Depression durch Ereignis vor vielen Jahren?

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3 Antworten

Die Psyche eines Menschen kann unglaublich viel aushalten, aber irgendwann ist es zu viel.

Stell dir mal vor du füllst ein Glas bis zum Rand mit Wasser, Dank der Oberflächenspannung läuft das Glas nicht auf. Allerdings reicht schon eine minimale Erschütterung oder ein enorm leichter Gegenstand, um das Wasser zum überlaufen zu bringen.

Wieso denkt deine Freundin, dass ihr die Klinik mehr schadet, als hilft?

Hat sie das dort auch schon einmal angesprochen?

Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass sie in der Klinik und in den Gesprächen wieder mit all den Sachen konfrontiert wird, die sie Jahrelang erfolgreich verdrängt hat. Das schmerzt ungeheuerlich.
Ich saß während wenigstens einem Gesprächs auch schon mit Tränen in den Augen vor der Psychotherapeutin.

Schmerzen sind natürlich kein Indiz für eine Verbesserung des Zustands. Eher im Gegenteil, allerdings sind diese notwendig, um dem Patienten adäquat helfen zu können.

Stell dir mal vor, dass dein Auto kaputt ist. Wenn du zum Mechaniker gehst, muss dieser ja auch erstmal den Motor inspizieren und herausfinden, was kaputt ist und vielleicht auch, weshalb das so ist. Erst dann kann er den Motor reparieren.

Deine Freundin sollte auch solche Sachen immer wieder ansprechen. Ich habe in den ersten Wochen auch immer wieder gejammert und geklagt, dass mir niemand helfen kann und dachte mir so :" hier komme ich niemals raus!"

Ich habe das auch oft angesprochen und habe dann so die ein oder andere Info bekommen.

Manche Therapien sind auch nicht für jeden Patienten sinnvoll. Das muss dann allerdings angesprochen werden, damit sich etwas verändert und damit deiner Freundin geholfen werden kann.

Das Unschöne ist nun, dass du deiner Freundin nicht helfen kannst.

Wie gesagt, sie muss das von sich aus in Angriff nehmen.

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Sie hat den Schmerz über all die Jahre gesammelt und runter geschluckt, trug eine Maske, verbarg ihr wahres ich vor dir und der gesamten Welt, doch wie eine Staumauer kann auch das Herz nicht unbegrenzte Mengen halten. Ein tiefer Schlag und die Mauer bricht und alles kommt wieder hoch. Ich spreche hier aus Erfahrung. Das schlimme ist, diese Trauer hat sich in sie rein gefressen, wie Säure, und ist jetzt schon vermutlich ein Teil von ihr.

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Deine Freundin hat sicherlich vieles verdrängt, aber mit dem Frust ist das wie mit dem Wasser im Fass: Gießt man zuviel rein, läuft es irgendwann über.

Wenn sie also schon seit der Kindheit viel mit sich rumgeschleppt und nie verarbeitet hat, dann brauchte jetzt nur noch wenig hinzuzukommen, damit das Fass überläuft. Manche Leute lassen die Wut dann raus - werden also aggressiv, andre schlucken alles runter und werden depressiv.

Sie braucht also psychologische Hilfe, um alles zu verarbeiten und innerlich frei zu werden.

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