich weiss das er davon nichts hält. also: woher willst du wissen, das er es schlecht macht, wenn du es nur vermutest? andererseits kannst du auch in die andere extreme gehen: wenn er mich nicht braucht, brauch ich ihn auch nicht. das ist auf dauer aber sehr schlecht da du ein bisschen halt in der familie benötigst, und ich nicht weiss, wie das verhältnis zu deinem bruder ist. wenn du deine probleme zu oft ignorierst, kannst du auch sehr krank werden, wie in meinem fall.

es ist auf jeden fall nötig, das du mit jemanden darüber redest, sei es mit einem verwandten, der nummer gegen kummer oder aber eben dem jugendpsychologen.

und denke immer daran, wenn es einer schafft, dein glück zu finden und in die zukunft zu schauen, dann bist du es!

JoeyP28 19.08.2012, 21:43

Hallo Nimrod!

Willst du damit sagen das ich einfach zu einem Psychologen gehen kann und er dann eine art Bewerbungsgespräch mit mir macht und daraufhin mich für eine begrenzte Zeit kostenlos in Behandlung nimmt?

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Nimrod18 20.08.2012, 18:50
@JoeyP28

ja :) Wenn der arzt dich für gesund empfindet, bist du fertig. ansonsten nimmt er dich solange in behandlung wie es ihm für nötig erscheint. die kosten dafür übernimmt natürlich die krankenkasse

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Du bist mit deinen 14 Jahren wirklich sehr reflektiert und siehst deine Situation sehr klar. Respekt! Ich kann mir vorstellen, dass ein Psychologe dir helfen könnte (und deinem Vater sicher auch). Du müsstest mit einer Vertrauensperson über deine Lage sprechen, die dann wiederum mit deinem Vater spricht und ihm klar macht, dass ihr Hilfe benötigt. Wie ist es mit deinem Klassenlehrer? Oder einem Pfarrer? Oder deinem Hausarzt? Oder einem vertrauenswürdigen Verwandten? Großeltern? Onkel, Tanten? Ich drücke dir die Daumen! Alles Gute wünscht dir Grüffeline

JoeyP28 19.08.2012, 21:32

Erstmal danke für die Komplimente. Ich möchte mich mit dem Thema nicht wirklich konfrontieren und es immer verdrängen aber manchmal kommt es einfach hoch und fange an zu weinen, mit der Hälfte meines Körpers aus dem Fenster zu steigen und meine Tränen auf die Straße hinabzulassen. Jedenfalls möchte ich nicht vor einer Person sitzen und anfangen zu weinen.

Wenn ich mit meinen Freunden zusammen bin fühle ich mich immer viel besser aber sie fragen mich immer ob sie zu mir nachhause können, ich lehne ab denn sie wissen nicht das meine Mutter tot ist und dann stelle ich mir immer folgende Situation vor: Er kommt zu mir Nachhause: Dann fragt er: "Wo ist meine Mutter" ich würde vor nervösität und Konfrontationsangst sagen: "Keine ahnung" dann gucken mich alle an und weiter weiß ich nicht. Also denken meine Freunde auch das ich was schlimmes zu verbergen habe und mein Vater denkt das ich keine Freunde habe.

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Grueffeline 19.08.2012, 22:09
@JoeyP28

Dass deine Mutter gestorben ist, ist doch keine Schande! Vertraue dich doch ruhig deinem besten Freund an. Warum solltest du da Bedenken haben?

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Übrigens bin ich halb Asiate und wurde als Kind immer gemobbt als schlitzäugiger Chinese, ich bekomme total die Komplexe wenn ich das spanische Wort für Chinese höre(lebte in Spanien) und mein Selbstvertrauen ist vollkommen im Ar*** deswegen bin ich auch nicht der Komunikationsfreudigste Mensch.

sag deinem vater einfachmal knallhart die meinung und erzähl ihm das du zum psychologen willst. und gegen die einsamkeit könntest du dir ja ne freundin suchen ;P

JoeyP28 19.08.2012, 21:20

Irgendwie schäme ich mich dafür, ja ich weis ist nichts worüber man sich schämen sollte aber trotzdem ist es mir ein bisschen peinlich...

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Du kannst zum Psychologen ohne deinen Vater zu informieren und der hat Schweigepflicht.

Ja,ich meine kann ja nicht schaden. der Pyschologe sagt dir ja ob dus nötig hast oder nicht :-) mitleid willst du bestimmt nicht ,aber sei stark .mir ist sowas ähnliches passiert bin auch 14 aber ich hab gelrnt damit zu leben :)

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