Depression oder doch "nur" Verstimmung?

5 Antworten

Hallo DieFee85,

es ist nicht immer ganz einfach, selbst festzustellen, ob man tatsächlich an einer Depression leidet. In der Tat wäre es am besten, wenn Du einmal mit Deinem Hausarzt (oder einem Facharzt) über Deine Empfindungen und Deiner momentanen Situation sprichst. Nur ein Arzt ist in der Lage, eine genaue Diagnose zu stellen. Sollte es sich herausstellen, dass Du tatsächlich an einer Depression erkrankt bist, können Dir die nachfolgenden Tipps dabei helfen, diese zu überwinden.

Wichtige wäre es erst einmal, wenn Du Dich so genau wie möglich über das Thema "Depressionen" informierst. Ein sehr gutes Hilfeportal mit umfassenden Informationen ist die "Stiftung Deutsche Depressions Hilfe". Hier ist der Link dazu:

https://www.deutsche-depressionshilfe.de/start

Je mehr Du über die Erkrankung weißt, umso besser kannst Du Dich selbst verstehen und umso eher wird Dir auch klar, wo Du ansetzen musst, um gegen die Depressionen anzugehen. Auf der obigen Website findest Du außerdem eine sehr nützliche Suchfunktion für Krisen- und Beratungsdienste.

Auch wenn nicht jeder wirklich versteht, was ein Depressiver durchmachen muss und wie er sich fühlt, solltest Du Deine Krankheit nicht als Schande oder Makel sehen! Schließlich kann jeder an Depressionen erkranken, wenn gewisse Voraussetzungen gegeben sind. Außerdem stehst Du nicht allein da, denn Depressionen sind in allen Gesellschaftsschichten sehr weit verbreitet. Versuche daher offensiv mit Deiner Erkrankung umzugehen. Diese Einstellung kann es Dir nämlich erleichtern, einen Arzt, Psychotherapeuten oder einen anderen professionellen Helfer aufzusuchen und ihn um Hilfe zu bitten. Das mag Dir vielleicht alles andere als leicht fallen und Dich Überwindung kosten. Die Hilfe anderer anzunehmen ist jedoch kein Zeichen von Schwäche, sondern ist ein notwendiger Schritt in Richtung Genesung. In aller Regel wird niemand aus eigener Kraft mit einer schweren Depression fertig werden.

Hilfreich kann auch ein persönliches Notfall-Set sein. Wie könnte solch ein Notfallset aussehen? Schreib Dir die Kontaktdaten von Freuden auf, an die Du Dich wenden kannst, wenn es Dir besonders schlecht geht. Oder lege Dir Fotos von Menschen, denen Du viel bedeutest, in greifbare Nähe. Höre Dir Lieder an, die Dich in eine gute Stimmung bringen. Führe ein Tagebuch, in dem Du positive Gedanken und angenehme Erlebnisse aufschreibst. Darin kannst Du immer wieder lesen, wenn Dich trübe Gedanken beschäftigen.

Suche neben professioneller Hilfe, auch den persönlichen Beistand anderer. Vertraue Dich beispielsweise jemandem an, der mitfühlend zuhören kann. Das könnte ein Familienangehöriger, ein Verwandter oder ein guter Freund sein. Doch ist hier ein Wort zu Vorsicht angebracht: Überlege Dir ganz genau, wem gegenüber Du Dich öffnen willst. Es sollte sich auf jeden Fall um eine vertrauenswürdige, mitfühlende und verständnisvolle Person handeln, die selbst stark genug ist, Dir wirklich beizustehen.

Viele, die an Depressionen leiden, haben auch mit Minderwertigkeitsgefühlen zu kämpfen. Vielleicht kennst auch Du die innere Stimme, die überkritisch ist und Dich zu unrecht verurteilt. Sei Dir immer darüber im Klaren, dass jegliches negatives Denken Dein Selbstwertgefühl Stück für Stück verringert. Anders ausgedrückt: Negative Gedanken nähren die Depression und halten sie am Dasein. Versuche vermehrt Deine guten Seiten und Deine Stärken zu sehen. Sollte Dir das schwerfallen, dann bitte andere darum, Dir zu sagen, welche positive Seiten ihnen an Dir aufgefallen sind. Statt Dich selbst zu verurteilen und schlecht zu Dir zu sein, versuche es doch einmal mit dem Gegenteil: Sei sanft gut zu Dir, gönne Dir bewusst etwas Schönes und habe Verständnis für Deine Fehler und Schwächen.

Was Depressionen Vorschub leisten kann, ist der Hang zu Perfektion. Man möchte alles immer richtig und genau machen und verzeiht sich keine Fehler. Sollte es Dir auch so ergehen, dann ist es gerade jetzt wichtig, nachsichtig und geduldig mit Dir zu sein. Mache Dir immer wieder klar, dass es eben Zeit braucht, aus Deinem Tief wieder herauszukommen und dass Dich die Depression vorübergehend lähmt. Du kannst also von Dir nicht die gleichen Leistungen erwarten, wie vor Deiner Krankheit. Wenn Du Dich selbst jedoch immer mehr unter Druck setzt, treibst Du Dich nur noch mehr in die Depression. Versuche daher möglichst gelassen zu bleiben, auch wenn Dir vieles nicht mehr so gut gelingt wie früher. Wenn Du die Krankheit jedoch überwunden hast, wirst Du auch Deine volle Leistungskraft zurückerlangen.

Kennst Du das Problem, dass negative Gedanken ständig durch Deinen Kopf kreisen? In einer Depression saugt man negative Gedanken quasi wie ein Staubsauger in sich auf und sie drehen sich wie ein Karussell ständig um die eigene schlimme Situation. Was könntest Du gegen diese Negativspirale tun, in der Du gefangen bist? Versuche doch einmal ganz bewusst über Folgendes nachzudenken: Gibt es etwas in Deinem Leben, wofür Du dankbar sein kannst? Welche Menschen sind für Dich da und lieben Dich? Oder gibt es weitere Menschen, die Dir helfen könnten? Lenke Dich, so gut es geht, mit Dingen ab, die Dir guttun und Dir Freude machen.

Manchen hilft es, wenn sie im Laufe des Tages mehrmals etwas Schönes und Angenehmes tun und es ganz bewusst wahrnehmen. Ein Beispiel: die geliebte Tasse Tee oder Kaffee in Ruhe trinken und versuchen, die damit verbundene Freude bewusst wahrzunehmen. Oder: In einer sonstigen angenehmen Situation verweilen und das Schöne daran eine ganze Zeitlang bewusst auf sich wirken lassen. Das wirkt wie Streicheleinheiten für Deine Seele! Probiere es doch einmal aus!

Man hat festgestellt, dass auch Bewegung und Sport ein sehr wirksames Mittel Depressionen ist. Anfangs kann das zum Beispiel ein kurzer Spaziergang sein, den Du im Laufe der Zeit etwas ausdehnen könntest. Das Laufen schafft das Gefühl, etwas geleistet zu haben und baut Dein Selbstwertgefühl auf. Ganz abgesehen davon, was die frische Luft und das Licht in Deinem Körper bewirken, wirst Du feststellen, dass beim Laufen Deine Grübeleien über Negatives nachlassen oder sogar ganz verschwinden. Andere Möglichkeiten der Bewegung wären z.B. Radfahren, Schwimmen oder Gartenarbeiten. Auch wenn es Dich anfangs große Überwindung kostet Dich in Bewegung zu setzen, wirst Du feststellen, dass sich Deine Stimmung mehr und mehr aufhellt.

Hier noch ein letzter Tipp: Wenn Du an Gott glaubst, dann suche auch bei ihm Hilfe! Viele erwarten heutzutage aus dieser Richtung eigentlich nichts oder nicht mehr viel. Sie denken vielleicht, Gott nehme ihr Leid gar nicht war. Dem ist jedoch nicht so, wie aus vielen Stellen in der Bibel hervorgeht. In einem Text heißt es beispielsweise: "Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir. Blicke nicht gespannt umher, denn ich bin dein Gott. Ich will dich stärken. Ich will dir wirklich helfen. Ja, ich will dich festhalten mit meiner Rechten der Gerechtigkeit" (Jesaja 41:10). Gott ist also keineswegs unnahbar, wie viele glauben. Er kann Dir helfen, wenn Du Dich ihm zuwendest und seine Nähe suchst. Viele haben festgestellt, dass das Gebet gerade in schlimmen und ausweglosen Situationen eine große Hilfe sein kann.

Das sind nur einige wenige Tipps, die bei der Bekämpfung einer Depression hilfreich sein können. Ob Du erfolgreich bist, hängt zum einen von Deinen eigenen Bemühungen und zum anderen auch von der Art der Hilfe ab, die Du erhältst. Ich wünsche Dir, dass der Tag kommt, an dem Du Dein seelisches Tief überwunden hast und wieder vermehrt Freude in Dein Leben zurückkehrt!

LG Philipp

Das liest sich nach einer ordentlichen Depression.

Mach Dir am besten gleich einen Termin bei einem Psychiater und dann kannst Du schon mal nach einem Therapeuten suchen.

Medikamente machen nicht abhängig, das sind Ammenmärchen. Ab einer mittelschweren Depression sollten sie genommen werden, das macht Dir das Leben leichter.

Das hört sich nicht mehr nur nach einer Verstimmung an!

da der Zustand schon wochenlang andauert solltest du zum Arzt, oder am besten gleich zum Psychologen /Therapeuten.

Der Arzt könnte dir evtl. behilflich sein , einen früheren Termin zu bekommen, da die Wartezeiten lang sind.

Zur Überbrückung kannst du es mit hoch dosiertem Johnniskraut versuchen, das stimmungsaufhellend wirkt, dauert allerdings auch, bis es wirkt.

Falls du die Pille nimmst ist es weniger geeignet, meines Wissens?

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Danke, schon mal im Vorraus.

AnnKa

 

 

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