Depression und Ausbildung?

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4 Antworten

Hallo Kiliara! Das Wichtigste sollte für dich sein, dass du deine Depressionen und die Trichotillomanie so in den Griff bekommst, dass du damit ein halbwegs normales Leben führen kannst. Das heißt, dass du dich diesen Problemen in einer (stationären) Therapie stellen musst. Erst wenn es dir gesundheitlich wieder gut geht, solltest du dir dein Leben gestalten, denn auch dann macht es erst wirklich Sinn, wenn du die Stärke und die Stabilität hast, dieses auch so durch zu ziehen. Denn es wird nur noch härter werden, wenn du deswegen eine Ausbildung abbrechen musst oder wieder vor der Mutter deines Freundes "flüchtest", denn diese "Rückschläge" ziehen einen nur noch mehr nach unten. Deine Eltern und auch dein Freund wollen bestimmt, dass es dir gut geht, deshalb werden sie es auch befürworten, dass du dich in eine Klinik begibst und dich um dich kümmerst und dich nicht noch weiter durch diese Situation quälst. Alles Liebe!

Danke dir für deine hilfreiche Antwort, ZuckerhausHoe! Hast du vielleicht auch einen Tipp für mich, wie ich meinen Eltern sagen kann, wie schlecht es mir derzeit geht und dass ich eine Ausbildung so nicht schaffe? Irgendwie habe ich eine Art Blockade, wenn es darum geht, mit meinen Eltern darüber zu reden...

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@Kiliara

Das verstehe ich nur all zu gut. Ich bin in meinem Leben auch schon an diesem Punkt gewesen, an dem es mir sehr schlecht ging, ich meine Lieben aber nicht enttäuschen wollte, in dem ich Schwäche zugeben. So wie du erzählst, hast du diese Probleme ja schon länger, ich denke deinen Eltern ist das nicht entgangen. Wenn dein Freund davon weiß, könnte er sich ja zusammen mit dir und deinen Eltern zusammen setzen und ihr redet gemeinsam darüber. Eltern wollen doch, dass es ihrem Kind gut geht und ich glaube sie werden es auch einsehen, dass es vernünftiger wäre, sich erste einmal um deine Gesundheit zu kümmern, als dich durch eine Ausbildung durchzuprügeln. Außerdem ist das Risiko hoch, diese Ausbildung dann abbrechen zu müssen, wenn es dir so schlecht geht, dass überhaupt nichts mehr geht - das kommt nicht so gut.

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@ZuckerhausHoe

Ja, da hast du recht. Sehr gern würde ich meinen Freund dabei haben, wenn ich mit meinen Eltern darüber rede, das Problem ist nur, dass sie leider nicht besonders viel von ihm halten und er 500km weit weg ist. Sie wissen es durchaus, vor anderthalb Jahr habe ich ihnen etwas darüber erzählt, dass es mir nicht gut geht, da sie vorher dachten, dass alles in Ordnung wäre und die Trichotillomanie nur eine lästige Angewohnheit sei, die man mit etwas gutem Willen wieder ablegen kann.

Da ich schon seit über 10 Jahren krank bin, habe ich leider gelernt, es zu verstecken. Ich kann sogar lachen, selbst wenn es mir dreckig geht und bisher ist es noch niemandem aufgefallen, dass es nicht ernst gemeint ist.

Das Problem mit meinen Eltern ist... Nun ja, sie sind leider nicht so gelassen. Als ich ihnen gesagt habe was mit mir ist, hat meine Mutter mir nur Vorwürfe gemacht, andauernd gesagt dass sie so schlechte Eltern sind und das alles. Vor etwa 2 Wochen habe ich wieder mit ihnen darüber geredet und sie scheinen sich mittlerweile etwas beruhigt zu haben. Jedoch bin ich leider recht reizbar und deshalb gibt es oft Streit, selbst wenn nur ein leicht genervter Unterton in meiner Stimme mitschwingt. Für sie bin ich so eine Art "Problemkind" und damit komme ich nicht klar. Sie bringen diese Gereiztheit noch nicht einmal mit der Depression in Verbindung...

Schon sehr lange bekomme ich viele Vorwürfe, es gibt sogar recht häufig Zeiten, an denen dies fast jeden Tag der Fall ist ... Ich bekomme gesagt, wie respektlos ich sei, wenn ich nur mal sage, wenn mir etwas an ihrer Ausdrucksweise nicht passt, wie schlecht ich doch sei. Und mein Vater sagte mir bisher mindestens zweimal, dass es manchmal echt schwer sei, mich lieb zu haben.

Sehr gern wäre ich bei meinem Freund, in unserer eigenen Wohnung, aber wenn ich zu seiner Mutter gehe komme ich nur von dem Regen in die Traufe. Seinen eigenen Eltern sieht man so etwas eher noch nach, aber einer "fremden" Frau?

Entschuldige bitte diesen erneuten langen Text.

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@Kiliara

Trotz all deinen Bedanken solltest du eine Therapie machen, da führt kein Weg dran vorbei. Denn erst wenn es dir wieder gut geht, wirst du den Nerv und die Kraft haben dein Leben anzupacken. Lass mal außer Acht, was deine Eltern denken - denn glaube mir, auch ihnen wird klar werden, wie gut dir die Therapie tut und wie nötig du diese hattest. Im Leben muss man manchmal "egoistisch" sein um vorwärts zu kommen.

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@ZuckerhausHoe

Danke dir für deine netten Worte. Hast du vielleicht einen Tipp für mich, wie ich dieses Gespräch mit meinen Eltern beginnen könnte?

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Ich glaube dein Hauptproble ist hier weder dein Freund noch deine Eltern, sondern das unsere Gesellschaft immer noch nicht mit Menschen mit psych. Behinderung umgehen können.

So wie du deine Arbeit beschreibst bist du im moment schlicht erwerbsunfähig oder nur teilserwerbsfähig. Hättest du einen Bandscheibenvorfall gehabt, hätten deine Eltern dies auch problemlos akzeptiert. Aber bei einer psych. Erkrankung? Nein die sind nur Eingebildet und darüber spricht man am besten erst gar nicht.

Die Situiation bei deinem Freund wird im moment eine zusättzliche Belastung sein die dich nur noch weiter in die Krankheit stürzt. Ich wünsche dir daher, das du den Mut und die Kraft findest deinen Eltern offen zusagen das du Aufgrund einer psych. erkrankung der zeit nicht arbeiten kannst, und das deine Eltern das so dringend nötige Verständniss dafür aufweisen. Denn dann kannst du bei deinen eltern beliben und hier in Ruhe die nötigen Therapiemaßnahmen in angriff nehmen. Und dein Freund? Nun wenn er dich wirklich liebt, wird er wohl warten können...

Danke dir für deine Antwort. Ist es eigentlich möglich, dass ich (19) weiterhin Kindergeld beziehe auch wenn ich erwerbsuntätig bin? Eigentlich habe ich deswegen auch ein schlechtes Gewissen, da dies eine staatliche Leistung ist und ich dafür ja nichts mache... Und würde so ein Attest oder dergleichen auch rückwirkend gelten? Also, da ich die Schule abbrechen musste, da es so schlimm wurde dass ich aufgrund der Übelkeit mehrmals am Tag die Toilette aufsuchen musste...

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@Kiliara

Das kann ich dir leider nicht beantworten, aber ich weiß wer es wahrscheinlich kann :-)

Unter 02305/442670 Erreichst du den Anrufbeantworter der Volkssolidarität Castrop Rauxel. Der Vorstizenden ist in solchen Fragen immer Recht hilfreich. Sprich dein Problem einfach mal aufs Band und frag ob dich jemand zurückrufen kann.

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Finde erstmal Fuß im Leben, bevor Du mit Deinem Freund (wieder) zusammen ziehst. Such Dir eine eigene Wohnung, schaffe Dir einen sicheren Rückzugsort, konzentriere Dich auf Deine Ausbildung und wenn Du dann stabil bist und die Beziehung gut läuft, könnt ihr einen neuen Anlauf wagen.

Danke dir herzlich mariaohnejosef! Derzeit fühle ich mich leider nicht einmal stabil genug, eine Ausbildung zu beginnen ... Bei meinem Freund geht es mir gut, jedoch ist seine Mutter das Problem...

Er ist auch der einzige, mit dem ich - außerhalb der Anonymität - darüber reden kann...

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Ich frage mich, wie deine Mutter ihrer Unterhaltspflicht nachkommen will. Ich unterstelle, dass angesichts der Erkrankung die Unterhaltsverpflichtung noch besteht. Wie wäre es mit einer Kontaktaufnahme zum JobCenter?

Wie meinst du das mit der Unterhaltspflicht meiner Mutter? Meine Eltern leben glücklich zusammen, müsste dann nicht auch mein Vater unterhaltspflichtig sein?

Aber eine Kontaktaufnahme zum JobCenter ist eine gute Idee, danke dir hierfür.

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